26.5.2026 – Im Jahr 2025 nahm die Versicherungsgruppe 9,27 Milliarden Euro Beiträge ein, ein Plus von 7,8 Prozent. Der Konzernjahresüberschuss verdreifachte sich fast auf 180,5 Millionen Euro. Bis 2028 möchte die Gruppe Bruttobeitragseinnahmen von zehn Milliarden Euro sowie einen Konzernjahresüberschuss von 200 Millionen Euro erreichen.
Die Vorstandsmitglieder der Barmeniagothaer Versicherungen sparten am Freitag auf der virtuellen Bilanzpressekonferenz des ersten vollen Geschäftsjahres nicht mit Superlativen. Von „bärenstarken Ergebnissen“ über „wir sind super zufrieden“ bis hin zu „wir fühlen uns wohl damit“ reichten die Bewertungen.
Für das Jahr 2025 verzeichnet die Gruppe Beitragseinnahmen in Höhe von 9,27 Milliarden Euro, ein Plus von 7,8 Prozent.

- Beitragseinnahmen 2025 (Bild: Barmeniagothaer)
Barmeniagothaer wächst stärker als der Markt
Damit ist die Gruppe um 1,2 Prozentpunkte stärker gewachsen als der Markt. Der Konzernjahresüberschuss (nach Steuern vor Veränderung Schwankungsrückstellung) stieg von 63,5 Millionen Euro auf 180,5 Millionen Euro.
Die Konzern-Eigenkapitalbasis erreicht 2,07 (Vorjahr: 1,99) Milliarden Euro. Die Solvency-II-Quote (ohne Rückstellungstransitional) verbessert sich von 189,3 Prozent im Jahr 2024 auf 225,6 Prozent.
Co-CEO Oliver Schoeller betonte: „Unser marktüberdurchschnittliches Beitragswachstum sowie unsere sehr starke Finanzkraft zeigen, dass wir die Potenziale aus dem Zusammenschluss bereits konsequent in konkreten Geschäftserfolg und operative Exzellenz übersetzen.“
Die Combined Ratio in Sach verbessert sich deutlich

- Oliver Schoeller (Bild: Barmeniagothaer)
Am stärksten wuchsen die Einnahmen aus dem Sach-Geschäft. Die gebuchten Bruttobeiträge der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG und der Gothaer Allgemeine Versicherung AG stiegen um 9,2 Prozent auf 3,31 Milliarden Euro. Damit übertrafen beide Gesellschaften den Markt um 1,6 Prozentpunkte. Wachstumstreiber waren sowohl das Mobilitäts- als auch das Privatkundensegment.
Bereits letzten Dezember hatte Komposit-Vorstand Thomas Bischof erklärt, dass man insbesondere in der Kfz-Versicherung einen „Turnaround“ geschafft habe. Die Combined Ratio (brutto) der Barmenia Allgemeinen verbesserte sich um 9,8 Prozentpunkte auf 90,7 Prozent, die der Gothaer Allgemeinen um 2,6 Prozentpunkte auf 90,8 Prozent.
Wesentlich zum guten Ergebnis beigetragen haben die außergewöhnlich wenigen Großschäden durch Naturereignisse. Das versicherungstechnische Ergebnis sprang von 147 auf 269 Millionen Euro. Die Prämiensteigerungen – Fokussierung auf Profitabilität – wurden nicht beziffert.
Krankenvollversicherung realisiert bestes Absatzergebnis seit 20 Jahren
Die gebuchten Bruttobeiträge der Barmenia Krankenversicherung AG und der Gothaer Krankenversicherung AG stiegen um 8,9 Prozent auf 3,82 Milliarden – ein Plus von 1,6 Prozentpunkten gegenüber dem Markt.
Besonders dynamisch entwickelte sich die Vollversicherung mit einem Beitragswachstum von zehn Prozent und einem Bestandszuwachs von über 9.000 Personen – das beste Absatzergebnis seit 20 Jahren. In der Zusatzversicherung inklusive betrieblicher Krankenversicherung betrug das Beitragswachstum 5,7 Prozent. Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 67 Prozent auf 52 Millionen Euro.
Laufende Beiträge in der Lebensversicherung auf Vorjahresniveau
Die gebuchten Bruttobeiträge der Gothaer Lebensversicherung AG stiegen um 4,6 Prozent auf knapp 1,45 Milliarden Euro (Marktwachstum: 5,2 Prozent). Gegen laufenden Beitrag wurden 1,072 (Vorjahr: 1,070) Milliarden Euro vereinnahmt. Die Einmalbeiträge wuchsen von 314 auf 375 Millionen Euro. Die Prismalife AG, die fortgeführt werden soll, steuerte 136 Millionen Euro Bruttobeiträge bei.
In den strategischen Geschäftsfeldern Biometrie (plus 6,5 Prozent), private Altersvorsorge (plus 4,8 Prozent) und betriebliche Altersvorsorge (plus 2,0 Prozent) wurde ebenfalls ein Beitragswachstum erzielt. Die Solvenzquote (ohne Rückstellungstransitional) steigt auf 267 Prozent.
Aktuelle Lage bietet Wachstumspotenziale

- Alina vom Bruck (Bild: Barmeniagothaer)
Bis 2028 möchte die Barmeniagothaer Bruttobeitragseinnahmen von zehn Milliarden Euro sowie einen Konzernjahresüberschuss von 200 Millionen Euro erreichen. Dazu sollen Wachstumspotenziale in den drei Kernfeldern Privatkunden, Employer Benefits und Mittelstand ausgeschöpft werden.
Im Bereich Gesundheit wurden als Wachstumsfelder genannt: betriebliche Krankenversicherung, Zahnergänzungspolicen und die Zielgruppe Beamte.
Alina vom Bruck, Vorständin Leben, sieht starke Impulse durch die politischen Reformen in der Altersvorsorge. Es gehöre zur gesellschaftlichen Verantwortung eines Versicherers, neue Kunden für private und betriebliche Vorsorgelösungen zu gewinnen. „Der Gesetzgeber hat uns aufgetragen, das Segment zu verbreitern. Das ist, was die Politik will, und diese Aufgabe nehmen wir auch an.“




