IT-Sicherheitsvorfall bei Assekuradeur Helden.de

28.8.2026 – Ein Leser des IT-Blogs von Günter Born hat den Fachautor auf eine Datenpanne in den IT-Systemen des Unternehmens hingewiesen, das einen Bestand von rund 100.000 Haftpflicht-, Hausrat- und Fahrradversicherungen verwaltet. Der Anbieter gesteht demnach ein, dass eine Lücke in der Standard-Software ausgenutzt worden sein könnte. Hierdurch sei ein Zugriff auf eigentlich geschützte Informationen möglich gewesen.

Der auf IT-Fragen spezialisierte Fachautor Günter Born berichtet in einem aktuellen Beitrag auf „Borns IT- und Windows-Blog“ über eine Sicherheitslücke für Nutzer der Webseite der Helden.de GmbH.

Diesen Assekuradeur hat die Getsafe-Gruppe im Frühjahr mitsamt dessen Bestand von rund 100.000 Haftpflicht-, Hausrat- und Fahrradpolicen übernommen (VersicherungsJournal 17.4.2026).

Helden.de ist seit 2016 auf dem Markt aktiv. Seit seiner Gründung hat das Unternehmen insgesamt 25 Millionen Euro als Kapital eingeworben. Risikoträger der Produkte ist der NV-Versicherungen VVaG.

Persönliche Daten könnten abgeflossen sein

Laut Borns Beitrag „Sicherheitsvorfall bei helden.de (Versicherungen)“ sollen persönliche Kundendaten abgeflossen sein. Demnach waren in dem betroffenen IT-System folgende Informationen gespeichert, auf die Dritte bei einem externen Dienstleister zugreifen konnten:

  • Name,
  • E-Mail-Adresse,
  • Telefonnummer,
  • Adresse,
  • Namen mitversicherter Personen,
  • E-Mail-Adresse, die dem PayPal-Konto zugeordnet ist,
  • Versicherungsart und -nummer,
  • Angaben zu gemeldeten Schäden.

Nicht betroffen sind hingegen Passwörter und Kreditkartendaten, falls sie hinterlegt wurden. Auch Paypal-Passwörter und -Zugangsdaten seien nicht betroffen, heißt es weiter.

Der Vorfall führte demnach außerdem zu Störungen der App und der Internetseite. Diese könnten aufgrund von Arbeiten und Überprüfungen der Systeme möglicherweise eingeschränkt funktionieren beziehungsweise langsamer laden.

Leser weist auf IT-Sicherheitsvorfall hin

Auf diese IT-Probleme aufmerksam wurde der Autor nach eigenen Angaben durch einen Leser seines Blogs. Dieser sei per E-Mail von den Plattformbetreibern über den Sicherheitsvorfall informiert worden.

Bei der Verwaltung von Verträgen arbeitet der Anbieter mit einem „spezialisierten IT-Unternehmen“ zusammen, das eine Standard-Software nutzt, zitiert Born das Unternehmen. Demnach würden allerdings weder der Name des Partnerunternehmens noch der Software genannt.

„Die Lücke wurde unmittelbar nach Kenntnis geschlossen, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wurden ergriffen, und wir haben den Vorfall der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde gemeldet“, heißt es demnach in dem Brief des Insurtech-Unternehmens weiter.

Suche nach der Ursache dauert weiter an

„Die Leute haben erst nach dem Hack festgestellt, dass der Hersteller der Standard-Software einen Patch samt Sicherheitshinweis veröffentlicht hat“, interpretiert Born das Schreiben. „Leider enthält die Information an Betroffene null Informationen, wann der Vorfall stattfand. Es wird lediglich ausgeführt, dass das Kundenkonto nicht gefährdet sei, man nun aber mit gezieltem Phishing rechnen kann.“

„Hier hätte ich mir deutlich mehr Details – auch im Hinblick auf die Blog-Leserschaft – gewünscht, und habe diesbezüglich bei Getsafe nachgefragt“, so Born weiter. „Antwort trage ich gegebenenfalls nach.“

„Die Untersuchung von Ursache und Umfang dauert weiter an“, so Born. Auch eine Presseanfrage des VersicherungsJournals zum aktuellen Stand ihrer Sicherheitsmaßnahmen blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Schlagwörter zu diesem Artikel
Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren