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Absicherung der Betriebsrenten wird um fast die Hälfte teurer

8.11.2019 – Für die Mitgliedsunternehmen des Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) wird die Absicherung der Betriebsrenten 2019 wieder teurer. Der Beitragssatz steigt von 2,1 auf 3,1 Promille.

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Der Pensions-Sicherungs-Verein VVaG (PSVaG) hat seinen Beitragssatz für 2019 auf 3,1 (2018: 2,1; 2017: 2,0) Promille festgesetzt. Dies teilte der gesetzliche Träger der Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung am Donnerstag mit.

Bis zu 14,2 Promille Beitragssatz

Dies liegt nicht nur deutlich über dem durchschnittlichen Beitragssatz der letzten fünf Jahre von rund 1,6 Promille, sondern auch über dem gewichteten durchschnittlichen Beitragssatz über alle Geschäftsjahre von 2,8 Promille.

In ersterem Wert schlägt sich nieder, dass die gesetzliche Insolvenzsicherung von Betriebsrenten vor drei Jahren erstmals in der mittlerweile 45-jährigen Geschichte des PSVaG kostenlos war. Grund hierfür waren ein günstiges Insolvenzgeschehen und weitere entlastende Faktoren (VersicherungsJournal 9.11.2016).

Im Extremjahr 2009 kostete die Insolvenzsicherung die Arbeitgeber infolge der „großen“ Insolvenz des Warenhauskonzerns Arcandor aber satte 14,2 Promille. Seinerzeit hatte der PSVaG die Möglichkeit zu Teilzahlungen – gestreckt auf mehrere Jahre – eingeräumt, um die Liquidität der deutschen Wirtschaft zu schonen (9.11.2009).

Beitragssatz (Bild: Wichert)

Doch keine moderate Insolvenzentwicklung

Im Mai hatte der gesetzliche Träger der Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) für die ersten Monate 2018 von einem moderaten Schadengeschehen berichtet.

Zu einem so frühen Zeitpunkt im Jahr sei ein zuverlässiger Schluss vom allgemeinen Insolvenzniveau auf das Schadenvolumen und die Beitragshöhe allerdings nur sehr eingeschränkt möglich, so der Insolvenzsicherungs-Träger im Geschäftsbericht 2018 (13.5.2019).

Dies zeigt sich auch daran, dass der PSVaG zur Jahresmitte den Beitragssatz für das laufende Jahr auf zwei Promille geschätzt hatte (Medienspiegel 10.7.2019). Anfang Oktober hatte der Pensions-Sicherungs-Verein seine Prognose dann deutlich nach oben korrigieren müssen auf 3,0 bis 3,5 Promille. Als Hintergrund wurden mehrere große Insolvenzen genannt, die nach seinerzeitigem Kenntnisstand das Schadenvolumen deutlich erhöhen würden (4.10.2019).

Daraus errechnet sich für die rund 95.400 Mitgliedsunternehmen eine Beitragsbelastung von rund 1.079 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten die 95.200 Mitglieder etwa 725 Millionen Euro für die Insolvenzsicherung aufzuwenden.

So funktioniert die Insolvenzsicherung

Über ein Umlageverfahren werden die Leistungen finanziert, die sich aus den Insolvenzen ergeben. Der Beitragssatz wird bezogen auf die von den Arbeitgebern bis 30. September 2019 gemeldete Beitragsbemessungs-Grundlage.

Das sind im Wesentlichen die abgesicherten Rückstellungen für Betriebsrenten in den Bilanzen der Mitgliedsunternehmen in Höhe von rund 348 Milliarden Euro. Der PSVaG legt die endgültige Höhe des Beitragssatzes jedes Jahres im November fest.

Gewährleistung und Versorgung

Der Verein übernimmt als gesetzlich bestimmter Träger der Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung nach den Vorschriften des BetrAVG die Gewährleistung der betrieblichen Altersversorgung für den Fall der Insolvenz eines Arbeitgebers in der Bundesrepublik Deutschland und im Großherzogtum Luxemburg.

Im Falle einer Unternehmensinsolvenz übernimmt der Versicherungsverein die Versorgung aller Versorgungsberechtigten (Rentner und Anwärter), die Anspruch auf eine insolvenzgeschützte Betriebsrente haben (in Form von unmittelbaren Versorgungszusagen, Unterstützungskassen-Zusagen und Pensionsfondszusagen sowie in bestimmten Fällen Zusagen über eine Direktversicherung).

Die Abwicklung der Rentenzahlungen erfolgt durch ein Konsortium von 49 Lebensversicherungs-Unternehmen unter der Geschäftsführung der Allianz Lebensversicherungs-AG.

 
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