Franke und Bornberg kürt die besten Risikolebensversicherungen

17.3.2026 – Das Analysehaus Franke und Bornberg hat sein „Produktrating Risiko-Lebensversicherung“ neu aufgelegt. Dabei erhielten 16 Produktgeber (Allianz, Baloise, BdV Mitgliederservice, Continentale, Cosmos, Delta Direkt, Dialog, Ergo Vorsorge, Europa, Hannoversche, Huk 24, Huk-Coburg, Ideal, LV 1871, VRK und VPV) für mindestens eine Offerte die Höchstnote „FFF+“. Unter die Lupe genommen wurden insgesamt 248 Angebote.

Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat ihr „Produktrating Risikolebensversicherung“ aktualisiert und die Ergebnisse am Donnerstag veröffentlicht.

Als Quellen für das Rating werden nach Unternehmensangaben ausschließlich die Versicherungsbedingungen sowie gegebenenfalls verbindliche Verbraucherinformationen, Antragsformulare, Versicherungsscheine, Geschäftsberichte und per Stichprobe verifizierte Daten genutzt.

Die Testkandidaten wurden zunächst dahingehend überprüft, in welchen Ausprägungen beziehungsweise Varianten welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden, wird zur methodischen Vorgehensweise erläutert.

Bewertung von null bis 100 und Mindeststandards

Die Qualität der jeweiligen Regelungen wurde in einem nächsten Schritt auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet.

Die Klassen sind den Angaben zufolge „in ihrer Bandbreite so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen. Zusätzlich werden Mindeststandards berücksichtigt“. Die sieben Bewertungsklassen reichen von „FFF+“ („hervorragend“) bis „F-“ („ungenügend“).

Geänderte Gewichtungen

Im Vergleich zur vorherigen Ratingauflage (VersicherungsJournal 13.3.2025). haben die Analysten einige Änderungen an der Bewertungssystematik vorgenommen.

So wurde etwa das Kriterium zum Verzicht auf Leistungsausschlüsse bei Terrorakten sowie ABC-Waffen und ABC-Stoffen inhaltlich überarbeitet, damit die veränderte Risikolage und aktuelle Marktentwicklungen angemessen widergespiegelt werden. Zudem wurden die Gewichtungen verschiedener Kriterien neu kalibriert. Konkretere Angaben machte FuB nicht.

Insgesamt gingen 36 Prüfpunkte mit unterschiedlicher Gewichtung in die Ratingbewertung ein. Weitere Details zur Methodik können in der „Bewertungsrichtlinie Risikolebensversicherung“ (PDF, 268 KB) nachgelesen werden. Dort werden auch eventuelle Mindestkriterien für bestimmte Ratingklassen erläutert.

Noten von „hervorragend“ bis „mangelhaft“

Die Analysten haben 248 Tarifkombinationen von 55 Gesellschaften unter die Lupe genommen. An knapp jede fünfte Offerte wurde die Höchstnote „FFF+“ („hervorragend“) vergeben.

Annähernd jedes fünfte Angebot erhielt ein „sehr gut“ („FFF“) und 38 Prozent der Testkandidaten ein „gut“ („FF+“). Für 24 Tarife reichte es nur zu einem „ausreichend“ („F+“), für drei Offerten sogar nur zu einem „mangelhaft“ („F“). Schlechtere Noten wurden nicht vergeben.

Notenspiegel (Bild: Wichert)

Kritik an fehlenden Verlängerungsoptionen

Damit wurden mehr als drei von vier Testkandidaten in die drei höchsten Notenklassen eingeteilt. Dies werten die Analysten als „ein Zeichen für das hohe Qualitätsniveau in der Breite des Marktes.“ Allerdings bleibe die Luft an der Spitze dünn, denn für die Höchstnote müsse ein Produkt nicht nur bei den Standardkriterien, sondern bei allen relevanten Aspekten punkten.

Für FuB-Geschäftsführer Michael Franke sind gute Bedingungen „kein Selbstläufer – sie entstehen dort, wo Versicherer den Hinterbliebenenschutz konsequent zu Ende denken und nicht bei der marktüblichen Mindestlösung stehenbleiben“.

So seien unter anderem fehlende Verlängerungsoptionen der häufigste Grund, warum Tarife den Mindeststandard für die höchsten Noten verfehlen. Daneben zeigen sich Lücken bei Zusatzleistungen – etwa Kinder-Bonus, Sofortleistung sowie erhöhte Leistungen bei Unfalltod oder Tod im Ausland. Wer Hinterbliebene umfassend absichern will, sollte genau hier hinschauen“, wird herausgestellt.

Gut jeder vierte getestete Anbieter erreichte die Bestnote

Zu den Anbietern mit mindestens einem „FFF+“-Produkt gehören in alphabetischer Reihenfolge die

Im Vorjahr hatten es beim damaligen Bewertungsraster die BdV Mitgliederservice und die Ergo Vorsorge nicht unter die Akteure mit einem Toptarif geschafft.

Aktuell nicht mehr aufgeführt werden, anders als vor Jahresfrist, die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, die Credit Life AG, die Dortmunder Lebensversicherung AG, die Provinzial Lebensversicherung AG, die Signal Iduna Lebensversicherung AG und die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG.

Markt hat wieder ins Minus gedreht

Zur Marktentwicklung teilte Franke und Bornberg mit, dass der RLV-Markt wieder unter Druck geraten sei. So sei der Neuzugang um 6,7 Prozent auf 722.700 Neuverträge zurückgegangen. Treiber sei die schwächere Nachfrage nach Baufinanzierungen, die das RLV-Neugeschäft traditionell anfeuere.

Auch wenn der Bestand um 1,6 Prozent auf 9,73 Millionen Stück nachgegeben habe, so sei die durchschnittliche Versicherungssumme um gut drei Prozent auf 94.159 Euro gestiegen. Dazu Franke: „Eine Erholung des Immobilienmarkts dürfte das Neugeschäft wieder ankurbeln – der strukturelle Bedarf nach Hinterbliebenenschutz ist ungebrochen“.

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