25.11.2021 (€) – Fünf der 50 nach Einnahmen größten Kompositversicherer konnten am marktweiten Beitragsplus nicht teilhaben. Am stärksten schrumpfte der HDI. Etwa eine Handvoll Akteure wuchs nur deutlich markt-unterdurchschnittlich. Dies zeigt eine Übersicht im aktuellen Heft 22/2021 der Zeitschrift für Versicherungswesen.
Im Geschäftsjahr 2020 haben die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Schaden-/ Unfallversicherer die gebuchten Bruttobeiträge um 2,6 Prozent auf knapp 74,9 Milliarden Euro ausgebaut.
Diese „bereinigte Veränderungsrate aufgrund der Änderung der Grundgesamtheit“ ist dem Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2021 des Versichererverbands zu entnehmen. Damit lag der Zuwachs zum zehnten Mal in Folge im Bereich der Drei-Prozent-Marke. Allein seit 2010 konnte die Branche das Prämienvolumen um über ein Drittel ausbauen.
Dabei ist das Beitragsaufkommen seit 2008 kontinuierlich gestiegen. In den beiden Jahren davor gab es letztmals Rückgänge, und zwar von jeweils unter einem Prozent.
HDI mit dem größten Rückgang
An dem Prämienzuwachs konnten allerdings nicht alle der 50 nach gebuchten Bruttobeiträgen größten Akteure teilhaben. Nach einer Übersicht im aktuellen Heft 22/2021 der Zeitschrift für Versicherungswesen hatten neben der Axa Versicherung AG als Nummer sechs im Markt (VersicherungsJournal 22.11.2021) vier weitere Gesellschaften Rückgänge zu verzeichnen.
Die deutlichste Verminderung weist die HDI Versicherung AG aus (minus 3,4 Prozent auf 1.335,4 Millionen Euro). Auf die Platzierung in der Rangliste hat dies keinen Einfluss (unverändert Position 19).
Das Minus fiel nach Unternehmensangaben stärker aus als erwartet. Laut Geschäftsbericht 2020 (PDF, 900 KB) ist dies „insbesondere auf die Sparte Kraftfahrt zurückzuführen, getrieben durch pandemiebedingte Effekte“.
Als weitere Hintergründe werden das Auslaufen eines Kooperationsmodells sowie Bestandsverluste aus dem Jahreswechselgeschäft 2019/2020 genannt. In den Firmen-Sparten sowie im Bereich Cyber seien die Einnahmen genauso gestiegen wie in den Privat-Sparten insgesamt infolge von Beitragsanpassungen.
Auch Cosmos, Dialog und …
Um 2,1 Prozent (auf unter 340 Millionen Euro) sanken die Einnahmen der Cosmos Versicherung AG. Wesentlicher Treiber für den Beitragsabrieb war laut Geschäftsbericht 2020 (PDF, 830 KB) „die Auswirkung der Covid-19-Pandemie mit […] geringerem Neugeschäft insbesondere in den Kraftfahrt-Versicherungen“. In den übrigen Segmenten (weniger als ein Fünftel Anteil am Umsatz) waren hingegen Prämienzuwächse zu verzeichnen.
Ein Rückgang von knapp 1,9 Prozent (auf 541 Millionen Euro) stand für die Dialog Versicherung AG zu Buche. Anders als bei der Konzernschwester verminderten sich die Einnahmen in den Bereichen Sach, Unfall und Haftpflicht um über vier Prozent. In Kraftfahrt (gut ein Viertel Anteil) gab es hingegen ein Plus von über fünf Prozent, wie aus dem Geschäftsbericht 2020 (PDF, 756 KB) hervorgeht..
… BGV im Minus
Ein Minus von 1,3 Prozent (auf unter 310 Millionen Euro) erechnet sich für die BGV-Versicherung AG. Als Hintergrund nennt die Gesellschaft im Geschäftsbericht 2020 (PDF, 1,2 MB) „insbesondere ein geringeres Neugeschäft in der gewerblichen Kraftfahrtversicherung“. In den meisten anderen Segmenten zeigte die Kurve zumindest leicht nach oben.
Deutlich unter dem Marktniveau wuchsen die Kravag Logistik Versicherungs-AG (plus 0,2 Prozent auf fast 946 Millionen Euro), die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS, plus 0,38 Prozent auf 4.537,9 Millionen Euro), die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. (plus 0,6 auf 1.789,9 Millionen Euro) sowie die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH, plus 0,64 Prozent auf 1.269,8 Millionen Euro).





