So absatzstark sind Fondstöchter von Versicherern

13.2.2025 (€) – Anleger in Wertpapier-Publikumsfonds der Allianz Asset Management  gaben Anteile im Wert von 3,6 Milliarden Euro zurück. Dies bedeutet den letzten Platz in der BVI-Absatzstatistik. Bei der Ampega Investment flossen 18,7 Millionen Euro ab. Alte Leipziger, Axa-Im, Generali, Hansainvest und Meag dagegen verzeichneten Zuflüsse. Die sieben Versicherungstöchter zusammen halten bei den Wertpapier-Publikumsfonds einen Marktanteil von 13,6 Prozent des Gesamtvermögens. Drittgrößter Spezialfonds-Vermögensverwalter bleibt die Allianz mit 247 Milliarden Euro. Die Regeln für die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Fondsgesellschaften sollen vereinfacht werden.

Das gesamte von der deutschen Fondsindustrie verwaltete Vermögen stieg im Jahr 2024 von 4,1 auf 4,5 Billionen Euro. Davon entfielen auf Spezialfonds 2,18 Billionen Euro und auf die zweitgrößte Fondsgruppe der frei zugänglichen Publikumsfonds 1,56 Billionen Euro.

Von Privatanlegern flossen im Gesamtjahr netto 36,2 Milliarden Euro zu. (VersicherungsJournal 12.2.2025) In diesem Segment erzielten zwei Fondstöchter von Versicherern gegen den Trend ein negatives Absatzergebnis.

Allianz und Ampega verlieren Anleger

Anleger in Wertpapier-Publikumsfonds der Allianz Asset Management GmbH gaben Anteile im Wert von 3,6 Milliarden Euro zurück. Damit belegt die Allianz gemeinsam mit der Blackrock-Gruppe den letzten Platz in der Absatzstatistik.

Auch die zum Talanx-Konzern gehörende Ampega Investment GmbH konnte von der Belebung der Fondsnachfrage nicht profitieren. Bei ihr flossen 18,7 Millionen Euro ab. Die Signal Iduna Asset Management GmbH hat kein unmittelbares Fondsgeschäft.

Die anderen fünf versicherungsnahen Fondsgesellschaften, die Mitglieder des Fondsverbands BVI sind, verzeichneten dagegen Zuflüsse:

Versicherertöchter halten einen Marktanteil von 13,6 Prozent

Die sieben Versicherertöchter zusammen halten bei den Wertpapier-Publikumsfonds einen Marktanteil von 13,6 Prozent des Gesamtvermögens. Unter ihnen ist die Allianz mit einem Bestand von 138 Milliarden Euro oder 9,6 Prozent die größte.

Es folgt Hansainvest mit knapp 22 Milliarden Euro oder 1,5 Prozent. Generali kommt auf einen Marktanteil von 0,9 Prozent, Ampega auf 0,7 Prozent sowie Axa und Meag auf jeweils 0,4 Prozent. Kleinste Gesellschaft bleibt die Alte Leipziger mit fast einer Milliarde Euro oder 0,1 Prozent.

Allianz ist drittgrößter Verwalter von Spezialfonds-Vermögen

Beim verwalteten Vermögen sind offene Spezialfonds mit im Vergleich zum Vorjahr unveränderten 2.183 Milliarden Euro deutlich größer als Publikumsfonds. Ohne Immobilienfonds sind es 2.017 Milliarden Euro. Marktführer sind die Universal-Investment Gruppe mit 485 Milliarden Euro und die HSBC Trinkaus & Burkhardt Gruppe mit 430 Milliarden Euro.

Drittgrößter Spezialfonds-Vermögensverwalter bleibt die Allianz mit 247 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von 12,3 Prozent entspricht. Die Meag hat hier einen Bestand von 74 Milliarden Euro oder 3,7 Prozent. Axa-IM verwaltet 25 Milliarden Euro oder 1,3 Prozent. Die anderen Versicherungstöchter kommen jeweils auf einen Marktanteil von unter einem Prozent.

Nachhaltigkeitsberichtspflichten entschlacken

Erste Schritte zum Bürokratieabbau plant die EU-Kommission in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die in wenigen Wochen erwartete „Omnibus-Initiative“ der Kommission soll die Regeln vereinfachen und entschlacken. Dies wird vom BVI begrüßt.

„Diese Initiative ist gut. Die EU-Kommission darf jedoch bei den Unternehmen nicht aufhören, sondern muss gleichzeitig auch die Berichtsanforderungen an die Assetmanager reduzieren“, kommentierte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter. Denn diese sind auf ESG-Unternehmensdaten angewiesen, um ihre eigenen Pflichten erfüllen zu können.

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