15.4.2015 (€) – Deutschlands nach der Zahl der versicherten Fahrzeuge im Bestand größter Kfz-Versicherer, die Huk-Coburg-Gruppe, konnte auch im Geschäftsjahr 2014 den Marktanteil in dieser Sparte weiter ausbauen. Das Neugeschäft lief auch in den meisten anderen Bereichen besser als im Markt insgesamt. Dies sorgte zusammen mit einer günstigen Schadenentwicklung nicht zuletzt beim Jahresüberschuss für ein kräftiges Plus.
Im Vergleich zu 2013 stieg der Jahresüberschuss vor Steuern des Huk-Coburg-Konzerns um satte 93,3 Prozent auf 455,9 Millionen Euro im Berichtsjahr. Diese drastische Verbesserung resultiert vor allem aus dem Anstieg des versicherungs-technischen Ergebnisses um 340,5 Prozent auf 241,4 Millionen Euro.
Zurückzuführen ist dies einerseits darauf, dass es „erneut gelungen ist, deutlich überdurchschnittlich zu wachsen“, wie Vorstandssprecher Dr. Wolfgang Weiler bei der Bilanzvorlage feststellte. Die in der Gruppe insgesamt gebuchten Beiträge nahmen um 5,5 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zu.

- Wolfgang Weiler (Bild: Müller)
Kfz-Versicherung legte besonders kräftig zu
In der Rechtsschutz-Versicherung betrug das Plus 5,8 Prozent auf 229,7 Millionen Euro und in der Krankenversicherung dank deutlich mehr verkaufter Vollversicherungen 2,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Die Lebensversicherung legte um immerhin 1,4 Prozent auf 853,9 Millionen Euro zu.
Besonders kräftig fiel das Beitragsplus mit 7,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro jedoch in der Kfz-Versicherung aus. Dort erhöhte sich der Gesamtbestand um 4,5 Prozent auf nunmehr 18,3 Millionen Verträge und Risiken, nachdem im Berichtsjahr erneut mehr als 1,2 Millionen Verträge neu abgeschlossen wurden.
„Kasko Select“ prägt das Neugeschäft stark
Knapp ein Viertel davon steuerte die Online-Tochter Huk24 AG bei. Sie verbuchte damit einen Zuwachs um 8,7 Prozent auf rund 1,7 Millionen versicherte Fahrzeuge im Bestand.
„Wesentlich geprägt“ worden sei auch im Berichtsjahr das Neugeschäft außerdem wieder durch den Absatz des mit einer Werkstattbindung verknüpften Produktes „Kasko Select“, heißt es im Geschäftsbericht. Mehr als die Hälfte der Neugeschäftskunden in der Kaskoversicherung wähle mittlerweile diese Tarifvariante.
Über „Service Select“ soll Mitte des Jahres entschieden werden
In diesem Zusammenhang ließ Weiler wissen, dass zur Jahresmitte entschieden werde, „wie wir mit dem pilotierten Produkt ‚Service Select‘ weiter verfahren“. Dabei gehe es um ein Angebot günstiger und hochwertiger Serviceleistungen an die Kasko-Kunden der Huk-Coburg durch die rund 700 freien Partnerwerkstätten innerhalb des insgesamt etwa 1.400 Betriebe umfassenden „Kasko Select“-Netzwerkes.
Im Berichtsjahr machte speziell der Kfz-Kasko-Bereich der Huk-Coburg aber nicht nur deshalb Freude, weil in der Vollkaskoversicherung mit 8,3 Prozent eine besonders große Steigerungsrate bei den Beiträgen erzielt wurde. Vielmehr sorgten deutlich rückläufige Schadenanzahlen und Schadenaufwendungen in den Kaskosparten insgesamt dafür, dass die Netto-Schadenquote hier von 96,6 auf 83,5 Prozent sank.
Schaden-/Kostenquote geht spürbar zurück
Dagegen stieg sie in der Kfz-Haftpflichtversicherung von 82,8 auf 88 Prozent an, wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Insgesamt verbesserte sich die Schaden-/Kostenquote in der Kompositversicherung jedoch um 4,5 Prozentpunkte auf 93,2 Prozent.
Zum starken Anstieg des versicherungs-technischen Ergebnisses in der gesamten Schaden- und Unfallversicherung von 16,4 Millionen Euro 2013 auf 199,4 Millionen Euro im Berichtsjahr trug nicht zuletzt bei, dass 2014 deutlich weniger schwere Sturm- und Hagelereignisse zu regulieren waren. Konzernweit stiegen die Leistungszahlungen an Kunden brutto zwar um 4,3 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro, aber damit deutlich weniger stark als die Beitragseinnahmen.
Mit 4,5 Prozent auf 551,8 Millionen Euro legten außerdem auch die Nettoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb im Konzern unterproportional zu, betonte Weiler. Die Kostenquote insgesamt verminderte sich leicht von 9,2 auf 9,1 Prozent.
Rückkehr zur HGB-Bilanzierung
Um weitere Kosten zu sparen und zugleich die Komplexität zu verringern, ist der Konzern im Berichtsjahr außerdem dazu übergegangen, die Rechnungslegung von IFRS wieder auf HGB umzustellen, wie Weiler erläuterte. Dafür gebe es jedoch „auch inhaltliche Gründe“.
So sei der Einstieg der Huk-Coburg in die IFRS-Rechnungslegung vor mehr als einem Jahrzehnt „auch dadurch motiviert gewesen, kapitalmarktfähig zu werden, um so für eine eventuelle Akquisition leichter an Kapital zu kommen“.
Aufgrund des hohen organischen Wachstums und der Finanzstärke, die sich in dem um sieben Prozent auf 4,7 Milliarden Euro angewachsenen Gesamteigenkapital und der von 396,2 auf 402,2 Prozent angewachsenen Solvabilitätsquote widerspiegele, sei dies jetzt jedoch „kein Thema mehr“.




