WERBUNG

Pflegebedürftigkeit tritt zunehmend früher auf

27.3.2026 – Eine aktuelle AOK-Analyse zeigt eine Verschiebung hin zu jüngeren Jahrgängen. Der Anteil der pflegebedürftigen Hochbetagten dagegen nimmt leicht ab.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat erneut auf Basis der AOK-Versichertendaten ausgewertet, wie viele Menschen ab 60 Jahren im eigenen Bestand pro Jahr erstmals einen Pflegegrad erhalten. 2024 wurden demnach 349.142 AOK-Versicherte dieser Altersklasse erstmals pflegebedürftig. Im Vergleich zum Vorjahr (358.526) entspricht das einem Rückgang um 2,6 Prozent.

Das widerspricht dem verbreiteten Bild, wonach jedes Jahr mehr ältere Menschen neu pflegebedürftig werden. Nach dem starken Anstieg infolge der Pflegestärkungsgesetze ab 2017 (VersicherungsJournal 23.12.2016) bewegte sich seither die Zahl der Neuzugänge laut WIdO auf einem konstanten – wenn auch hohen – Niveau. Sie schwankt bei den AOKen zwischen 340.000 und knapp 360.000 Fällen pro Jahr.

Verschiebung bei der Altersstruktur

Auffällig ist vor allem eine Verschiebung bei der Altersstruktur: Menschen werden im Schnitt früher pflegebedürftig. Lag das Durchschnittsalter beim Pflegeeintritt 2019 noch bei 79,5 Jahren, waren es 2024 nur noch 77,9 Jahre. Besonders deutlich zeigt sich das bei den 60- bis 69-Jährigen, deren Anteil an den Neuzugängen im gleichen Zeitraum von 13,9 auf 19,5 Prozent gestiegen ist.

Anteile Pflegebedürftige (Bild: WIdO)
Zum Vergrößern Bild klicken.

Die meisten Neuzugänge im Jahr 2024 entfielen mit 51,5 Prozent auf die Gruppe der 80-Jährigen und älter. 57,1 Prozent der neu Pflegebedürftigen waren weiblich, 42,9 Prozent männlich. Dass Frauen einen höheren Anteil haben, hängt auch damit zusammen, dass ihre Lebenserwartung in Deutschland rund 4,5 Jahre über der der Männer liegt (22.7.2025).

WERBUNG

Verlagerung hin zu leichteren Einschränkungen

Auch bei den Pflegegraden zeigt sich eine Verschiebung hin zu leichteren Einschränkungen. Hochgradige Pflegebedürftigkeit trat dabei seltener auf, die Pflege beginnt häufiger früh und mit vergleichsweise geringen Beeinträchtigungen:

  • Im Jahr 2019 entfielen 29,0 Prozent der Neuzugänge ab 60 Jahren auf Pflegegrad 1 und 46,8 Prozent auf Pflegegrad 2. 2024 stieg der Anteil von Pflegegrad 1 auf 33,8 Prozent, während Pflegegrad 2 mit 46,1 Prozent ungefähr auf Vorjahresniveau blieb.
  • Hochgradige Pflegebedürftigkeit nahm dagegen ab: Pflegegrad 4 sank von 5,4 auf 3,8 Prozent, Pflegegrad 5 von 1,9 auf 1,3 Prozent.
Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebenserwartung · Sterbetafel
 
WERBUNG
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Noch erfolgreicher Kundengespräche führen

Geraten Sie in Verkaufssituationen immer wieder an Grenzen?
Wie Sie unterschiedliche Persönlichkeitstypen zielgerichtet ansprechen, erfahren Sie im Praktikerhandbuch „Vertriebsgötter“.

Interessiert? Dann können Sie das Buch ab sofort zum vergünstigten Schnäppchenpreis unter diesem Link bestellen.

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
31.10.2025 – Destatis hat aktuelle Zahlen zur Lebensdauer veröffentlicht. Zwischen den Geschlechtern zeigen sich teils massive Unterschiede. Insgesamt ist die Sterblichkeit von männlichen Personen deutlich höher ausgeprägt als die der Frauen. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
30.9.2025 – Die Lebenserwartung der Menschen hierzulande steigt. Insbesondere für Frauen wächst die Chance, das 100. Lebensjahr zu vollenden, wie aktuelle Daten zeigen. Das verdeutlicht, wie real das Langlebigkeitsrisiko ist – und wie es für die Ruhestandsplanung immer wichtiger wird. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
22.7.2025 – Aktuelle Zahlen von Destatis zeigen, wie alt neugeborene Mädchen und Jungen wie auch Personen in bestimmten Lebensaltern im statistischen Mittel werden können. Je nach Region bestehen erhebliche Unterschiede. (Bild: Wichert) mehr ...
 
7.4.2025 – Dass Altersarmut oft weiblich ist, dürfte den meisten Vermittlern zwar bekannt sein. Die finanziellen Probleme vieler Rentnerinnen drohen sich aber noch erheblich zuzuspitzen. Abhilfe könnte laut Verbraucherschützern ein obligatorischer Riester-Nachfolger sein, der auf Sparen im Kollektiv setzt. (Bild: Tama66, Pixabay-Inhaltslizenz) mehr ...
 
21.1.2025 – Nach Angaben der Bundesregierung zeigen die Sterbetafeln überraschende Tendenzen. Welche Herausforderungen Experten dadurch beispielsweise im Bereich der Pflege vorhersagen. (Bild: Destatis) mehr ...
 
15.1.2025 – Wovon hängt die Bereitschaft ab, privat und betrieblich für das Alter vorzusorgen? Wie persönliche Annahmen zur Lebenserwartung dazu beitragen, wurde in einer Studie erforscht. Auswirkungen gibt es auf die Vorsorgebereitschaft wie auch auf die Anzahl der abgeschlossenen Produkte. (Bild: Pixabay CC0/Reneecporter) mehr ...