Signal Iduna ersetzt Sparprogramm durch Wachstumsstrategie

30.5.2018 – Die Versicherungsgruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Beitragseinnahmen um 1,9 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro gesteigert und den Überschuss um 3,3 Prozent. Bis 2023 soll der Umsatz um ein Viertel steigen. Das soll mit der „Vision 2023“ erreicht werden, wurde auf der Bilanzpressekonferenz erläutert.

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Die Signal Iduna Versicherungsgruppe hat gestern in Hamburg ihre Bilanzen für das Geschäftsjahr 2017 präsentiert. Demnach stiegen die Beitragseinnahmen um 1,9 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro und der rechnungsmäßige Überschuss vor Steuern um 3,3 Prozent auf 728 Millionen Euro.

Der Vorstand der Signal Iduna bei der Bilanzpressekonferenz (Bild: Meyer)
Der Vorstand der Signal Iduna bei der Bilanzpressekonferenz (Bild: Meyer)

Die Beiträge seien über dem Marktdurchschnitt gestiegen, sagte Konzernchef Ulrich Leitermann. Den Anstieg des Ergebnisses bezeichnete er als „sehr zufriedenstellend“.

Kennzahlen 2017 Signal Iduna Versicherungsgruppe

2017 *

2016 *

Veränderung

Gebuchte Beiträge, brutto

davon

Krankenversicherung

Lebensversicherung

Kompositversicherung

5.633,8

2.818.5

1.408,6

1.459,2

5,531.1

2.699,0

1.445,2

1.438,7

+1,9%

+4,4%

-2,5%

+1,4%

Gesamtergebnis

davon

Krankenversicherung

Lebensversicherung

Kompositversicherung

828,6

543,9

118,2

66,3

713,0

538,7

98,3

67,9

+16,2%

+1,0%

+20,2%

-2,4%

Ergebnisverwendung für Kunden

davon

Krankenversicherung

Lebensversicherung

Kompositversicherung

585,5

498,0

83,6

3,9

549,2

482,7

63,2

3,4

+6,6%

+3,2%

+32,3%

+14,7%

Jahresüberschuss

davon

Krankenversicherung

Lebensversicherung

Kompositversicherung

161,3

25,0

6,6

49,3

97,1

35,0

6,3

48,7

+66,1%

-28,6%

+4,8%

+1,2%

Krankenversicherer gewann Vollversicherte

Aus der Fusion von Signal Kranken und Deutscher Ring Kranken ist die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (VersicherungsJournal 16.8.2017) hervorgegangen. Diese habe entgegen dem Marktrend die Zahl der Vollversicherte um 4.222 erhöhen können, sagte der Vorsitzende der Vorstände. Im ersten Quartal habe sich der Trend mit plus 1.712 Vollversicherten fortgesetzt.

Der Beitragsanstieg um 4,4 Prozent auf 2,82 Milliarden Euro resultiert nach seinen Angaben zu einem Drittel aus dem Bestandszuwachs und zu zwei Dritteln aus Beitragsanpassungen.

Mit neuen Produkten wie dem „Höchstleistungstarif“ „Prime“ (VersicherungsJournal 29.5.2018) soll das Wachstum im Neugeschäft weiter beschleunigt werden.

Rückgang in Leben

In der Lebensversicherung gingen die Beiträge dagegen um 2,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Im Vorjahr hatte der Rückgang 1,5 Prozent betragen (VersicherungsJournal 8.6.2017).

Auf die umfirmierte Signal Iduna Lebensversicherung a.G. entfielen im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro (minus 3,6 Prozent). Darin sind 186 Millionen Euro (minus 17 Prozent) Einmalbeiträge enthalten. Die laufenden Beiträge seien wie prognostiziert um 2,4 Prozent zurückgegangen.

Die Signal Iduna Pensionskasse AG verbuchte Bruttoprämien von 115 Millionen Euro (plus 0,4 Prozent).

Kompositgeschäft rentabler

Bei den inländischen Kompositversicherern wuchsen die Bruttoprämien um 0,1 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro. Deutlich verbessert hat sich die Schaden-Kosten-Quote um 2,8 Prozentpunkte auf 94,4 Prozent.

Die von dem Konzern verwalteten Kapitalanlagen wuchsen um 7,8 Prozent auf gut 73 Milliarden Euro. Davon entfielen auf die deutschen Versicherungs-Unternehmen 49 Milliarden Euro. Die erzielten eine Nettoverzinsung von 4,6 Prozent und eine laufende Durchschnittsverzinsung von 3,3 Prozent.

Die gute Entwicklung der Gruppe setze sich auch 2018 fort, sagte Leitermann. Die Beiträge seien im ersten Quartal um 2,4 Prozent gestiegen.

„ZUP“ erfolgreich abgeschlossen

Ulrich Leitermann (Bild: Meyer)
Ulrich Leitermann (Bild: Meyer)

Als einen „Meilenstein für das Unternehmen“ bezeichnete der Manager das Zukunftsprogramms („ZUP“) des Konzerns, das Ende 2017 erfolgreich abgeschlossen worden sei.

Mit rund 300 Einzelmaßnahmen und 100 Teilprojekten habe die Gruppe in den vergangenen gut drei Jahren Strukturen und Prozesse vereinfacht, die IT modernisiert und den Vertrieb neu aufgestellt. Als Ergebnis seien die laufenden Kosten um 140 Millionen Euro pro Jahr reduziert worden.

Damit sei „das Fundament für unser künftiges Wachstum gelegt“, sagte Leitermann.

Vision bis 2023

Auf dieser Grundlage aufbauend sei Anfang 2018 das Transformationsprogramm „Vision 2023“ gestartet worden. Das ist nach Aussage des Konzernchefs kein Spar- sondern ein Wachstumsprogramm. Binnen fünf Jahren sollen die Beiträge um ein Viertel und der nachhaltige rechnungsmäßige Überschuss vor Steuern um 30 Prozent steigen, nannte er als Orientierung.

Leitermann erklärte: „Im Mittelpunkt steht dabei die neue Vision der Signal Iduna: Gemeinsam mehr Lebensqualität schaffen.“ Es gehe nicht mehr nur darum, die Kunden vor Risiken zu schützen, sondern die Kernbedürfnisse der Kunden zu treffen. Am wichtigsten seien denen die Gesundheit, die finanzielle Absicherung im Alter und mehr Freizeit.

Den Wunsch nach mehr Freizeit wolle man durch Abbau von Bürokratie, Wartezeiten und „Fachchinesisch“ erreichen. Die sich ändernden Serviceerwartungen wolle man jederzeit übertreffen.

Künftig hat alles eine digitale Komponente.

Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender Signal Iduna

„Mehr wir“

Um dieses Ambitionsniveau zu erreichen, wolle sich die Gruppe noch stärker als bisher auf die Zielgruppen Handwerk, Handel und den öffentlichen Dienst konzentrieren und dort die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzen.

Ein Baustein der „Vision 2023“ ist das „Mehr wir“. Gemeint ist damit das Entwickeln der Unternehmenskultur. Dazu gehöre, die Mitarbeiter durch Fortbildung dazu zu befähigen, den künftigen Kundenerwartungen gerecht zu werden. Auch die Arbeitsbedingungen änderten sich, etwa durch agilere und ressortübergreifende Teams sowie flachere Hierarchien.

Nicht geplant ist hingegen nach Leitermanns Aussage eine separate Digitalisierungs-Strategie: „Künftig hat alles eine digitale Komponente“.

Die Geschäftsberichte stehen auf dieser Internetseite zum Herunterladen zur Verfügung.

 
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