22.3.2023 (€) – Die Sorge um schwindenden Wohlstand wurde von der Furcht vor dem Krieg abgelöst. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Untersuchung der Gothaer. Direkt auf Platz zwei folgt der Verlust eines Angehörigen. Versicherbare Sorgen spielen eher im Mittelfeld mit.
Der Ukrainekrieg drängt sich mehr in die Sorgenwelt der Deutschen. Waren Konflikte im Oktober 2022 noch auf Platz zwölf der Befürchtungen (VersicherungsJournal 14.10.2022), belegt das Schlagwort „Krieg“ mit nunmehr 59 Prozent mittlerweile den Platz eins der deutschen Ängste.
Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Gothaer Finanzholding AG. Diese hatte sie im Zuge des Themas „Zukunft und Mut“ bei der Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH in Auftrag gegeben. Für die Ergebnisse wurden zwischen dem 12. und 16. Dezember 2022 insgesamt 1.017 Bundesbürger ab 18 Jahren online befragt. Die Umfrage gilt als repräsentativ.
Krieg und Verlust dominieren die Angst
Nach dem Thema Krieg gaben 54 Prozent der Befragten an, sich vor dem Verlust eines nahestehenden Menschen zu fürchten. Auf Platz drei der Liste rangiert mi 53 Prozent der Klimawandel.
Mit 45 Prozent liegt eine eigene Erkrankung auf Platz vier der Sorgen. Danach folgt der bisherige Spitzenreiter, Verlust des Lebensstandards, mit 38 Prozent. Ein Pflegefall zu werden ist demnach für 32 Prozent die größte Sorge.
Kaum jemand sorgt sich wiederum um eine weitere Pandemie (elf Prozent) oder um den Verlust des Arbeitsplatzes (acht Prozent).

- Die Sorgen der Deutschen (Bild: Gothaer)
Mehr als die Hälfte der Deutschen legt Geld an
Laut der Umfrage ist die regelmäßige Vorsorge-Untersuchung bei 61 Prozent Maßnahme Nummer eins zur Risikoabsicherung. Danach folgt mit 57 Prozent das regelmäßige Zurücklegen von Geld und mit 54 Prozent Sport. Eine gesunde Ernährung kommt auf 52 Prozent.
Insgesamt 51 Prozent der Befragten gaben an, Geld in Form von Aktien, Immobilien oder Fonds anzulegen. Eine Rentenversicherung ist für 37 Prozent der Befragten ein Teil der Vorsorge. Eine private Krankenzusatz-Versicherung (27 Prozent) oder eine Berufsunfähigkeits- oder Grundfähigkeiten-Versicherung (25 Prozent) sind ebenfalls Mittel der Wahl.
22 Prozent der Teilnehmer gaben an, sich für den Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung entschieden zu haben.
Finanzielle Sorgen fallen zurück
In den vergangenen Monaten wechselten die Top-Sorgen der Deutschen. In einer Untersuchung der R+V Versicherung AG lag die größte Angst noch im Wegfall der finanziellen Sicherheit begründet. Im Report der Axa Versicherung AG zu den größten Ängsten der Zukunft wurde diese von Energieknappheit angeführt – Konflikte spielten nur eine untergeordnete Rolle.
Auch im Mental Health Report des Versicherers sorgten finanzielle Ängste für schlaflose Nächte und Kopfzerbrechen (1.3.2023). In dieser Untersuchung lag der Ukrainekrieg bereits auf Platz zwei.
Teilnehmer bewerten Sorgen unterschiedlich
Die Untersuchung der Gothaer zeigt neben den Sorgenkindern auch, dass verschiedene Personengruppen die Faktoren unterschiedlich priorisieren. So fürchten beispielsweise mehr ältere Teilnehmer ab 65 Jahren (73 Prozent) den Krieg als jüngere (45 Prozent).
Frauen fürchten sich im Durchschnitt mehr als Männer und erreichen außer bei den Punkten „Verlust des Lebensstandards“ und „Verlust des Arbeitsplatzes“ eine höhere Prozentzahl. Gleichzeitig sind sie aber bedachter, was beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen und das Achten auf die eigene Gesundheit angeht.
So gaben beispielsweise 62 Prozent der Frauen an, sich gesund zu ernähren. Bei den Männern waren es nur 40 Prozent.




