19.12.2018 (€) – Einzelne, außergewöhnlich große Naturkatastrophen sind 2018 ausgeblieben; dafür gab es vor allem mehrere kleine und mittlere Ereignisse. Der Rückversicherer Swiss Re hat nun vorläufige Zahlen zu Schäden infolge von Natur- oder „Man-made“-Katastrophen vorgelegt. Demnach beliefen sich die gesamtwirtschaftlichen Schäden weltweit auf rund 155 Milliarden US-Dollar, die versicherten Schäden auf rund 79 Milliarden Dollar – jeweils etwa halb so viel wie 2017.
Die Swiss Re Gruppe beziffert die gesamtwirtschaftlichen Schäden, die 2018 in Folge von Natur- oder von Menschen verursachten („man-made“) Katastrophen weltweit entstanden sind, in einer ersten Schätzung mit rund 155 Milliarden Dollar (per 18. Dezember umgerechnet rund 136 Milliarden Euro). Versichert waren davon circa 79 Milliarden Dollar (circa 69 Milliarden Euro).
Ungefähr Halbierung
Sowohl hinsichtlich der wirtschaftlichen als auch der versicherten Schäden würde dies im Vergleich zu 2017 ungefähr eine Halbierung bedeuten. Gleichwohl wäre 2018 nach diesen Daten für die Versicherungswirtschaft das viertteuerste Jahr in den letzten Jahrzehnten. Es läge auch über dem zehnjährigen Schnitt von 71 Milliarden Dollar (rund 62 Milliarden Euro).
Zu beachten ist dabei, dass es sich um vorläufige Zahlen handelt. Noch wurden nicht alle verlustbringenden Ereignisse vollständig eingeschätzt.

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Viele kleine und mittlere Katastrophenereignisse
Einzelne, außergewöhnlich große Naturkatastrophen wie die Hurrikane Harvey, Irma und Maria im vergangenen Jahr habe es 2018 nicht gegeben. Allerdings habe es einige große Man-made-Katastrophen sowie zahlreiche kleinere und mittlere Ereignisse in allen Regionen gegeben, auch in solchen mit hoher Versicherungs-Durchdringung.
Naturkatastrophen machen mit 146 Milliarden Dollar (rund 128 Milliarden Euro) gesamtwirtschaftlichem Schaden den weitaus größten Schadenanteil aus. Etwa die Hälfte davon war versichert.
Naturkatastrophen mit verheerenden Folgen waren 2018 laut Swiss Re die Hurrikane Michael und Florence, die Taifune Jebi, Trami und Mangkhut, Hitzewellen, Dürreperioden und Flächenbrände in Europa und Kalifornien, Winterstürme und Unwetter, Flutkatastrophen in Japan und Indien, Erdbeben in Japan, Indonesien und Papua-Neuguinea sowie Vulkanausbrüche auf Hawaii.
| Schadenkategorie | 2018 | +/– gegenüber 2017 | Zehn-Jahres-Schnitt |
|---|---|---|---|
| Angaben in Millliarden US-Dollar, in Klammern in Milliarden Euro (umgerechnet von der Redaktion zum Kurs vom 18. Dezember 2018). Vorläufige Zahlen. Quelle: Swiss Re. | |||
| Wirtschaftliche Schäden – davon Naturkatastrophen – davon Man-made Katastrophen | 155 (136,3) 146 (128,4) 9 (7,9) | - 56 % - 57 % + 9 % | 220 (193,5) 208 (182,9) 12 (10,6) |
| Versicherte Schäden – davon Naturkatastrophen – davon Man-made Katastrophen | 79 (69,5) 71 (62,4) 8 (7,0) | - 47 % - 50 % + 20 % | 71 (62,4) 63 (55,4) 8 (7,0) |
Zunehmende Verwundbarkeit
Durch Katastrophen sind mehr als 11.000 Menschen gestorben oder als vermisst gemeldet worden, ähnlich viele wie 2017. Im September 2018 forderte das Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi nach Angaben von Swiss Re mit schätzungsweise über 3.500 Toten oder Vermissten die höchste Opferzahl.
Wie bereits 2017, „verdeutlichen auch die Verluste aus der Serie von Ereignissen 2018 die zunehmende Verwundbarkeit der ständig zunehmenden Konzentration von Menschen und Sachwerten an Küsten sowie Schnittstellen zwischen Stadt und Wildnis“, stellt Swiss Re fest.
„Das Vorhandensein von Menschen und Sachwerten in solchen Gebieten kann dazu führen, dass extreme Wetterbedingungen hinsichtlich Schäden schnell zu Katastrophenereignissen werden.“




