R+V forciert digitales Geschäft

15.4.2019 – Für den Ausbau des digitalen Vertriebs bringt die R+V einen neuen Versicherungsmanager an den Start. Das Tool soll den 875 Volks- und Raiffeisenbanken und ihren 30 Millionen Kunden ab Mai zur Verfügung stehen. Der Versicherer nutzt dafür eine Plattform von Friendsurance Business.

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Die R+V Versicherung AG will das Kunden- und Datenpotenzial der Volks- und Raiffeisenbanken für den digitalen Vertrieb nutzen. Dafür kündigte der Konzern auf seiner Bilanzpressekonferenz einen virtuellen Versicherungsmanager an (VersicherungsJournal 11.4.2019).

Das Angebot adressiert die 875 Genossenschaftsbanken in Deutschland. Der persönliche Vertrieb werde durch das neue Angebot „nicht ersetzt, sondern nur digital unterstützt“, betonte die R+V gegenüber dem VersicherungsJournal.

Start mit sechs Pilotbanken

Der Versicherungsmanager beinhaltet nach Unternehmensangaben einen digitalen Versicherungsordner und einen Messenger, mit dem Kunden ihren persönlichen Berater bei der Volks- oder Raiffeisenbank kontaktieren können. Die Nutzer des Tools sollen dann ihre Versicherungsverträge, auch die von Fremdanbietern, über die Anwendung verwalten können.

Das Angebot startet ab Mai 2019 zunächst mit sechs Testbanken und wird sukzessive auf weitere Institute ausgeweitet. „Wie viele Kunden wir mit dem Angebot erreichen können, werden wir im Pilotfeld mit den sechs VR-Banken in Erfahrung bringen“, erklärt der Versicherer auf Nachfrage.

Ziel sei es, den Versicherungsmanager „den über 30 Millionen Kunden der Genossenschaftsbanken anzubieten“, so die R+V. Sie schränkt aber ein: „Grundsätzlich kommen für den VR Versicherungsmanager alle Kunden, die Online-Banking machen, in Frage, da die Zustimmung zur Zahlungsstromanalyse durch die Bank eine Voraussetzung für die Nutzung ist. Dies sind aktuell rund die Hälfte der VR-Bank-Kunden.“

Vermittlung der Verträge geht an R+V

Die Lösung ermögliche es zusätzlich, den Nutzern Hinweise zu geben, wie sie ihre Absicherung verbessern und an die aktuelle Lebenssituation anpassen können. Dafür analysiere die Software, wie erwähnt die Zustimmung der Kunden vorausgesetzt, die Kontobewegungen im Onlinebanking.

Die Vermittlung der Verträge aus dem Versicherungsmanager erfolgt immer an die R+V. „Die Anwendung ist kein digitaler Makler, die Betreuungsverhältnisse der Verträge bleiben unberührt“, so das Unternehmen. Für die Vertragsabschlüsse, die durch den Versicherungsmanager getätigt werden, online und persönlich, gelte das normale Provisionsmodell der Wiesbadener.

„Wir gehen davon aus, dass durch den VR Versicherungsmanager digital aktive Kunden, die heute durch die persönliche Ansprache nicht mehr erreicht werden können, angesprochen werden und somit zusätzliche Potenziale für die Bank und die R+V Versicherung erschlossen werden können“, erklärte ein Sprecher gegenüber dem VersicherungsJournal.

Kunden entscheiden über Erfolg oder Scheitern

Über die Höhe der Investitionen für das neue Projekt gibt sich das Unternehmen auf Nachfrage aber zurückhaltend: „Für uns ist das ein strategisches Investment. Der Erfolg hängt im starken Maße von der Akzeptanz der Kunden ab. Diese ist aktuell noch schwer zu quantifizieren.“

Entwicklung von Friendsurance

Der Versicherungsmanager wurde von der Alecto GmbH, Betreiberin der Plattform Friendsurance Business, entwickelt. Sie bietet ihre Bancassurance-Anwendung seit 2017 Finanzinstituten und Versicherern als White-Label-Produkt an. Darunter ist auch die Deutsche Bank AG (VersicherungsJournal 29.8.2018, Medienspiegel 21.6.2018).

Ihr erstes digitales Projekt brachte die R+V mit dem Versicherungsmakler Fragwilhelm GmbH im März an den Start. Er bietet internet- und makleraffinen Kunden auch Zugriff auf die Produkte von 160 Wettbewerbern. Das Pilotprojekt der Wiesbadener läuft zunächst bis Herbst 2019 (VersicherungsJournal 15.3.2019).

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