Über welches Einkommen deutsche Rentnerhaushalte monatlich verfügen

2.9.2026 – Deutsche Rentner ab 65 Jahren verfügten 2025 über ein Median-Haushaltsnettoeinkommen von 2.330 Euro im Monat, wie eine Auswertung des Statistischen Bundesamts zeigt. Knapp jeder fünfte Ruheständler galt als armutsgefährdet. Während im Westen die Mehrheit der Ruheständler in Wohneigentum lebte, wohnte im Osten die Mehrheit zur Miete.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat neueste Ergebnisse aus Deutschland aus der aktuellen EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-Silc) veröffentlicht. Der Schwerpunkt lag auf der Frage, welches Einkommen Haushalte erzielen, in denen ausschließlich Rentner und Pensionäre ab 65 Jahren leben.

Im Mittel haben Haushalte 2.330 Euro zur Verfügung

Laut Auswertung hatten Haushalte von Ruheständlern ab 65 Jahren 2025 im Mittel ein Haushaltsnettoeinkommen von 2.330 Euro pro Monat zur Verfügung. In den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin verfügten entsprechende Haushalte über ein mittleres Haushaltsnettoeinkommen von 2.270 Euro im Monat, in den westlichen Ländern waren es 2.350 Euro.

Der Median bezeichnet den Wert, der die Einkommensverteilung in zwei gleich große Hälften teilt. Die eine Hälfte der Haushalte hat mehr, die andere weniger Einkommen. Anders als der Durchschnitt wird der Median nicht durch besonders hohe oder niedrige Einkommen verzerrt. Die Einkommensdaten beziehen sich auf hochgerechnet 13,6 Millionen Menschen in reinen Rentnerhaushalten.

Als Einkommen berücksichtigt werden nicht die Vermögenswerte der Haushalte selbst, etwa Geld- oder Immobilienvermögen. Einnahmen daraus, beispielsweise aus Vermietung oder Kapitalerträgen, fließen dagegen in die Berechnung ein.

Größter Anteil aus Renten und Pensionen

Den größten Teil des Haushaltseinkommens machten laut Destatis Renten und Pensionen aus. Auf sie entfielen 2025 bundesweit 93 Prozent. Eingerechnet werden hier nicht nur gesetzliche Versorgungssysteme, sondern auch Betriebs- und Privatrenten.

Weitere vier Prozent stammten aus Vermögen, etwa aus Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen. Transferzahlungen wie die Grundsicherung im Alter machten zwei Prozent aus, Erwerbseinkommen lediglich ein Prozent.

Die Statistiker stellen zudem eine hohe Rentenlücke fest, indem sie Einnahmen und Auskommen der Haushalte gegenüberstellen. Im Durchschnitt decken die gesetzlichen Versorgungssysteme nur rund 60 Prozent der monatlichen Ausgaben eines Rentnerhaushalts.

Eine andere Studie schlüsselt Renteneinkommen genauer auf

Das Statistische Bundesamt schlüsselt nicht auf, wie sich die Einnahmen aus Renten und Pensionen auf die gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge verteilen.

Aufschluss darüber gibt eine Auswertung des WHU – Center for Intergenerative Financial Studies (CIF). Sie basiert allerdings auf älteren Daten des Statistischen Bundesamts aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) von 2018, die auf das Jahr 2025 hochgerechnet wurden. Die Auswertung bezieht Rentnerhaushalte ab 60 Jahren ein, bei denen der Hauptverdiener im Ruhestand ist.

Laut WHU leistet die betriebliche (bAV) und private Altersvorsorge bislang nur einen geringen Beitrag zu den Nettoeinkommen von Ruheständlern. Über die verschiedenen Ruhestandsphasen hinweg entfielen 2025 demnach rund fünf Prozent auf die betriebliche und ein bis zwei Prozent auf die private Altersvorsorge (28.1.2026).

Den größten Beitrag zur Zusatzvorsorge liefert laut WHU der Mietwert des Wohneigentums, der durchschnittlich 13 bis 14 Prozent der Einkommen ausmacht.

Wie viele Rentnerhaushalte zur Miete wohnen

Beim Wohnen zeigen sich laut Destatis deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. Während bundesweit 43 Prozent der Ruheständler ab 65 Jahren im vergangenen Jahr zur Miete wohnten, waren es im Westen 39 Prozent und im Osten 56 Prozent. Bei diesen Angaben hat die Statistikbehörde die Personen betrachtet, nicht die Zahl der Haushalte.

Entsprechend besaßen 57 Prozent der Ruheständler bundesweit Wohneigentum. Im Westen lag der Anteil mit 61 Prozent höher, im Osten mit 44 Prozent deutlich niedriger. Selbst genutztes Wohneigentum wird bei der Einkommensberechnung von Destatis nicht als Einkommen berücksichtigt.

Knapp jeder fünfte Rentner ist armutsgefährdet

Auch bei der Armutsgefährdung betrachtet Destatis die Personen und nicht die Haushalte. Bundesweit war laut EU-SILC 2025 knapp jeder fünfte Ruheständler über 65 Jahren (18,9 Prozent) armutsgefährdet. Im Osten lag die Quote mit 18,5 Prozent etwas niedriger als im Westen mit 19,0 Prozent. In der Gesamtbevölkerung betrug der Anteil armutsgefährdeter Menschen 16,1 Prozent.

Grundlage für die Armutsgefährdung ist das Nettoäquivalenzeinkommen. Dabei wird das verfügbare Haushaltseinkommen anhand der Größe und Zusammensetzung des Haushalts auf die darin lebenden Personen umgerechnet und damit vergleichbar gemacht.

Als armutsgefährdet gilt nach EU-Definition, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Für EU-SILC 2025 lag die Armutsgefährdungsschwelle in Deutschland bei 1.563 Euro netto im Monat für eine alleinlebende Person beziehungsweise 18.756 Euro im Jahr.

Wie breit die Einkommen unter Ruheständlern gestreut sind, zeigen ältere Destatis-Daten (6.10.2025). Danach verfügten 2024 die einkommensschwächsten 20 Prozent der Ruheständler ab 65 Jahren über höchstens 1.400 Euro Nettoäquivalenzeinkommen im Monat. Bei den einkommensstärksten 20 Prozent waren es mehr als 2.870 Euro. Der Median lag bei 1.990 Euro.

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