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Die (un)profitabelsten Hausratversicherer

7.11.2019 – Der Versicherungszweig Hausrat war auch 2018 für die 50 größten Anbieter zum Teil hoch profitabel. Alle erzielten eine Combined Ratio von unter 100 Prozent. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2013-2018: Hausratversicherung“. Auf den mit Abstand niedrigsten Wert kam die Cosmos, auf den höchsten die Rhion.

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Die verbundene Hausratversicherung gehört bereits seit Langem zu den ertragsreichsten Versicherungszweigen in der Schaden-/ Unfallversicherung. Im vergangen Jahr haben die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Versicherer mehr als 25 Cent Gewinn pro Beitragseuro geschrieben.

Seit 2002 immer schwarze Zahlen

Dabei ist die Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) zum fünften Mal in Folge gesunken – auf den aktuell niedrigsten Wert seit 2002. Eine Quote von unter 75 Prozent gab es im Betrachtungszeitraum nur einmal zuvor, und zwar 2008. Im Jahr 2002 machten die Hausratversicherer hingegen nur drei Cent Gewinn.

Combined Ratio Branche (Bild: Wichert)

Letzteres ist auf „die extremen Sturm- und Überschwemmungs-Ereignisse des Katastrophenjahres 2002“ zurückzuführen, schrieb der Versichererverband seinerzeit in seinem Jahrbuch 2003.

In der Hausratversicherung war der Schadenaufwand damals um fast ein Fünftel auf knapp 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Die Zahl der Schäden erhöhte sich sogar um über ein Viertel auf fast 1,75 Millionen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hat die Branche 1,27 Milliarden Euro für etwa 987.000 Schäden bezahlt.

Alle 50 größten Versicherer in der Gewinnzone

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften betrachtet, wird die Profitabilität dieses Versicherungszweiges ersichtlich. Dies zeigt der jüngst veröffentlichte „Branchenmonitor 2013-2018: Hausratversicherung“.

Dieser wird von der V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der Sirius Campus GmbH durchgeführt und erfasst zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer in dieser Sparte mit rund 91 Prozent Marktanteil.

Dem Branchenmonitor zufolge konnten 2018, wie in den beiden Jahr zuvor (VersicherungsJournal 7.11.2018, 15.11.2017), alle aufgelisteten Unternehmen einen versicherungs-technischen Gewinn in Hausrat schreiben. Im Jahr davor war das einem Anbieter nicht gelungen (12.12.2016).

Rhion mit der höchsten Quote

Nur so gerade eben in der Gewinnzone landete mit einer Quote von fast 98 Prozent die Rhion Versicherung AG. Die Gesellschaft hatte schon 2017 die dritthöchste Combined Ratio zu verzeichnen. Konkrete Gründe nennt das Unternehmen in den „Bemerkungen zu den einzelnen Versicherungszweigen“ in seinem Geschäftsbericht 2018 (PDF, 768 KB) zwar nicht.

Allerdings findet sich im Kapitel „Geschäftsverlauf“ insgesamt folgender Eintrag: „Das Jahr 2018 gehörte in der Versicherungsbranche zu den schwersten Sturmjahren. Von diesen Elementarereignissen war auch Rhion betroffen. Allen voran ‚Friederike‘ verursachte zu Beginn des Geschäftsjahres eine Vielzahl von Sturmschäden für die Gesellschaft und ihre Versicherungsnehmer.“ Zudem wird auf einen Anstieg der Großschadenzahl verwiesen.

In der Folge erhöhten sich die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle um fast ein Viertel auf knapp 6,76 Millionen Euro. Da das gebuchte Prämienaufkommen nur ein Drittel so stark auf 11,1 Millionen Euro stieg, wuchs die kombinierte Schaden-Kosten-Quote um fast sechs Prozentpunkte an.

Weitere Anbieter mit relativ hohen Combined Ratios …

Vergleichsweise hohe Werte zwischen fast 91 und etwas über 87 Prozent werden ferner für die Arag Allgemeine Versicherungs-AG, deren Tochter Interlloyd Versicherungs-AG sowie die HDI Versicherung AG ausgewiesen.

Bei der Arag gab es zuletzt keine signifikanten Veränderungen der Quote, die in den vergangenen drei Jahren jeweils bei um die 90 Prozent lag. Bei der Interlloyd nahm das Beitragsvolumen minimal auf 15,7 Millionen Euro ab. Dafür legte der Schadenaufwand um ein Elftel auf 7,5 Millionen Euro zu, so dass sich unter dem Strich die Combined Ratio um rund fünf Prozentpunkte verschlechterte.

Der HDI konnte den positiven Trend der Vorjahre fortsetzen. Für die Hannoveraner wird im Branchenmonitor der auf Sechsjahressicht betrachtet niedrigste Wert ausgewiesen.

„Ursächlich waren eine geringere Frequenzschaden-Belastung und eine geringere Belastung durch Großschäden. Die Belastung aus Schäden aus Naturkatastrophen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur leicht erhöht. Für den Orkan Friederike fand eine Entlastung durch den Rückversicherer statt“, wird im Geschäftsbericht 2018 (PDF, 1,2 MB) ausgeführt.

Höhere Combined Ration (Bild: Wichert)

…und niedrigsten Combined Ratios

An der Spitze der Branchenmonitor-Rangliste findet sich neuerdings die Cosmos Versicherung AG wieder, die zuletzt an der WGV-Versicherung AG vorbeigezogen ist. Die Cosmos lag deutlich unter der 50-Prozent-Marke, die WGV hauchdünn.

Die Positionen drei bis sechs belegen die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH), die Huk24 AG, die Provinzial Rheinland Versicherung AG sowie die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. mit kombinierten Schaden-Kosten-Quoten zwischen etwa 51 und knapp unter 60 Prozent.

Niedrigere Combined Ration (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails

Der „Branchenmonitor 2013-2018: Hausratversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zu dem Versicherungszweig sowie Daten zur Bestandskundenanalyse.

Die rund 100-seitige Studie kann als PDF-Version für 743,75 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

 
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