Allianz Leben: Alternative Kapitalanlagen für Reiche

8.8.2024 (€) – Der Versicherungskonzern bietet mit der „PrivateMarketsPolice“ eine lebenslange Risikolebensversicherung gegen Einmalbeitrag. Dieser wird in alternative Anlagen investiert. Zielgruppe sind Versicherungsnehmer mit mindestens 200.000 Euro liquidem Vermögen. Andere Interessenten an alternativen Anlagen werden auf die „PrivateFinancePolice“ verwiesen.

Die Allianz Lebensversicherungs-AG bietet seit Ende Juli ihre „PrivateMarketsPolice“ an. Dabei handelt es sich im eine lebenslange Risikolebensversicherung gegen Einmalbeitrag ab 10.000 Euro, die nach Unternehmensangaben für die Nachlassplanung geeignet ist. Auszahlungen zu Lebzeiten sind ebenfalls möglich.

Die Zielgruppe beschreibt Katja de la Viña, Vorstandsvorsitzende der Allianz Leben, so: „Wir richten uns an Kundinnen und Kunden, die ihr Anlage- und Vorsorgeportfolio optimieren möchten und mit den alternativen Investments der Allianz höhere Stabilität und attraktive Renditechancen suchen. Die Versicherungsnehmer sollten ein liquides Vermögen von mindestens 200.000 Euro haben.

Katja de la Viña (Bild: Allianz/Luca Siermann)
Katja de la Viña (Bild: Allianz/Luca Siermann)

Im Todesfall wird je nach Vertragsphase zwischen 100 und 110 Prozent des Vertragsguthabens fällig.

Nachhaltige Kapitalanlagen zur Auswahl

Investiert wird das Kundengeld in alternative Anlagen, die nicht an der Börse gehandelt werden und „die damit für Privatanleger nur schwer zugänglich sind“. Angesichts weiterhin starker Kapitalmarktschwankungen bei börsengehandelten Anlagen steige ihre Bedeutung als Beimischung zu bestehenden Anlageportfolien.

Derzeit sind bei Allianz Leben nach eigenen Angaben rund 36 Prozent der Kundengelder und damit rund 95 Milliarden Euro in alternative Anlagen investiert.

Käufer der „PrivateMarketsPolice“ können sich für eine von fünf alternativen Anlagestrategien entscheiden:

  • Infrastructure,
  • Renewables,
  • Private Debt,
  • Private Equity und
  • Future-Focused Strategy.

Renditeerwartungen bis zwölf Prozent

Die langfristigen Renditechancen lägen nach Abzug der Kapitalanlagekosten bei der Infrastrukturstrategie zwischen acht und zehn Prozent und bei der „Future-Focused Strategy“ zwischen neun und zwölf Prozent.

Diese Zahlen nannte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. Sie basierten auf den Kapitalanlagenkosten 2023 und einer allgemeinen Markteinschätzung. Sie seien kein verlässlicher Indikator für künftige Renditeerwartungen.

Welche Kosten neben den für die Verwaltung der Kapitalanlagen anfallen, dazu hält sich die Allianz bedeckt. In den Versicherungsbedingungen (PDF, 135 KB) und auf der Internetseite sind die Kosten für den Risikoschutz, den Vertragsabschluss und die Policenverwaltung nicht aufgeführt.

Auf Anfrage schreibt ein Unternehmenssprecher: „Die Kosten eines Vertrages werden für den Kunden individuell ermittelt und unterscheiden sich je nach der gewählten Anlagestrategie.“

Alternative Anlagen auch in der Rentenversicherung der Allianz

„Weniger geeignet“ sei die „PrivateMarketsPolice“ für die Altersvorsorge und für Kunden, die jederzeit über ihr Vermögen verfügen möchten, Garantien wünschen und keine Schwankungs- und Verlustrisiken nicht in Kauf nehmen können.

Soweit diese Klientel sich ebenfalls für alternativer Anlagen interessiert, verweist der Versicherer auf seine „PrivateFinancePolice“. Die ist eine aufgeschobene private Rentenversicherung mit Kapitaloption. Hier ist ebenfalls ein Einmalbeitrag ab 10.000 Euro gefragt. Die Kapitalanlage erfolgt hier ebenso in alternative Investment, aber breit gestreut ohne Wahlmöglichkeit der Versicherten.

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