Die Krankenkassen mit dem größten Versichertenschwund

5.5.2026 – 54 Krankenkassen hatten im ersten Quartal 2026 schrumpfende Versichertenbestände zu verzeichnen. Die größten Einbußen hatten nach absoluten Zahlen die Viactiv (minus fast 20.000 Personen) und relativ die BKK Scheufelen (minus über sechs Prozent) hinzunehmen. Dies zeigen Daten des gesundheitspolitischen Hintergrunddienstes Dfg. Die „Verlierer“ gehören fast alle zu den teuersten ihrer Zunft.

Zwischen Anfang Januar und Anfang April hatten 54 der insgesamt 93 Körperschaften (VersicherungsJournal 9.1.2026) Rückgänge ihrer Versichertenbestände hinzunehmen. Dies zeigt eine Datensammlung des gesundheitspolitischen Hintergrunddienstes Dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik.

Viactiv verlor absolut die meisten Versicherten

Die größten Verluste nach absoluten Zahlen waren bei der Viactiv Krankenkasse zu beobachten (minus annähernd 20.000 auf knapp 660.450 Versicherte). Im fünfstelligen Bereich verloren ansonsten nur noch die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (auf 1,14 Millionen Personen) und die Mhplus BKK (auf 471.000).

Einbußen zwischen fast 9.450 und rund 8.800 Versicherten hatten die IKK Classic (auf 2,86 Millionen), die Big direkt gesund (auf unter 480.000) und die Kaufmännische Krankenkasse – KKH (auf 1,45 Millionen) zu verzeichnen.

Verluste von jeweils mehr als 5.000 Versicherten standen darüber hinaus zu Buche für die Pronova BKK (auf etwa 585.650), die SBK Siemens-BKK (auf unter 1,09 Millionen), die AOK Nordost – Die Gesundheitskasse (auf 1,578 Millionen) und die Bahn-BKK (auf unter 556.000).

Verluste absolut (Bild: Wichert)

Relativ gesehen hatte die BKK Scheufelen die stärksten Verluste

Prozentual gemessen hatte mit 6,2 Prozent (minus 4.409 auf rund 66.950 Versicherte) die BKK Scheufelen den stärksten Rückgang zu verzeichnen. Um knapp vier Prozent schrumpfte die Energie-BKK (minus 4.929 auf 125.200 Personen), um jeweils über drei Prozent die Mhplus, die BKK Provita und die Heimat Krankenkasse (minus 3.558 auf unter 107.500).

Verminderungen zwischen 2,9 und 1,9 Prozent waren zu beobachten bei der Viactiv, der BKK Melitta HMR (minus 2.032 auf unter 78.750), der Bergischen Krankenkasse (minus 1.617 auf unter 76.200), der BKK Verbundplus (minus 2.401 auf knapp 117.450) sowie der Big direkt gesund.

Verluste prozentual (Bild: Wichert)

Hohe Zusatzbeiträge

Die Körperschaften mit hohen Einbußen gehören alle zu den vergleichsweise teuren Akteuren. Die Knappschaft verlangt zwar nach der zu Jahresbeginn vorgenommenen (7.1.2026) leichten Reduzierung des Zusatzbeitrags auf 4,30 Prozent nicht mehr den höchsten Gesamtbeitragssatz, liegt mit 18,9 Prozent aber immer noch an fünfter Stelle der teuersten Krankenkassen.

18,79 Prozent sind es bei der Viactiv, jeweils knapp 18,6 Prozent bei der BKK Scheufelen und der Energie-BKK 18,58 sowie 18,5 Prozent bei der Heimat Krankenkasse und der BKK Melitta HMR (7.1.2026).

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