Greenwashing: Verbraucherzentrale mahnt Stuttgarter Lebensversicherung ab

27.5.2022 – Die Stuttgarter Lebensversicherung hat zugunsten der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg eine Unterlassungserklärung abgegeben. Darin wird zugesichert, den Begriff Gesundheitskonto bei der Bewerbung der fondsgebundenen Rentenprodukte nicht mehr zu benutzen. Die Verbraucherschützer hatten die Aussage kritisiert, Verbraucher könnten hier nachhaltig investieren. Ihnen reichten die Informationen dazu nicht aus.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. hat kürzlich die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. abgemahnt. Der Versicherer hatte nach Darstellung der Verbraucherschützer für ein Gesundheitskonto geworben, bei dem es sich um eine fondsgebundene Rentenversicherung gehandelt haben soll.

Das Produkt sei als „GrüneRente" angeboten worden. Es hätte geheißen, man könne hier nachhaltig investieren und so die Zukunftsfähigkeit von Umwelt und Gesellschaft fördern, schreiben die Verbraucherschützer in einer Pressemitteilung.

Der Versicherer habe dabei nicht klargestellt, wie die angebotenen Investitionen dies erreichen sollten. Laut Versicherungs-Bedingungen würden „ökologische oder soziale Merkmale" nur „berücksichtigt", wird berichtet.

„Die Berücksichtigung irgendwelcher Kriterien alleine sagt aber nichts über die tatsächliche Nachhaltigkeit der Investitionen aus", wird Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zitiert. Damit würde der Versicherer den Verbrauchern wesentliche Informationen vorenthalten, die diese benötigten, um eine informationsgeleitete Entscheidung treffen zu können.

Weitere Verfahren gegen Finanzdienstleister wegen Greenwashing

Das Trendthema Nachhaltigkeit sei mittlerweile auch im Finanzsektor angekommen. Unternehmen würden jedoch immer wieder Verbraucher, die bei der Geldanlage auf Nachhaltigkeit achten wollten, mit unlauterer Werbung täuschen.

„Es ist nach wie vor gesetzlich nicht definiert, was denn ‚nachhaltige Geldanlagen’ genau sein sollen. Die Unternehmen nutzen das gezielt im Marketing für ihre Produkte aus", sagt Nauhauser. Die Verbraucherzentrale würde im Werbematerial von Anbietern immer wieder auf rechtswidrige irreführende Versprechungen stoßen und dagegen vorgehen.

Mehrere Finanzdienstleister haben dies in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen. Die Commerz Real Fund Management S.a.r.l. und die Dekabank-Gruppe wurden erfolgreich verklagt. Ein Verfahren gegen die Deutsche Kreditbank AG (DKB) ist beim LG Berlin anhängig. Außergerichtlich hat man sich mit der Liqid Asset Management GmbH und der Tomorrow GmbH geeinigt.

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Stuttgarter Lebensversicherung ist kein Einzelfall

Zuletzt wurde der Lebensversicherer aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt mit Erfolg abgemahnt. Dieser nimmt dazu wie folgt Stellung: „Richtig ist, dass die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. zugunsten der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg eine Unterlassungserklärung abgegeben hat.

In dieser sichern wir zu, den Begriff Gesundheitskonto bei der Bewerbung unserer fondsgebundenen Rentenprodukte nicht mehr zu benutzen. Die Unterlassungserklärung bezieht sich nur auf diesen Sachverhalt.

Der Auslöser für die Abmahnung war die Bewerbung unserer fondsgebundenen Rentenversicherung als Gesundheitskonto auf unserer Website. Alle unsere fondsgebundenen Rentenversicherungs-Produkte können auch als GrüneRente abgeschlossen werden.

Daher war auf der Website zum Gesundheitskonto auch ein Hinweis zur GrüneRente. Deshalb bezieht sich unsere Unterlassungserklärung auch auf die Nichtnutzung des Begriffes Gesundheitskonto in Verbindung mit der GrüneRente.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
AVB · Darlehen · Fondspolicen · Gesundheitsreform · Gewerbeordnung · Lebensversicherung · Marketing · Nachhaltigkeit · Rente · Verbraucherschutz · Werbung
 
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