Die Hochburgen der Wohnungseinbrecher

30.5.2018 – In Berlin wurden im vergangenen Jahr nach absoluten Zahlen die meisten Wohnungseinbruch-Diebstähle registriert. In Relation zur Einwohnerzahl liegt Bremen an der Spitze, wie aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS 2017) hervorgeht. Diese zeigt auch große Unterschiede bei der Aufklärungsquote.

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Im vergangenen Jahr sind die Zahl der versicherten Wohnungseinbrüche sowie die dafür ausbezahlten Versicherungsleistungen laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) um jeweils rund ein Fünftel auf gerundet 120.000 Delikte beziehungsweise 360 Millionen Euro zurückgegangen. Niedrigere Werte gab es schon viele Jahre nicht mehr (VersicherungsJournal 8.5.2018).

In der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS 2017) wird die Zahl der erfassten Wohnungseinbruch-Diebstähle (§ 244 Absatz 1 Nummer 3 StGB) mit 116.540 angegeben. Im Vergleich zum Jahr zuvor (VersicherungsJournal 25.4.2017) entspricht dies einem Rückgang um rund 23 Prozent.

Der Höchststand in diesem Jahrtausend wurde mit über 167.000 vor drei Jahren erreicht (VersicherungsJournal 25.5.3016). Weniger solcher Delikte als im vergangenen Jahr gab es im Betrachtungszeitraum nur zwischen 2005 und 2009.

Einbrüche 2000 bis 2017 (Bild: Wichert)

In Berlin die meisten Delikte

Aus den aktuellen PKS-Daten geht auch hervor, dass es in den deutschen Großstädten (ab 100.000 Einwohner) gewaltige Unterschiede gibt. Nach absoluten Einbruchszahlen ist die Bundeshauptstadt Berlin mit fast 8.600 solcher Delikte Spitzenreiter.

In Hamburg waren es etwa 5.800, in Köln immerhin noch fast 3.200. Dahinter folgen Bremen und Dortmund mit jeweils mehr als 2.000 polizeilich erfassten Wohnungseinbruch-Diebstählen. Für Essen, Frankfurt am Main, Hannover und Düsseldorf werden Werte von jeweils über 1.500 ausgewiesen.

Für insgesamt acht der 81 aufgeführten Städte werden in der amtlichen Statistik weniger als 100 solcher Delikte aufgeführt. An der Spitze liegen Erlangen, Jena und Reutlingen mit sogar unter 50 Wohnungseinbruch-Diebstählen.

Bremen ist die Hauptstadt der Einbrecher

In Relation zur Einwohnerzahl war Bremen 2017 – nach Rang zwei im Vorjahr (VersicherungsJournal 6.6.2017) – die Hauptstadt der Wohnungseinbrecher. Dort lag die Einbruchsrate bei fast 400 Delikten pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt waren es 141 (2016: 184) Einbruchdiebstähle pro 100.000 Einwohner.

Höchstes Risiko (Bild: Wichert)

Mit zwischen knapp 369 und knapp 311 polizeilich erfassten Delikten pro 100.000 Einwohner gab es auch in Aachen, Dortmund („Spitzenreiter“ 2016), Hamburg, Bremerhaven, Mülheim an der Ruhr und Recklinghausen ein vergleichsweise hohes Einbruchsrisiko.

Erlangen mit dem niedrigsten Einbruchsrisiko

In insgesamt 17 (2016: neun) Großstädten lag die Einbruchsrate pro 100.000 Einwohner unter 100. Das geringste Risiko für Wohnungseinbruch-Diebstähle besteht in Erlangen, Augsburg, Jena und Würzburg. Hier lag die Rate sogar unter 40 solcher Taten pro 100.000 Einwohner.

Niedrigstes Risiko (Bild: Wichert)

In Reutlingen sowie Ingolstadt gab es mit jeweils unter 50 Delikten pro 100.000 Einwohner ebenfalls ein vergleichsweise niedriges Risiko. Gleiches gilt auch für Heilbronn, München, Heidelberg und Rostock. Hier wurden zwischen über 70 und unter 60 Wohnungseinbruch-Diebstähle pro 100.000 Einwohner statistisch erfasst.

Riesige Unterschiede bei der Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote liegt bundesweit trotz eines leichten Aufwärtstrends weiterhin nur bei gut einem Sechstel. Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den deutschen Großstädten. So wurde etwa in Kiel und Bremen lediglich jedes 15. Delikt aufgeklärt. Niedrige Aufklärungsquoten gab es ferner in Bremerhaven, Bergisch-Gladbach, Berlin, Bonn, Karlsruhe und Recklinghausen.

Aufklärungsquote (Bild: Wichert)

Spitzenreiter ist erneut Heilbronn, wo im vergangenen Jahr mehr als zwei von drei Wohnungs-Einbruchdiebstählen aufgeklärt worden sind. Quoten zwischen 40 und gut 30 Prozent gab es in Siegen, Darmstadt, Erlangen und Trier.

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