22.5.2026 – Das Analysehaus Franke und Bornberg hat erstmals ein „Produktrating Fahrradversicherung“ vorgelegt. Dabei erhielten je zwei Angebote von Adcuri, Barmenia und Häger sowie eine Lösung von Adam Riese die Höchstnote „FFF+“. Untersucht wurden insgesamt 83 Offerten von 36 Anbietern.
Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat erstmals die Bedingungsqualität von Fahrradversicherungspolicen unter die Lupe genommen und Mitte Mai die Ratingergebnisse veröffentlicht.
Zum Hintergrund teilen die Analysten mit: „Viele Versicherungsnehmer gehen davon aus, ihr Fahrrad sei über die Hausratversicherung rundum geschützt. Das stimmt nur bedingt.
Hausrattarife schließen Fahrräder zwar häufig gegen Diebstahl ein, doch Kaskoschäden – also Schäden durch Sturz, Kollision oder Vandalismus – sowie Schutzbriefleistungen wie Pannenhilfe oder Transportkostenerstattung sucht man dort meist vergeblich. Wer umfassenden Schutz sucht, kommt an einer eigenständigen Fahrradversicherung nicht vorbei.“
So wurden die Fahrradversicherungen bewertet
Der von FuB konzipierte Bewertungskatalog besteht aus 63 unterschiedlich gewichteten Prüfkriterien. Diese sind thematisch zwölf Hauptpunkten zugeordnet und reichen von „A“ wie Anpassungsmöglichkeiten über „D“ wie Diebstahl und „G“ wie grobe Fahrlässigkeit bis „V“ wie versicherte Schäden.
Als Quellen für das Rating werden nach Unternehmensangaben ausschließlich die Versicherungsbedingungen sowie gegebenenfalls verbindliche Verbraucherinformationen, Antragsformulare, Versicherungsscheine, Geschäftsberichte und per Stichprobe verifizierte Daten genutzt.
Zunächst wurden die Produkte in einem Benchmarkingverfahren dahingehend überprüft, in welcher Ausprägung oder Qualität welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden. Dies wird zur methodischen Vorgehensweise erläutert.
Von null bis 100 …
Die Qualität der jeweiligen Regelungen wurde in einem nächsten Schritt auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet.
Um die Gesamtqualität der Tarife zu messen, hat das Analysehaus auf sein siebenstufiges Bewertungsschema von „FFF+“ („hervorragend“) über „FFF“ („sehr gut“) bis „F-“ („ungenügend“) zurückgegriffen.
Die Klassen sind nach eigenen Angaben so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen. Innerhalb der Ratingklassen sorgen zusätzliche Schulnoten für weitere Differenzierung.
… und Mindeststandards
Zudem müssen für eine Einordnung in bestimmte Ratingklassen zusätzliche Mindeststandards erfüllt werden. So müssen Toptarife „unter anderem Carbonfahrräder versichern, grobe Fahrlässigkeit ohne Einschränkung einschließen, Fahrradanhänger mit mindestens 500 Euro Deckung für Kinderanhänger absichern, eine Neuwerterstattung von mindestens drei Jahren vorsehen und beim Schloss lediglich ein verkehrsübliches Schloss ohne weitere Vorgaben fordern“, so die Analysten.
Weitere Details hierzu sowie zum Ratingverfahren allgemein sind in der Bewertungsrichtlinie Fahrradversicherung (PDF, 246 KB) nachzulesen.
Nur sieben Testkandidaten mit der Höchstnote
Von den untersuchten 201 Tarifkombinationen in diesem Segment schnitten nur drei mit der Höchstnote „FFF+“ („hervorragend“) ab. Dies waren
- „Fahrradversicherung XXL“ der Adam Riese GmbH,
- „Fahrrad-/E-Bike-Versicherung“ und „Fahrrad-/E-Bike-Versicherung + Akku-Premium-Schutz“ der Adcuri GmbH (Risikoträger: Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG),
- „Fahrrad-/E-Bike-Versicherung“ und „Fahrrad-/E-Bike-Versicherung + Akku-Premium-Schutz“ der Barmenia und
- „RadKasko Top-Privat 2.1“ und „RadKasko Top-Privat 2.1 + Reisegepäckversicherung für Radreisen“ des Häger Versicherungsvereins a.G.
28 weitere Offerten bekamen mit „FFF“ („sehr gut“) die zweitbeste Note. An 25 weitere Tarifkonfigurationen wurde die Note „FF+“ („gut“) vergeben, Ein „befriedigend“ („FF“) bekamen 13 Testkandidaten, Sieben Lösungen kamen über ein „ausreichend“ (F+“) und drei Angebote über ein „mangelhaft“ („F“) nicht hinaus.
Laut Christian Monke, Leiter Ratings Private Risiken bei FuB, trennt sich beim Diebstahl „die Spreu vom Weizen: Viele Tarife stellen überzogene Anforderungen an das verwendete Schloss oder decken Anhänger, Gepäck oder Zubehör gar nicht oder nur unzureichend ab“.





