Die Rechtsschutzversicherer mit dem größten Policenschwund

9.5.2019 – Zwischen 2015 und 2017 hat die Arag ihren Rechtsschutz-Bestand um fast 300.000 Verträge ausgebaut. Die Ergo und der ADAC hatten hingegen Einbußen im jeweils sechsstelligen Bereich zu verzeichnen. Prozentual am stärksten legte die Concordia zu. Die Ergo verlor am deutlichsten. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2017: Rechtsschutz-Versicherung“.

Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Versicherer haben den Vertragsbestand in der Rechtsschutz-Versicherung zwischen 2015 und 2017 um etwa ein Prozent (auf 22 Millionen Policen) ausgebaut. Das Beitragsvolumen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um annähernd zehn Prozent auf fast vier Milliarden Euro (VersicherungsJournal 4.3.2019).

Dabei erzielten 2017 nur sechs der 28 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter eine Combined Ratio von über 100 Prozent. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2015-2017: Rechtsschutz-Versicherung“ (VersicherungsJournal 13.11.2018).

Die Studie wird von der V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der Yougov Deutschland GmbH im Jahresturnus durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen in dem Versicherungszweig. Diese kommen auf über 95 Prozent Marktanteil.

Arag legt am stärksten zu

Die Vertragsbestände auf Ebene der einzelnen Gesellschaften betrachtet entwickelten sich dem Branchenmonitor zufolge höchst unterschiedlich. So konnten mehr als zwei Drittel der aufgeführten Gesellschaften zulegen. Die verbleibenden neun Anbieter hatten Verluste zu verzeichnen.

Am stärksten wuchs (plus fast 400.000 Verträge) die Arag SE, die auch das Prämienvolumen deutlich ausbaute (plus 66 Millionen Euro auf über 615 Millionen Euro). Die Düsseldorfer erklären dies mit den Wirkungen der Beitragsanpassung im vorletzten Herbst und einem hohen Neugeschäft (VersicherungsJournal 7.6.2018). Damit verteidigte die Arag ihre Marktführerschaft.

Weitere Anbieter mit großen Steigerungen

Einen sechsstelligen Zuwachs gab es ansonsten nur noch bei der Örag Rechtsschutz-Versicherungs-AG. Getragen einerseits von der Partnerschaft mit den öffentlichen Versicherern und der Sparkassen-Finanzgruppe und andererseits von hohen Neu- und Mehrbeiträgen sowie positiv verlaufenden Beitragsangleichungen, baute die Örag ihren Marktanteil (nach Beiträgen) am stärksten aus.

Das kräftige Wachstum bei den beiden vorgenannten Anbietern ging dabei nicht zulasten der Profitabilität. So schrieb die Arag in allen drei Jahren des Betrachtungszeitraums um die zwei Cent Gewinn pro Beitragseuro. Der Örag gelang 2017 sogar der Turnaround. Die Gesellschaft verbesserte ihre Combined Ratio um fast zwölf Prozentpunkte auf 99,9 Prozent.

Hohe Zuwächse zwischen über 70.000 und rund 46.000 Policen erzielten ferner die Huk-Coburg-Rechtsschutz-Versicherung AG, die Concordia Versicherungs-Gesellschaft a.G., die Allianz Versicherungs-AG und die DEVK Rechtschutz-Versicherungs-AG.

Zuwachs (Bild: Wichert)

Ergo und ADAC mit den größten Rückgängen

Den größten Bestandsverlust gab es bei der Ergo. Die Gesellschaft büßte nach der Verschmelzung der D.A.S. Deutscher Automobil Schutz Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG auf die Ergo Versicherung AG (VersicherungsJournal 18.5.2015) fast 300.000 Verträge ein.

Ein sechsstelliges Vertragsminus hatte darüber hinaus nur noch die ADAC-Rechtsschutz Versicherungs-AG hinzunehmen. Diese wurde inzwischen auf die ADAC Versicherung AG verschmolzen (VersicherungsJournal 19.9.2018).

Hohe fünfstellige Einbußen hatte die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG zu verzeichnen. Jeweils um die 35.000 Kontrakte verloren die Alte Leipziger Versicherung AG, die Neue Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG (NRV) und die Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG.

Hintergrund waren jeweils verschiedene Sanierungsmaßnahmen (VersicherungsJournal 11.7.2018, 26.6.2017, 11.5.2017).

Rückgang (Bild: Wichert)

Concordia mit dem prozentual stärksten Wachstum

Betrachtet man die Veränderungsraten, so baute die Concordia ihren Vertragsbestand mit über einem Sechstel (auf fast 485.000 Kontrakte) am stärksten aus. Um etwa ein Siebtel wuchs die Huk24 AG, um knapp über beziehungsweise unter ein Zehntel die Arag und die Örag.

Die stärksten Einbußen gab es mit jeweils über zehn Prozent bei der Ergo, der Ideal Versicherung AG und der Alten Leipziger.

Die Ideal, die marktweit auf die höchste kombinierte Schaden-Kosten-Quote kommt (VersicherungsJournal 13.11.2018, 1.2.2017), saniert schon seit einigen Jahren ihren Bestand (VersicherungsJournal 27.7.2017, 23.5.2016). Hier kommt man nach Unternehmensangaben zwar voran, es sind aber noch weitere Anstrengungen nötig (VersicherungsJournal 7.5.2019).

Veränderungen (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails

Der „Branchenmonitor 2015-2017: Rechtsschutz-Versicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig Rechtsschutz sowie Daten zur Bestandskundenanalyse.

Die rund 70-seitige Studie kann als PDF-Version für 493,85 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

 
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