8.1.2026 – Trotz Inflation und geopolitischen Konflikten stiegen die Pro-Kopf-Aufwendungen für Versicherungspolicen im vergangenen Jahr nach aktuellen GDV-Daten – in zwei Sparten sogar auf neue Rekordwerte. Auch bei der Versicherungsdurchdringung gab es einen Aufwärtstrend. (Bild: Wichert)
2024 gaben die Menschen hierzulande für Versicherungen rund 238 Milliarden Euro aus und damit etwa fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das zeigen die „Statistiken zur deutschen Versicherungswirtschaft“ für das Jahr 2023. Diese hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) Ende September 2025 veröffentlicht.
Die Bevölkerungszahl lag nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) zum Jahresende 2024 bei etwa 83,6 Millionen Euro (VersicherungsJournal 24.1.2025).
In den Statistiken gibt der GDV die Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungen je Bundesbürger mit 2.856 Euro an. Das bedeutet einen Zuwachs um rund fünf Prozent beziehungsweise 140 Euro im Vergleich zu 2023 – auf einen Höchststand.
In den drei Jahren zuvor waren es jeweils um die 2.700 Euro (9.10.2024, 31.10.2023, 27.9.2022). Zum Vergleich: Im Jahr 2013 war der Betrag um 530 Euro beziehungsweise etwa ein Fünftel niedriger ausgefallen.
Etwa 40 Prozent des jährlichen Budgets für Versicherungen gehen auf die Konten der Lebensversicherer. Für 2024 weist der GDV hier einen Betrag von 1.136 Euro aus. Damit fielen die Aufwendungen pro Einwohner im Vergleich zu 2023 um rund 30 Euro beziehungsweise knapp drei Prozent höher aus als vor Jahresfrist. Zwischen 2019 und 2021 waren es sogar mehr als 1.200 Euro.
Positiv war die Entwicklung laut vorläufigen Verbandszahlen auch in der privaten Krankenversicherung (PKV). Für Policen aus diesem Bereich gab jeder Bürger im vergangenen Jahr im Schnitt die neue Rekordsumme von 609 Euro aus. Das sind 25 Euro beziehungsweise gut vier Prozent mehr als 2023. Im Vergleich zu 2013 steht ein Zuwachs um über 160 Euro beziehungsweise um mehr als ein Drittel zu Buche.
In der Schaden-/Unfallversicherung erhöhten sich die durchschnittlichen Ausgaben pro Einwohner auf eine neue Rekordsumme von 1.111 Euro. Das sind 85 Euro mehr als vor Jahresfrist. Wie in der PKV zeigt auch in Schaden/Unfall die Kurve kontinuierlich nach oben. Der aktuelle Betrag für Kompositpolicen liegt um 360 Euro über demjenigen aus 2013. Das entspricht einer Steigerung von fast der Hälfte.

Der GDV publizierte auch Daten zur Versicherungsdurchdringung (gebuchte Bruttobeiträge der Erstversicherer in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)). Laut Destatis ist das BIP 2024 nominal um über zwei Prozent auf etwa 4,3 Billionen Euro gestiegen. Preisbereinigt weist das Amt ein Minus von 0,2 Prozent aus.
In der Folge hat sich die Versicherungsdurchdringung im abgelaufenen Geschäftsjahr um etwa 0,1 Prozentpunkte auf 5,52 Prozent erhöht. Seit 2013 ist die Durchdringung bis auf zwei weitere Ausnahmen (2019 und 2020) zurückgegangen. Der Höchstwert auf Zwölfjahressicht wurde 2013 mit 6,54 Prozent erreicht, der Tiefststand ein Jahr zuvor mit 5,4 Prozent.
In der Sparte Leben ging es im Vergleich zum Vorjahr nicht weiter nach unten. Mit 2,20 Prozent wurde der Tiefstwert aus dem Jahr zuvor egalisiert. 2013 war der Wert noch um annähernd einen Prozentpunkt höher ausgefallen.
Leicht gestiegen ist die Durchdringung in der PKV (plus 0,02 Prozentpunkte auf 1,18 Prozent). Größere Schwankungen waren in diesem Segment nicht zu beobachten. Die Werte lagen zwischen 1,16 Prozent (2018, 2019 und 2023) sowie 1,26 Prozent (2013).
Im Versicherungszweig Schaden/Unfall nahm der Anteil der Versicherungsprämien am BIP um 0,11 Prozentpunkte auf 2,15 Prozent zu. Dies entspricht dem zweithöchsten Wert im Betrachtungszeitraum. Noch höher war die Durchdringung nur 2020 mit 2,17 Prozent. Im schlechtesten Fall waren es 2,0 Prozent (2022).
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