Wohnungspreise im Umland von Großstädten bis zu 52 Prozent günstiger

15.7.2026 – In Dresden ist die Ersparnis im 60-Minuten-Radius um die Stadt mit 52 Prozent am größten unter 15 untersuchten deutschen Großstädten. Fast ebenso viel sparen Interessenten in Frankfurt am Main und Köln. In Leipzig, Hannover, Hamburg, München und Düsseldorf wird es bei einer 60-Minuten-Entfernung vom Zentrum zwischen 49 und 41 Prozent billiger. In absoluten Zahlen liegt München an der Spitze. Pendler, für die 45 Minuten Fahrzeit akzeptabel sind, können in der Regel immer noch mit deutlich reduzierten Preisen rechnen. Das Ruhrgebiet ist ein Sonderfall, da sich die Einzugsgebiete überschneiden.

Die Plattform Immowelt, einer Marke der Aviv Germany GmbH hat die bei ihr inserierten Angebotspreise von Eigentumswohnungen in den 15 größten deutschen Städten und in deren jeweiligem Umland analysiert. Interessenten sollen so erfahren, wie viel sie sparen können, wenn sie sich für eine größere Entfernung zum Stadtzentrum entscheiden.

Untersucht wurden die Preise sowohl im 60-Minuten-Radius als auch im 45-Minuten-Radius. Mit wenigen Ausnahmen gilt: Je weiter weg vom Stadtkern, desto günstiger die Angebote.

60 Minuten in die Stadt pendeln, zahlt sich aus

Im Vergleich mit anderen Großstädten sind die Preise für Eigentumswohnungen in Dresden mit 2.946 Euro pro Quadratmeter relativ niedrig. Hier ist die Ersparnis im 60-Minuten-Radius mit 52 Prozent am größten. Fast ebenso viel sparen Interessenten in Frankfurt am Main und Köln bei deutlich höheren Quadratmeterpreisen von 5.564 Euro beziehungsweise 4.945 Euro.

In Leipzig, Hannover, Hamburg, München und Düsseldorf wird es bei einer 60-Minuten-Entfernung vom Zentrum zwischen 49 und 41 Prozent billiger. In absoluten Zahlen liegt München an der Spitze. Hier zahlen Käufer im Stadtgebiet im Schnitt 8.078 Euro pro Quadratmeter, im 60-Minuten-Umland dagegen 4.364 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 3.714 Euro pro Quadratmeter.

Preisunterschiede 60 km (Bild: Immowelt)

In der 45-Minuten-Zone bis zu 43 Prozent sparen

Pendler, für die 45 Minuten Fahrzeit akzeptabel sind, können im Vergleich zu den Zentren in der Regel immer noch mit deutlich reduzierten Preisen rechnen. Spitzenreiter sind die Hamburger mit minus 43 Prozent. Es folgen die Frankfurter mit minus 40 Prozent. Eine 15 Minuten längere Fahrzeit würde minus 46 beziehungsweise minus 51 Prozent bedeuten. Der Unterschied ist also teilweise gering.

In anderen Städten wie Dresden (minus 31 Prozent) und Leipzig (minus 29 Prozent) fällt die Ersparnis im näheren Umland dagegen spürbar kleiner aus als im 60-Minuten-Radius. Noch geringer sind die Unterschiede zum Stadtgebiet im 45-Minuten-Umland von Nürnberg (minus 17 Prozent), Stuttgart und Dortmund (je minus neun Prozent).

Preisunterschiede 45 km (Bild: Immowelt)

Sonderfall Ruhrgebiet

Im Ruhrgebiet sind Großstädte wie Duisburg, Essen, Dortmund oder Köln innerhalb einer Stunde erreichbar. Die Einzugsgebiete überschneiden sich. So gehören zum Umland von Duisburg auch teure Vororte von Düsseldorf wie Meerbusch (4.431 Euro pro Quadratmeter), Ratingen (3.467 Euro) oder Hilden (3.536 Euro).

Die Folge: In Essen liegen die Preise im 45-Minuten-Umland nahezu auf dem gleichen Niveau wie in der Stadt (minus zwei Prozent), in Duisburg ist das Umland sogar um 30 Prozent teurer. In Duisburg-Marxloh kostet der Quadratmeter im Schnitt lediglich 1.256 Euro – etwa ein Zehntel des Münchner Spitzenpreises (VersicherungsJournal 22.5.2026).

Das erweiterte Umland der Städte bleibt attraktiv

„Eigentumswohnungen sind in den teuersten deutschen Großstädten und deren Vororten für viele Haushalte kaum mehr bezahlbar“, kommentierte Immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka die Ergebnisse. „Im erweiterten Umland der Städte sieht es häufig besser aus. Wer seinen Suchradius vergrößert, findet spürbar günstigere Angebote.“

Daran dürfte sich in den nächsten Jahren wenig ändern. Experten des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut gGmbH (HWWI) prognostizieren, dass die Preise für Eigentumswohnungen über alle Großstädte außer den „Big 7“ um durchschnittlich rund 0,6 Prozent pro Jahr steigen. Für die Mittelstädte und die sieben größten Städte erwarten die Experten einen Anstieg um 0,5 Prozent pro Jahr (26.5.2026).

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