5.10.2023 (€) – Die größten Geschäftsanteile im privaten Vorsorgegeschäft im unabhängigen Vermittlermarkt erzielen die Allianz (Indexpolicen), die Canada Life (fondsgebunden mit Garantien) sowie Allianz und Alte Leipziger (fondsgebunden ohne Garantien). Zuvor hatte die Allianz lange Zeit alle drei Segmente dominiert. Dies zeigt die Asscompact-„Marktstudie Private Vorsorge 2023“.
Auch in diesem Jahr hat die BBG Betriebsberatungs GmbH wieder eine Untersuchung zur Marktbedeutung der Anbieter in der privaten Altersvorsorge im unabhängigen Vermittlermarkt durchgeführt.
Basis der Studie ist eine im August durchgeführte Onlineumfrage unter unabhängigen Vermittlern. Diese sind zum Großteil als Versicherungsmakler tätig. Die Nettostichprobengröße wird mit 336 angegeben.
Grundlagen und Methodik der Studie
91 Prozent der Befragten sind männlich, etwa neun Prozent weiblich. Sie haben durchschnittlich 28,5 Jahre Berufserfahrung bei einem Durchschnittsalter von knapp 57 Jahren. Im Schnitt wollen sie mit 68,4 Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Nicht einmal jeder 25. Befragte plant ein Ausscheiden vor Vollendung des 60. Lebensjahres.
Im Rahmen der Befragung wurden die Vermittler unter anderem „gebeten, zu ihren präferierten Anbietern jeweils ihre Geschäftsanteile (nach Stück) in Prozent anzugeben. Die Prozentwerte werden als Punktwerte interpretiert, so dass jeder Vermittler maximal 100 Punkte auf alle Anbieter verteilen kann“, wird zur Methodik erläutert.
Abschließend wird den Angaben zufolge ein Index gebildet, bei dem der Anbieter mit dem höchsten Wert 100 Punkte erhält und die weiteren Gesellschaften anhand ihrer Abstände prozentual abgestuft werden.
Dieses Verfahren wurde für die abgefragten Produktbereiche Fondspolicen mit und ohne Garantien sowie Indexpolicen angewandt. Der Bereich Klassik (Plus) wurde zum zweiten Mal nicht mehr untersucht (VersicherungsJournal 6.10.2021).
Fonpolicen mit Garantien: Canada Life an erster Stelle
Bei den fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen konnte der langjährige Spitzenreiter Allianz Lebensversicherungs-AG (6.10.2020, 4.10.2019, 5.10.2018) den Sieg nicht wiederholen. Das Unternehmen rutschte auf den Silberrang ab und musste der Canada Life Assurance Europe plc, Niederlassung für Deutschland, den Vortritt lassen.
Die Gesellschaft mit angelsächsischen Wurzeln kletterte von vier auf eins nach oben. Dabei münzte der Anbieter einen Rückstand von 54 Punkten in eine Vorsprung von gut 17 Zählern um. Von drei auf zwei nach unten ging es für die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G., die relativ gesehen Einbußen auf den führenden Akteur hinnehmen musste.
Dahinter folgen die WWK Lebensversicherung a.G. (von fünf auf vier) und die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. (von drei auf fünf) mit jeweils nicht ganz halb so großen Anteilen wie die Canada Life. Die Swiss Life AG, Niederlassung für Deutschland, machte eine Position gut (von sieben auf sechs).
Die Plätze dahinter belegen die Lebensversicherung von 1871 a.G. München (von fünf auf sieben), die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. (von sieben auf acht), die Nürnberger Lebensversicherung AG und die Continentale Lebensversicherung AG (unverändert an neunter beziehungsweise zehnter Stelle mit 40 bis 34 Zählern.
Die Sieger bei den Fondspolicen ohne Garantien
Bei den fondsgebundenen Verträgen ohne Garantien konnte die Allianz die führende Position zwar verteidigen, muss sie sich aber aktuell mit der Alten Leipziger teilen. Letztere hatte im Vorjahr noch gut sechs Zähler zurückgelegen. Hauchdünn dahinter liegt die LV 1871, die sich am Volkswohl Bund vorbei auf den Bronzerang schob.
Dahinter folgen die Canada Life (unverändert an fünfter Stelle), die Swiss Life (von sieben auf sechs), die Nürnberger (von sechs auf sieben), die BL die Bayerische Lebensversicherung AG (von 14 auf acht) und die WWK (von zwölf auf neun).
Allianz auch bei den Indexpolicen in Front
Im Geschäft mit Indexpolicen lautet die Reihenfolge weiterhin Allianz vor Volkswohl Bund vor Stuttgarter. In diesem Segment konnte der Spitzenreiter die Distanz auf den ärgsten Verfolger vergrößern. So wuchs der Abstand zum Silberrang von acht über 22 auf 43 Zähler an. Die Stuttgarter konnte um etwa die Hälfte auf 54 Punkte zulegen.
Die 329-seitige „Marktstudie Private Vorsorge 2023“ enthält neben detaillierten Ranglisten zu den Geschäftsanteilen und zur Vermittlerzufriedenheit auch eine Analyse der Top-Anbieter. Der Berichtsband kann für 2.950 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Sophia Tannreuther per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575823 bestellt werden.






