19.5.2026 – Charta-Vorstand Ulrich Neuman erklärt gegenüber dem VersicherungsJournal die Hintergründe der angestrebten Verschmelzung der Aktiengesellschaft auf Germanbroker.net. Danach wird sein Verbund nur noch mit Deckungskonzepten unter dem eigenen Namen in Erscheinung treten. Die konsolidierte Organisation bietet Versicherungsmaklern neben den Produkten des eigenen Assekuradeurs auch Zugang zu vielen Versicherern über einen Pool.
Mit der geplanten Fusion der Germanbroker.net AG und der Charta Börse für Versicherungen AG (VersicherungsJournal 12.5.2026) wollen zwei Maklerverbünde zukünftig ihre Kräfte bündeln. Deren Spitzenleute blicken bereits auf eine lange Kooperation zurück.
Germanbroker-Vorstand Hartmut Goebel (62) war schon bei der Charta-Gründung im Jahr 1994 mit dabei, berichtet sein Charta-Amtskollege Ulrich Neumann (61). Man pflege seit der Gründung des befreundeten Maklerverbunds 2001 (1.6.2001) „partnerschaftliche Beziehungen“. Vor rund einem Jahr hatten sie eine strategische Allianz angekündigt (28.10.2024).
„Denn wir verfolgen ähnliche Philosophien“, erklärt Neumann gegenüber dem VersicherungsJournal. „Wir legen Wert auf die Unabhängigkeit der bei uns angeschlossenen mittelständischen Versicherungsmakler, die eine direkte Anbindung an die Produktgeber suchen.“

- Von links: Hartmut Goebel, Ulrich Neumann (Bild: Germanbroker.net, Charta)
Service, Qualität, Unterstützung und kollegialer Austausch
Die gemeinsame Zielgruppe „legt Wert auf Service, Qualität, fachliche Unterstützung und kollegialen Austausch“, berichtet Neumann. Diesem Anspruch wolle er gerecht werden und betont: „Unsere beiden Unternehmen gehören jeweils zu 100 Prozent den Maklern.“
Zukünftig bündele man die Interessen von insgesamt etwa 1.000 Maklerbetrieben. „Allein in der Charta sind ungefähr 300 Firmen mit 500 Maklern organisiert“, so der Vorstand. Jeder Maklerpartner wird auch immer Aktionär und somit an der Aktiengesellschaft beteiligt.
Finanziert hat sich die Charta aber über die Beiträge der Mitgliedsunternehmen und zu zwei Dritteln über ihre Deckungskonzepte, die sie für die Makler ausgehandelt hat. Zukünftig könnte es beispielsweise für fünf Charta-Aktien drei Germanbroker-Aktien mit Dividendenanspruch geben.
Charta soll offiziell mit Germanbroker verschmolzen werden
Das endgültige Tauschverhältnis werden die Hauptversammlungen beider Aktiengesellschaften Ende Juni beschließen. Im Anschluss soll die Charta auf die Germanbroker verschmolzen werden.
„Die Charta wird danach aber weiterhin mit allen Konzepten als Geschäftswelt der Germanbroker.net AG in Erscheinung treten“, stellt Neumann in Aussicht.
Zusammen wolle man der demografischen Entwicklung begegnen und mit jungen Maklern wachsen. Synergien sollen demnach beispielsweise mit einer zentralen IT-Plattform gehoben werden, in die weiterhin stark investiert werden soll.
Mehr Relevanz und Verhandlungsmacht gegenüber Versicherern
„Außerdem wollen wir unsere Produktwelten zusammenbringen und gemeinsame Konzepte entwickeln“, kündigt Neumann an.
„Der dann größere Bestand der konsolidierten Organisation mit schlanken Prozessen gibt uns unter anderem mehr Relevanz und Verhandlungsmacht gegenüber den Versicherern.“
Daneben soll es aber auch weiterhin wesentlich die Produkte geben, die Germanbroker als Assekuradeur anbietet. „Sollten unsere Makler im Einzelfall darüber hinaus Angebote anderer Versicherer nutzen wollen, können wir diese über die Charta.Pool GmbH anbieten.“




