Neuanfang im Zentrum der Macht

19.8.2009 (€) – Zum 1. Juli ist der Industrie-Pensions-Verein e.V. (IPV) nach Berlin umgezogen (VersicherungsJournal 5.10.2007). Im Jahr 2008 stieg die Mitgliederzahl, die Jahresbruttoprämie in dem an die Partnergesellschaften vermittelten Bestand sank hingegen.

Die „Nähe zu den politischen Entscheidungsträgern“ sei ausschlaggebend gewesen für die Aufgabe des traditionellen Hauptsitzes des Vereins in Varel, von wo aus bisher im Wesentlichen die Beratung in Fragen der betrieblichen Altersvorsorge und die Vermittlung an die Gesellschaften Allianz, Gerling, Axa und Victoria erfolgte.

Die meisten müssen gehen

Dies sei auch im vollen Bewusstsein erfolgt, „dass diese Entscheidung für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter große Auswirkungen hat“, so der Verwaltungsratsvorsitzende und ehemalige Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V., Dr. Ludolf von Wartenberg im Geschäftsbericht des IPV.

Was das heißt, ist dem Bericht des Vorstands zu entnehmen: Von 55 Mitarbeitern, entsprechend 46 Vollzeitarbeitsplätzen, würden acht nach Berlin wechseln. Fünf Auszubildende würden ihre Ausbildung „in der Vareler Region beenden“ können.

Leichter Mitgliederzuwachs

Der Mitgliederbestand des inzwischen auch in der Beratung und Vermittlung von Krankenversicherungen aktiven IPV wuchs geringfügig um knapp einen halben Prozentpunkt auf 387.321 Personen und Unternehmen, wovon 347.460 Einzel- und 39.861 Firmenmitgliedschaften waren.

Aus Mitgliedsbeiträgen allein kann sich der Verein nicht finanzieren. Den Beiträgen in Höhe von 4,584 Millionen Euro (+0,6 Prozent) standen 2008 Verwaltungskosten-Zuschüsse der Versicherer in Höhe von 2,116 Millionen Euro (unverändert) gegenüber. Zusammen mit sonstigen betrieblichen Erträgen erzielte der IPV einen Umsatz von 8,049 Millionen Euro.

Teurer Umzug

Hauptkostenfaktor sind Personalkosten mit 4,593 Millionen Euro, eine Einsparung zu 2007 um zwei Prozent. Die Sitzverlegung kommt den Verein dagegen teuer zu stehen, außerordentliche Aufwendungen von 3,904 Millionen Euro (1.700 Millionen Euro im Vorjahr) werden damit erklärt.

Das Jahr 2008 endet mit einem Jahresfehlbetrag von 4,433 Millionen Euro, nach einem geringfügigen Jahresüberschuss von 6.000 Euro im Vorjahr.

Angeschafft wurde in Berlin eine eigene Immobilie, finanziert durch den Verkauf von Wertpapieren. Zudem belastete eine Abschreibung von gut einer Million Euro auf das Wertpapier-Anlagevermögen den Jahresabschluss. Der Verlust wird zulasten des Vereinsvermögens vorgetragen.

Durchwachsene Zahlen

Die Jahresbruttoprämie der betreuten Versicherungsverträge sank um gut vier Prozent auf 1,256 Milliarden Euro, trotz eines leichten Wachstums der Vertragszahl um 0,2 Prozent auf 646.631. Im Durchschnitt werden aber immer noch 52.094 Euro Bewertungssumme pro neu zugehendem Vertrag erreicht.

Für das zweite Jahr der Vermittlung von Krankenversicherungen berichtet der IPV von einem Ausbau der Stückzahl auf 4.008 Voll- und Zusatzversicherungen (plus 59 Prozent) mit einem Monatsbeitrag von 1,322 Millionen Euro (plus 91 Prozent).

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