Immobilienmarkt: Nur Mehrfamilienhäuser werden deutlich teurer

6.2.2026 – Der Kaufpreisindex Greix deutet auf eine sehr uneinheitliche Lage hin: Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen hierzulande haben in den drei letzten Monaten des vergangenen Jahres relativ selten den Besitzer gewechselt. Eine höhere Marktaktivität – verbunden mit hohen Transaktionssummen – verzeichnen Gebäude für mehrere Parteien.

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Der Preisanstieg auf dem deutschen Markt für Wohnimmobilien hat sich zum Ende des vergangenen Jahres abgeflacht. Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen nur moderat, Eigentumswohnungen wurden sogar leicht günstiger. In allen Marktsegmenten nahm die Zahl der Transaktionen zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember 2025 hingegen einheitlich weiter zu.

Das zeigt das aktuell veröffentlichte Update des German Real Estate Index (Greix). Er ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte und Econtribute, einer gemeinsamen Initiative der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Universität zu Köln, sowie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW).

„Die Wachstumsrate flacht ab. Das heißt, die Preise steigen weiterhin – jedoch weniger stark”, erklärt Jonas Zdrzalek, IfW-Projektleiter des Index, der die Entwicklung der Kaufpreise in 24 Städten und Regionen abbildet. „Gleichzeitig nimmt die Marktaktivität zwar zu, allerdings in geringerem Tempo.”

Vergleich zum Vorquartal: Preise für Eigentumswohnungen sinken

Im Vergleich zum Vorquartal von Juli bis September 2025 (VersicherungsJournal 10.11.2025) sanken die Preise für Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent. Inflationsbereinigt, das heißt gemessen an der aktuellen Kaufkraft, sanken sie sogar um 0,6 Prozent.

Bei Einfamilienhäusern stiegen die Preise hingegen um 0,8 Prozent. Nach Abzug der in den Immobilienpreisen enthaltenen Inflation war es hingegen nur noch ein Zuwachs um 0,4 Prozent.

Mit einem Plus um 4,0 Prozent (inflationsbereinigt 3,7 Prozent) wurden Mehrfamilienhäuser hingegen deutlich teurer gehandelt. Aufgrund der geringen Anzahl an Verkäufen ist die Aussagekraft in diesem Segment jedoch begrenzt.

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Vergleich zum Vorjahresquartal: Kaufpreise steigen leicht an

Im Vergleich zum letzten Vierteljahr 2024 (10.2.2025) zeigt sich nur noch ein leichter Anstieg der Kaufpreise. Eigentumswohnungen stiegen auf Jahressicht um 1,5 Prozent im Preis, Einfamilienhäuser um 1,6 Prozent.

Damit lagen die Preise für Eigentumswohnungen zwar das sechste Quartal in Folge über dem jeweiligen Vorjahresniveau. Allerdings liegen die Zuwächse für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser unter der allgemeinen Teuerung von etwa 2,2 Prozent. Inflationsbereinigt sind die Preise damit in diesen beiden Segmenten leicht gesunken.

Anders ist das Bild bei den Preisen für Mehrfamilienhäuser. Sie verzeichneten mit einem Sprung um 4,8 Prozent (inflationsbereinigt 2,6 Prozent) einen klaren Realzuwachs gegenüber dem Vorjahresquartal.

Trend: Anzahl der Immobilien-Transaktionen nimmt langsamer zu

Nach dem starken Einbruch im Jahr 2023 (9.2.2024) nahm die Marktaktivität im Folgejahr 2024 (10.2.2025) wieder spürbar zu.

Anzahl Transaktionen nach Marktsegmenten bis Q4 2025; Greix-Kaufpreisindex 2018 = 100 (Bild: IfW)
Anzahl Transaktionen nach Marktsegmenten bis Q4 2025; Greix-Kaufpreisindex 2018 = 100 (Bild: IfW)

Diese Entwicklung setzte sich 2025 fort, allerdings mit geringeren Wachstumsraten. Im Vergleich zum Vorjahr wurden

  • 4,1 Prozent mehr Eigentumswohnungen,
  • 1,9 Prozent mehr Einfamilienhäuser und
  • 8,9 Prozent mehr Mehrfamilienhäuser verkauft.

Uneinheitliche Preisentwicklung in den Großstädten

„Die regionalen Unterschiede bleiben im vierten Quartal 2025 ausgeprägt“, berichtet Zdrzalek. „Während einige Städte weiter Aufholbewegungen zeigen, treten andere Märkte zum Jahresende auf der Stelle oder verzeichnen Rückgänge.“

In Leipzig stiegen die Preise im Quartalsvergleich demnach kräftig um 2,9 Prozent. Auch in Stuttgart legten sie mit 1,4 Prozent deutlich zu und in Frankfurt am Main erhöhten sie sich moderat um 0,6 Prozent.

In Berlin gingen die Preise dagegen um 1,5 Prozent zurück. Weil für Dresden, Hamburg und München noch keine Daten zum vierten Quartal 2025 vorliegen, können die Analysten noch keine Aussage zum durchschnittlichen Preistrend in Deutschlands Großstädten treffen.

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