13.2.2026 – In Deutschland erhielten Altersrentner im Jahr 2023 eine durchschnittliche gesetzliche Jahresbruttorente von 19.138 Euro, wie eine Auswertung von Datapulse zeigt. Damit liegt Deutschland im Mittelfeld der 30 untersuchten europäischen Staaten. Mit dieser Rente lassen sich nur rund 66 Prozent der durchschnittlichen Ausgaben von Personen der Generation Ü60 decken.
Die Datapulse GmbH hat ausgewertet, wie hoch die durchschnittlichen Bruttorenten im Vergleich von 30 europäischen Staaten ausfallen – und sie den Ausgabengewohnheiten der über 60-Jährigen in ihrem jeweiligen Heimatland gegenübergestellt. Ziel war es, die Diskrepanz zwischen den typischen Ausgaben und den durchschnittlichen Rentenleistungen aufzuzeigen.
Neben den 27 EU-Staaten wurden hierbei zusätzlich Daten für Norwegen, Montenegro und Serbien ausgewertet. Die Ergebnisse sowie Grafiken sind in dem Artikel „Reicht die Rente für den Ruhestand?“ einsehbar.
In der Datapulse-Studie werden die durchschnittlichen Rentenbeträge berechnet, indem die gesamten Altersrenten im jeweiligen Land durch die Zahl der Altersrentenempfänger geteilt werden. Dabei greifen die Analysten auf Zahlen des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) aus dem Jahr 2023 zurück, da aktuellere Zahlen nicht aus allen EU-Staaten vorliegen.
Die Daten spiegeln ausschließlich die gesetzlichen Altersrenten wider, nicht jedoch Einkommen aus privater und betrieblicher Altersversorgung (bAV).
Die Ausgabenschätzungen für 2023 basieren auf Eurostat-Daten aus 2005, 2010, 2015 und 2020, die den Konsum einzelner Personen ab 60 Jahren erfassen. Diese Einzelausgaben werden inflationsbereinigt auf das Preisniveau von 2023 angepasst.
Anschließend werden sie mit festen Faktoren für verschiedene Lebensstile und auf Zwei-Personen-Haushalte hochgerechnet. Die ausgewiesenen Werte sind somit modellierte Schätzungen, keine tatsächlich erhobenen Ausgaben für 2023.
Für Deutschland ermittelten die Studienautoren eine durchschnittliche Jahresbruttorente – vor Abzug von Steuern – von 19.138 Euro. Damit liegt Deutschland ziemlich genau im Mittelfeld der 27 EU-Staaten: In elf Ländern fällt die Durchschnittsrente höher aus, in 15 Ländern niedriger.
Die höchsten durchschnittlichen Jahresrenten werden in Luxemburg mit 34.413 Euro gezahlt, gefolgt von Dänemark mit 30.543 Euro und Norwegen mit 29.176 Euro. Österreich und die Niederlande belegen die Ränge vier und fünf mit 25.866 Euro beziehungsweise 25.417 Euro.
Die niedrigsten gesetzlichen Bruttorenten finden sich in Serbien, Bulgarien, Montenegro und Kroatien, mit Jahresdurchschnitten zwischen 4.239 Euro und 5.570 Euro.

Für die Berechnung der Rentnerausgaben greift die Studie auf EurostatDaten zu den Konsumausgaben in Kaufkraftstandards (KKS) zurück. Dabei handelt es sich um inflations- und preisbereinigte Ausgabenbeträge, die Preisunterschiede zwischen Ländern berücksichtigen.
Das Ergebnis: Nur in vier der 30 untersuchten Staaten übersteigt die durchschnittliche staatliche Rente die geschätzten Jahresausgaben. In Rumänien liegt sie rund 21 Prozent über den Ausgaben, in der Tschechischen Republik 17 Prozent darüber. In Polen beträgt der Überschuss noch vier Prozent, in Spanien lediglich drei Prozent.
In Bulgarien und Dänemark deckt die durchschnittliche staatliche Rente die geschätzten durchschnittlichen Ausgaben fast vollständig: Die Einnahmen aus dem gesetzlichen System liegen dort weniger als zehn Prozent unter den Ausgaben.
24 Staaten werden hingegen von den Studienautoren zu den sogenannten Defizitländern gezählt. Am größten ist die Lücke in Kroatien, wo die durchschnittliche Rente 40 Prozent unter den durchschnittlichen Ausgaben liegt, gefolgt von Slowenien (39 Prozent), Ungarn (38 Prozent) und Norwegen (37 Prozent).
In Deutschland beträgt der Anteil der Ausgaben, der durch die gesetzliche Rente gedeckt ist, rund 66,8 Prozent. Demnach kommt ein Ein-Personen-Haushalt auf durchschnittliche Jahresausgaben von 28.663 Euro.
Der größte Teil der durchschnittlichen Ausgaben älterer Menschen in Deutschland entfällt auf Wohnen und Energie, die 34 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen. Ein Grund: Etwa 60 Prozent der deutschen Senioren leben zur Miete, was im europäischen Vergleich ein Spitzenwert ist.

Hierzulande entfallen auf Nahrungsmittel und Mobilität insgesamt rund 22 Prozent der durchschnittlichen Ausgaben, auf Gesundheit und Instandhaltungskosten etwa elf Prozent. Demgegenüber machen Kultur und Freizeit sowie Reisen, Hotels und Restaurantbesuche nur rund 16 Prozent der Gesamtausgaben aus.
Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.
Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.
Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.
Geraten Sie in Verkaufssituationen immer wieder an Grenzen?
Wie Sie unterschiedliche Persönlichkeitstypen zielgerichtet ansprechen, erfahren Sie im Praktikerhandbuch „Vertriebsgötter“.
Interessiert? Dann können Sie das Buch ab sofort zum vergünstigten Schnäppchenpreis unter diesem Link bestellen.











