16.1.2012 (€) – Die Bundesregierung will bei der staatlich geförderten Altersvorsorge per Gesetz die Produktinformations-Blätter vereinheitlichen, damit die verschiedenen Riester- und Rürup-Produkte für den Verbraucher leichter verständlich und auch vergleichbar werden. Bei der Kostendarstellung dürfte sich die Renditeminderung (Reduction in Yield) durchsetzen. Experten plädieren zudem dafür, diese Renditeminderung auch in Euro anzugeben, damit der Verbraucher eine Größenvorstellung bekommt.
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hatte das Institut für Finanzdienstleistungen e.V. (IFF) damit beauftragt, ein Muster-Produktinformations-Blatt zu entwickeln. Dabei hatte das Ministerium die einzelnen Inhalte sowie den Umfang von zwei Seiten bereits vorgegeben. Das Gutachten werde jetzt ausgewertet, teilte das BMF mit.
Produktinformations-Blatt soll Vergleiche möglich machen
Mit dem vom IFF entwickelten Muster können nach Angaben der Gutachter sowohl Rentenversicherungen als auch Investmentfonds, Banksparpläne und auch Wohn-Riester-Produkte miteinander verglichen werden.
Um Transparenz bei den Kosten herzustellen, soll eine einheitliche Kostengröße als Prozentsatz (Reduction in Yield) ausgewiesen werden. Zusätzlich sollen die Gesamtkosten in Euro genannt werden.
Da der Verbraucher oft nicht wisse, dass zu Vertragsbeginn besonders hohe Kosten anfallen, sollen Abschluss und Vertriebskosten ebenfalls in einem Gesamtbetrag beziffert werden. Zudem sollen die Verluste bei Kündigung über alle Produktarten hinweg ausgewiesen werden. Der Verlust soll konkret in Euro angegeben werden.
Zulagen und Steuervorteile gehen nicht in die Renditeberechnungen ein. „Der Verbraucher soll sich stärker mit Renditen, Koten und Risiken beschäftigen als mit der Höhe der staatlichen Förderung, die produktunabhängig erfolgt“, erklärt das IFF.
Neue Formblätter zeigen gute Testergebnisse
In Befragungen von Verbrauchern wurde ausführlich getestet, ob mit den neu gestalteten Produktinformations-Blättern auch die Ziele Verständlichkeit der Informationen und Vergleichbarkeit der Produkte erreicht werden können.
So hätten bei Verständnisfragen zwischen einer fondsgebundenen Rentenversicherung und einem Banksparplan zwischen 72 und 83 Prozent der befragten Personen richtige Antworten gegeben. In die Ausgestaltung des Produktinformations-Blatts waren auch die Branchen- und Verbraucherverbände mit einbezogen worden.
Damit der Verbraucher sich bereits im Vorfeld eine Meinung über ein Riester- oder Rürup-Produkt bilden kann, wird eine Veröffentlichungs-Pflicht im Internet vorgeschlagen. Zudem sollen auf einer staatlichen Internetseite weitergehende Detailinformationen zu den Inhalten des Produktinformations-Blatts vorgehalten werden, falls Verbraucher weitergehende Verständnisfragen haben. Dargestellt sollen hier auch beispielhafte Produktvergleiche.




