6.5.2026 – In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern traten 2025 nach einer Auswertung des Versicherers Verti die meisten Hagelschäden auf. Bei den Städten waren Leipzig, Dortmund und München am häufigsten betroffen.
Die Verti Versicherung AG hat zum dritten Mal ihren rund eine Million Verträge umfassenden Bestand ausgewertet und analysiert, in welchen Regionen und Großstädten besonders häufig Hagelschäden in der Kfz-Kaskoversicherung gemeldet wurden. Ergebnis ist der Hagelatlas 2026 (PDF, 437 KB).
2025 erneut weniger Schäden durch Naturgefahren an Kraftfahrzeugen
Dem Bericht stellt der Direktversicherer erneut allgemeine Zahlen zur Schadensentwicklung voran, die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) stammen. Demnach ist die Schadenbelastung durch Naturgefahren in der Kfz-Versicherung erheblich gesunken.
2024 zahlten die Versicherer rund 1,2 Milliarden Euro für Schäden an Kraftfahrzeugen durch Sturm, Hagel, Blitz und Überschwemmung. Im Jahr 2025 waren es noch etwa 650 Millionen Euro – ein Rückgang um knapp 46 Prozent.
Bundesweit wurden 2025 rund 190.000 Schäden an Kraftfahrzeugen durch Naturgefahren gemeldet. Die durchschnittliche Schadensumme pro Einzelschaden betrug 3.400 Euro. Wie viele dieser Schäden bundesweit auf Hagel entfielen, weist der Versichererverband nicht separat aus.
Entsprechend verzeichnete auch Verti deutlich weniger Hagelschäden, ohne dass der Versicherer hierzu eine genaue Zahl nennt. Die Zahl der gemeldeten Schäden ging um 43,1 Prozent zurück, nachdem sie bereits im Vorjahr um 44,3 Prozent gesunken war (VersicherungsJournal 6.5.2025). Allerdings war 2023 mit einem Anstieg von 130 Prozent ein außergewöhnlich schadenträchtiges Jahr.
Die Hagel-Hotspots nach Bundesländern
Hagelschwerpunkte liegen laut Verti vor allem im Süden Deutschlands. Insbesondere Bayern und Baden-Württemberg zählen regelmäßig zu den am stärksten betroffenen Bundesländern – auch in den beiden Jahren zuvor waren sie unter den Top Drei. Ursache seien vor allem die Alpen, die feuchte Luft zum Aufsteigen zwingen und so im Sommer die Bildung kräftiger Gewitter begünstigen würden.
Auch Mittelgebirgsregionen wie Schwarzwald, Harz, Thüringer Wald und Taunus weisen eine erhöhte Hagelgefahr auf. Grundsätzlich könne Hagel jedoch in ganz Deutschland auftreten, so heißt es im Hagelatlas, da sich Gewitterlagen insbesondere im Sommer kurzfristig und lokal sehr unterschiedlich entwickeln.
So wurden die meisten Hagelschäden 2025 in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern registriert, die im Hagelatlas in die Kategorie „stark betroffen“ einsortiert werden. Mittelmäßig betroffen seien Niedersachsen, Sachsen und Thüringen. Alle anderen Bundesländer seien „wenig betroffen“ gewesen. Die wenigsten Hagelschäden wurden in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen gemeldet.
Der Versicherer teilt mit, dass die Berechnungen auf eigenen Schadenfällen beruhen, beantwortet jedoch auf Nachfrage bis zum Redaktionsschluss nicht, welche genauen Zahlen zugrunde liegen und wie er die Kategorien „stark betroffen“, „mittelmäßig betroffen“ und „wenig betroffen“ definiert.

- (Bild: Verti)
Leipzig ist Hagelhauptstadt Deutschlands
Darüber hinaus wertet Verti die deutschen Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern danach aus, wo die meisten Schadenfälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl gemeldet werden.
Die Ergebnisse seien unter dem Blickwinkel zu betrachten, dass Hagelereignisse sehr punktuell auftreten. Hagelzellen könnten demnach innerhalb weniger Minuten entstehen, sich rasch verlagern und oft nur wenige Straßenzüge treffen, während benachbarte Stadtteile nahezu unberührt blieben.
Die meisten Hagelschäden im Verhältnis zur Einwohnerzahl wurden demnach 2025 in Leipzig registriert. Auch in den beiden Vorjahren lag die sächsische Stadt stets unter den Top-3. Es folgen Dortmund, München, Duisburg und Stuttgart.

- (Bild: Verti)
Hagelschäden treten vor allem im Spätfrühling und Sommer auf
Hagel könne grundsätzlich ganzjährig auftreten, trete in Deutschland jedoch vor allem im Spätfrühling und Sommer gehäuft auf, so berichtet Verti. Die Hauptsaison liege zwischen Mai und August, wenn feuchtwarme Luft, intensive Sonneneinstrahlung und ausgeprägte Temperaturunterschiede zwischen Boden und höheren Luftschichten kräftige Aufwinde begünstigten.
Entsprechend sei das Hagelrisiko in diesen Monaten am höchsten, auch wenn vereinzelt bereits im April Hagelschauer auftreten könnten. Grundsätzlich gelte: Je wärmer, feuchter und energiereicher die Atmosphäre, desto wahrscheinlicher sei die Bildung von Hagel.
Mögliche Einschränkung der Verkehrssicherheit
Verti weist darauf hin, dass Hagelschäden nicht nur optische Beeinträchtigungen am Auto verursachen. Zwar seien viele Schäden – etwa Dellen in der Karosserie – unproblematisch. Kleinere Einschläge könnten jedoch gefährliche Folgeschäden nach sich ziehen, etwa Risse in Autoscheiben.
Zudem können beschädigte Sensoren, Kameras oder Beleuchtungssysteme die Funktion von Fahrerassistenzsystemen beeinträchtigen und damit die Verkehrssicherheit einschränken.




