Private Altersvorsorge scheitert oft an mangelndem Vertrauen

28.8.2026 – „Zu wenig finanzieller Spielraum“ ist mit 43 Prozent das am häufigsten genannte Hindernis für den Aufbau einer ausreichenden privaten Altersvorsorge. An zweiter Stelle folgt mit 29 Prozent „zu geringes Vertrauen in die langfristige Verlässlichkeit von Finanz- und Vorsorgeprodukten“. Fehlendes Interesse nennen nur acht Prozent. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegen mangelndes Vertrauen in die langfristige Verlässlichkeit von Finanz- und Vorsorgeprodukten (31 Prozent) und fehlender finanzieller Spielraum (30 Prozent) nahezu gleichauf. In der höchsten untersuchten Einkommensgruppe ist mangelndes Vertrauen sogar mit 38 Prozent das meistgenannte Hindernis.

100 Euro zusätzlicher finanzieller Spielraum im Monat könnten die private Altersvorsorge vieler Menschen stärken. Mehr Vertrauen in Produkte und Berater würden gleichfalls dazu beitragen. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung von 2.004 Erwachsenen in Deutschland, die die Insa-Consulere GmbH im Auftrag des Deutsches Institut für Altersvorsorge GmbH (DIA) durchgeführt hat.

Private Altersvorsorge hat eine hohe Priorität

Über alle Befragten hinweg ist „zu wenig finanzieller Spielraum” mit 43 Prozent das am häufigsten genannte Hindernis für den Aufbau einer ausreichenden privaten Altersvorsorge. An zweiter Stelle folgt mit 29 Prozent „zu geringes Vertrauen in die langfristige Verlässlichkeit von Finanz- und Vorsorgeprodukten“.

Deutlich seltener werden fehlendes Wissen oder mangelnde Orientierung bei der Auswahl geeigneter Vorsorgeprodukte (zehn Prozent) sowie fehlendes Interesse beziehungsweise eine geringe Priorität der Altersvorsorge (acht Prozent) genannt.

Dass die Höhe des Einkommens eine zentrale Rolle spielt, ist wenig überraschend. Zu „fehlendem Wissen“ kommen andere Umfragen aber zu weitaus höheren Werten. So empfinden rund drei Viertel der Menschen in Deutschland das Thema Altersvorsorge als kompliziert (VersicherungsJournal 26.2.2026). Mehr als ein Drittel (37 Prozent) davon beschäftigt sich deshalb nicht aktiv damit.

Bereitschaft zur Vorsorge bei Jüngeren am stärksten ausgeprägt

In allen Altersgruppen zwischen 18 und 59 Jahren gibt eine absolute Mehrheit an, bei dauerhaft 100 Euro mehr im Monat erstmals privat für das Alter vorzusorgen oder die bestehende private Altersvorsorge zu erhöhen.

Besonders ausgeprägt ist die Bereitschaft bei den Jüngeren: 65 Prozent der 18- bis 29-Jährigen würden für ihre Altersvorsorge aktiv werden. Selbst bei den 50- bis 59-Jährigen ist es mit 53 Prozent noch eine absolute Mehrheit.

„Die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge ist größer, als die Debatte bisweilen vermuten lässt“, schließt DIA-Sprecher Peter Schwark daraus. „Was häufig fehlt, sind finanzieller Spielraum und Vertrauen in Vorsorgelösungen. Beim ersten Punkt kann die neue geförderte Altersvorsorge mit 50 Prozent Grund- und zusätzlichen Kinderzulagen zu einem Schub der privaten Altersvorsorge führen.“

Bereitschaft zur Altersvorsorge (Bild: DIA)
Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: DIA)

Mit steigendem Einkommen geht Vertrauen verloren

Bei den 18- bis 29-Jährigen liegen mangelndes Vertrauen in die langfristige Verlässlichkeit von Finanz- und Vorsorgeprodukten (31 Prozent) und fehlender finanzieller Spielraum (30 Prozent) nahezu gleichauf.

Zugleich nennen die jüngeren Befragten häufiger „fehlendes Wissen oder mangelnde Orientierung“: Bei den 18- bis 29-Jährigen und den 30- bis 39-Jährigen sind es jeweils 18 Prozent, bei den älteren Altersgruppen zwischen sechs und zehn Prozent.

Hindernisse (Bild: Wichert)
Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: DIA)

Mit steigendem Einkommen sinkt der Anteil der Befragten, die auf fehlendes Wissen verweisen. Dagegen gewinnt der Faktor „mangelndes Vertrauen“ in die langfristige Verlässlichkeit von Finanz- und Vorsorgeprodukten an Bedeutung. In der höchsten untersuchten Einkommensgruppe (4.000 Euro und mehr) ist mangelndes Vertrauen sogar mit 38 Prozent das meistgenannte Hindernis.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Schlagwörter zu diesem Artikel
Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren