Gewerbeimmobilienmarkt erstmals wieder mit kleinem Plus

13.2.2025 (€) – Die Immobilienpreise haben sich erholt. Insbesondere die Preise für Wohnimmobilien zogen zum Ende des vergangenen Jahres leicht an. Aber auch Gewerbeimmobilien wurden wieder etwas teurer – erstmals seit Mitte 2022. Dies zeigt der Immobilienpreisindex des VDP.

„Die Entwicklung der Immobilienpreise ist wieder durchgängig positiv, aber eine dynamische Aufwärtsbewegung ist noch nicht in Sicht“, berichtet Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (VDP) e.V. Vor allem am Gewerbeimmobilienmarkt herrsche weiterhin Zurückhaltung.

Die Interessenvertretung ermittelt seit 2010 unter Verwendung hedonischer Modelle quartalsweise Kennzahlen zu den wichtigsten Segmenten des deutschen Immobilienmarktes. Grundlage bilden die von mehr als 700 Kreditinstituten der deutschen Finanzwirtschaft übermittelten Transaktionsdaten zu ihrem tatsächlich realisierten Immobilienfinanzierungsgeschäft.

Mehrfamilienhäuser verzeichneten stärksten Preisauftrieb

Demnach schließt der Markt das vergangene Jahr mit einem Plus ab. Der VDP-Immobilienpreisindex kletterte im vierten Quartal auf 178,4 Punkte und lag damit 1,8 Prozent oberhalb des Wertes aus dem vierten Quartal 2023. Gegenüber dem direkten Vorquartal betrug der Preisanstieg 0,6 Prozent.

Diese Aufwärtsbewegung beruhte vor allem auf den Wohnimmobilienpreisen, die im Vergleich zum Abschlussquartal 2023 um 2,1 Prozent und im Vergleich zum dritten Quartal 2024 um 0,7 Prozent zulegten.

Den stärksten Preisauftrieb verzeichnete das Segment der Mehrfamilienhäuser mit einem Zuwachs von 2,9 Prozent gegenüber dem Schlussquartal 2023 und von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern erhöhten sich zwar um 4,6 Prozent auf Jahres- und um 1,0 Prozent auf Quartalssicht. Jedoch nahmen die Renditen von Mietobjekten, gemessen am VDP-Index für Liegenschaftszinsen, gegenüber dem vierten Quartal 2023 nur um 1,6 Prozent zu – laut dem Verband bedeutete dies den geringsten Renditezuwachs seit dem dritten Quartal 2022.

Büros werden erstmals seit Mitte 2022 wieder etwas teurer

Aber auch die Preise für Gewerbeimmobilien, also für Büro- und Einzelhandelsimmobilien, zogen zwischen Oktober und Dezember an – erstmals seit Mitte 2022. Das Wachstum lag im Vergleich zum Vorjahresquartal bei leichten 0,5 Prozent und zum Vorquartal bei zarten 0,3 Prozent.

Dazu trugen insbesondere Büroimmobilien bei. Diese verteuern sich zwischen den Schlussquartalen 2023 und 2024 um 0,7 Prozent und gegenüber dem direkten Vorquartal um 0,2 Prozent.

Einzelhandelsimmobilienpreise dagegen notierten im Vergleich zum Vorjahresquartal (minus 0,2 Prozent) noch im Negativbereich, sprangen im Quartalsvergleich (0,4 Prozent) jedoch ebenfalls ins Plus.

Beide Segmente verbuchten Zuwächse sowohl bei Renditen als auch bei Neuvertragsmieten. Im Vergleich zum Schlussquartal 2023 stiegen Büromieten um 2,7 Prozent und Mieten für Handelsimmobilien um 3,0 Prozent. Die positiven Renditeentwicklungen, gemessen am VDP-Liegenschaftszinssatzindex, betrugen auf Jahressicht 2,0 Prozent beziehungsweise 3,2 Prozent.

VDP-Immobilienpreisindex viertes Quartal 2024 (Bild: VDP)
VDP-Immobilienpreisindex viertes Quartal 2024 (Bild: VDP)

Langfristige Auswirkung mobilen Arbeitens ungewiss

Eine belastbare Einschätzung der zukünftigen Preisentwicklung ist VDP-Hauptgeschäftsführer Tolckmitt zufolge mit großen Unsicherheiten behaftet.

Viel hänge von der wirtschaftlichen Entwicklung und davon ab, ob die Investorennachfrage in den nächsten Quartalen anziehe. Zudem sei weiterhin die langfristige Auswirkung mobilen Arbeitens auf die Nutzung von Büroimmobilien ungewiss.

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