PKV-Qualitätsrating: Nur zwei Krankenversicherer sind sehr gut aufgestellt

16.4.2026 – Im „PKV Qualitätsrating“ von Metzler Ratings – bewertet wurden die Sicherheit und die Ertragskraft – schnitten die Allianz und die Inter am besten ab. Beide schafften es in die zweithöchste Ratingstufe „AA+“. Am anderen Ende der Rangliste finden sich Axa, Huk-Coburg und SDK wieder.

Die Metzler Ratings GmbH ist der Frage nachgegangen, wie die Anbieter der privaten Krankenversicherung (PKV) mit dem zuletzt sehr wechselhaften Zinsumfeld zurechtkommen und wie stabil ihre Ertragslage ist.

Zahlreiche PKV-Anbieter mit stillen Lasten

Nach Angaben der Analysten sind die stillen Lasten der 25 umsatzstärksten privaten Krankenversicherer Ende 2024 auf 8,73 Milliarden Euro gesunken von 10,73 Milliarden Euro zum Vorjahresende. Dies entspreche im Schnitt 2,3 Prozent der Kapitalanlagen insgesamt.

Die Spreizung am Markt sei jedoch groß. Denn während einige Anbieter wie die Allianz Private Krankenversicherungs-AG „bis Ende 2024 sogar wieder stille Reserven von bis zu 3,4 Prozent aufgebaut haben, hatten andere zu diesem Termin stille Lasten von 6,5 Prozent und mehr in den Bilanzen“.

Als Beispiele nennt Dr. Marco Metzler, Geschäftsführer der Ratinggesellschaft, hier unter anderem die Gothaer Krankenversicherung AG, die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. (SDK), die Hallesche Krankenversicherung a.G. und die Axa Krankenversicherung AG.

Stille Lasten und ihre Folgen

Als ein Folgeproblem stiller Lasten bezeichnet Metzler, dass diese umso stärker auf der Nettorendite der angelegten Gelder lasten, je höher sie sind. Dies habe dazu geführt, „dass 2024 die am Kapitalmarkt angelegten Alterungsrückstellungen der 25 größten PKV-Anbieter im ungewichteten Durchschnitt gerade mal eine Nettorendite von 2,64 Prozent abwarfen“.

Die Spanne reichte den Angaben zufolge von 3,9 Prozent bei der Inter Krankenversicherung AG bis zu 1,9 bei der UKV – Union Krankenversicherung AG. „Solch geringe Anlagerenditen reichen nicht mal für den Kapitalerhalt“, so der Versicherungsanalyst.

Hinzu kämen ständig steigende Kosten im Gesundheitssystem sowie die allgemeine Inflation, was zu teils recht hohen Prämiensteigerungen führe. Hier seien Versicherer mit hohen Nettorenditen und geringen stillen Lasten – oder noch besser: mit stillen Reserven – tendenziell eher in der Lage, die Prämien lediglich moderat anzupassen.

Alles in allem ist die Situation der Krankenversicherer für Metzler zwar noch immer nicht rosig, jedoch „auch nicht als ernst oder gar existenzbedrohend“.

Qualitätsrating zur Sicherheit und Ertragsstärke

Für die aktuelle Auflage der Untersuchung „PKV Qualitätsrating 2025“ haben die Analysten die Sicherheitsmittel und die (künftige) Ertragskraft der 25 größten deutschen privaten Krankenversicherer analysiert. Basis waren die Jahresabschlüsse 2024.

Dabei wurde einerseits auf die Nettorendite abgestellt, andererseits auf die Sicherheitsmittelquote (Summe von Eigenkapital, freien RfB und Bewertungsreserven der Kapitalanlagen dividiert durch den Kapitalanlagebestand).

Zur Bewertungssystematik wird mitgeteilt: „Im Anschluss wurden die Sicherheitsmittelquoten der Gesellschaften in Noten von 1,0 bis 7,0 umgerechnet und diese Note dann in Ratings von ‚AAA‘ bis ‚C‘ umgewandelt.“ Genauso wurde bei der Nettorendite verfahren. In die Gesamtnote gingen die beiden Teilratings gleichgewichtet ein.

Zwei PKV-Anbieter mit der Ratingnote „AA+“

Die Bestnote „AAA“ wurde wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 31.10.2024) nicht vergeben. In die zweitbeste Notenstufe „AA+“ schafften es die Allianz Private Krankenversicherungs-AG und die Inter Krankenversicherung AG mit jeweils der Note 1,5.

Die Allianz kam auf die zweithöchste Nettorendite (3,6 Prozent) und die siebthöchste Sicherheitsmittelquote (8,3 Prozent). Die Inter lag bei der Ertragsstärke wie oben erwähnt an erster und bei der Sicherheit an dritter Stelle (9,9 Prozent).

Dahinter folgt in der Gesamtwertung die nicht in der Vollversicherung aktive Ergo Krankenversicherung AG (2,0; „AA“) vor vier Testkandidaten mit der Note 2,5 („A+“). Zu diesem Quartett gehören

Die Sicherheitsmittelquoten der vorgenannten Akteure lagen zwischen 13,2 Prozent (Arag) und 7,4 Prozent (Signal Iduna). Die Nettorenditen bewegten sich zwischen 3,9 Prozent (Inter) und 2,1 Prozent (Arag).

Rote Laterne für Axa, Huk-Coburg und SDK

Schlusslichter sind die Axa, die Huk-Coburg-Krankenversicherung AG und SDK. Sie erhielten mit der Note 5,5 jeweils nur ein „B+“-Rating. Die Nettorenditen lagen dabei zwischen 2,1 Prozent (Huk-Coburg) und 2,4 Prozent (SDK).

Ergebnisliste (Bild: Metzler)
Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: Metzler)

Alle drei kamen auf eine negative Sicherheitsmittelquote. Dies traf nur auf einen weiteren Prüfling zu, und zwar die Gothaer. Diese wies allerdings mit 3,1 Prozent die dritthöchste Nettorendite aus, woraus sich eine Gesamtnote von 4,5 („BB+“) ergab.

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