11.1.2024 (€) – Die Unfallversicherer erzielten 2022 laut GDV mit 24,9 Millionen Verträgen über 6,6 Milliarden Euro gebuchte Bruttoprämien. Dem „Branchenmonitor 2017-2022: Unfallversicherung“ zufolge führt die Allianz die Ranglisten nach Policenbestand und nach Beitragseinnahmen an. Dahinter folgen die Debeka und die Generali Deutschland (Kontrakte) beziehungsweise die Ergo und die Generali (Prämie). Prozentual legten unter den Marktgrößen die Huk-Coburg-Allgemeine (Verträge) sowie der LVM und die Debeka (Beiträge) am stärksten zu. Die größten Einbußen hatten die R+V Allgemeine (Einnahmen) und die Ergo (Policen) zu verzeichnen.
Die privaten Unfallversicherer hatten Ende 2022 laut den „Statistiken zur deutschen Versicherungswirtschaft 2023“ des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) rund 24,9 Millionen Verträge im Bestand. Das waren 1,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Allianz bei den Einzelgesellschaften an der Spitze
Auf Ebene der Einzelgesellschaften betrachtet hatte mit fast 4,3 Millionen Kontrakten die Allianz Versicherungs-AG die meisten Policen in den Büchern. Dies zeigt der „Branchenmonitor: Unfallversicherung 2017-2022“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer mit rund 95 Prozent Marktanteil dargestellt.
An zweiter Stelle liegt die Debeka Allgemeine Versicherung AG mit annähernd zwei Millionen vor der Generali Deutschland Versicherung AG mit knapp 1,8 Millionen Verträgen. Auf dem vierten Platz findet sich die Ergo Versicherung AG mit gut 1,5 Millionen Policen vor der R+V Allgemeine Versicherung AG mit 1,4 Millionen wieder.
Auf den weiteren Plätzen
Die Positionen sechs bis acht belegen mit jeweils siebenstelligen Vertragszahlen die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG, die R+V Allgemeine Versicherung AG und die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G.
An neunter und zehnter Stelle liegen der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. und die DEVK Allgemeine Versicherungs-AG mit jeweils um die 950.000 Kontrakte. Auf Platz elf folgt die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG mit über 900.000 Policen.
Zwischen plus 102.000 und minus 57.500 Verträgen
Insgesamt legten sechs der elf Marktgrößen mit mehr als 900.000 Verträgen im Vergleich zu 2021 zu. Nach absoluten Zahlen lagen die Veränderungen zwischen plus 101.641 (Huk-Coburg-Allgemeine) und minus 57.486 Kontrakten (Ergo).
Auffällig ist, dass mit der Allianz nicht nur die Nummer eins im Markt kräftige Einbußen zu verzeichnen hatte, sondern auch die Akteure auf den Rängen drei bis fünf (Generali, Ergo und R+V). Die drei letztgenannten Anbieter hatten bereits in den beiden Vorjahren sinkende Bestände zu vermelden (18.1.2013, 7.2.2022).
Gewinner und Verlierer beim Vertragsbestand
Die größte Steigerungsrate errechnet sich mit 7,9 Prozent für die Huk-Coburg-Allgemeine. Das Unternehmen hat auch in den sieben Jahren zuvor jeweils sehr hohe Wachstumsraten bis in den zweistelligen Prozentbereich hinein ausgewiesen. Vergleichsweise stark legte auch der Versicherungsverein der Gruppe mit über drei Prozent zu.
Auf der anderen Seite nahm bei der Ergo der Bestand mit 3,6 Prozent verhältnismäßig am stärksten ab. Mehr als doppelt so stark wie der Markt büßte auch die DEVK Allgemeine ein. Verminderungsraten knapp über beziehungsweise unter dem Marktschnitt hatten die Allianz und die R+V zu verzeichnen.
Die Rückgänge gingen vor allem auf das Segment Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückzahlung (UBR) zurück. Dort zeichnen unter anderem die Allianz, Ergo und R+V nur reduziert beziehungsweise gar kein Geschäft mehr. „In der UBR gab es durch auslaufende Verträge einen planmäßigen Rückgang“, heißt es etwa im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 2,6 MB) der Allianz.
Einige Rangveränderungen
In der Rangliste zog die Huk-Coburg-Allgemeine vorbei an der R+V Allgemeine auf Position sechs. Der LVM kletterte von elf auf neun nach oben, während sich die Signal Iduna Allgemeine von zwölf auf elf verbesserte.
Die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG fiel von neun auf 18 zurück. Zum Hintergrund für die deutliche Verminderung von über 1,1 Millionen auf unter 450.000 Verträge führen die Studienautoren an, dass ab 2022 die versicherten Risiken aus Gruppenunfallverträgen nicht mehr inkludiert seien.
Allianz auch nach Beitragsvolumen an der Spitze
Nach gebuchten Bruttobeiträgen – diese beliefen sich laut GDV 2022 branchenweit auf rund 6,63 Milliarden Euro (minus 0,9 Prozent) – zeigt sich eine etwas andere Reihenfolge. Zwar landete auch hier erneut die Allianz mit gut 1,2 Milliarden Euro an der Spitze. Auch an zweiter Stelle liegt weiterhin und erneut zwei Positionen besser als nach Verträgen die Ergo (mit knapp 577 Millionen Euro).
Dahinter folgen die Generali und die Debeka, die beide an der R+V vorbeizogen. Die drei letztgenannten Akteure schafften Prämieneinnahmen von jeweils mehr als 400 Millionen Euro. Die Debeka rangiert zwei Plätze schlechter als nach Kontrakten, die R+V zwei Plätze besser.
Die Positionen sechs bis acht belegen wie im Vorjahr die Signal Iduna Allgemeine (nach Policen an elfter Stelle), der LVM (Nummer neun nach Verträgen) und die Axa Versicherung AG (an 13. Stelle nach Kontrakten).
Der Bayerische Versicherungsverband belegt den elften (18.) Rang nach Prämien (Kontrakten). Deutlich schlechter als nach Verträgen platzierten sich nach Prämien die ADAC Versicherung (28.), der Huk-Coburg VVaG (25.) und die Huk-Coburg-Allgemeine (23.).
Debeka und LVM mit dem größtem Prämienwachstum
Unter den acht Marktteilnehmern mit dem größten Beitragsaufkommen legten die Debeka und der LVM mit jeweils knapp vier Prozent am stärksten zu. Die Münsteraner, die auch in den Vorjahren auf etwa gleichem Niveau waren, schreiben im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 2,5 MB): „ Die unternehmenseigene Planung von 4,2 Prozent wurde knapp nicht erreicht.“
Die Koblenzer erläutern im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 7,2 MB): „Der Zugang wurde hauptsächlich durch die Dynamisierungen im Bestand sowie durch das Neu- und Ersatzgeschäft mit höheren Versicherungssummen und Durchschnittsbeiträgen erzielt.“
R+V verliert am stärksten
Die Generali baute das Beitragsvolumen um knapp zwei Prozent aus, während für die Signal Iduna nur halb so große Einbußen wie für die Branche zu Buche standen. Etwas schlechter als der Markt performte die Ergo.
Bei der Allianz blieb das Prämienvolumen um fast fünf Prozent hinter dem des Vorjahres zurück, bei der R+V sogar um über neun Prozent. Bei beiden stand einem deutlichen Rückgang im UBR-Geschäft ein Zuwachs in der Risiko-Unfallversicherung gegenüber.
Der „Branchenmonitor 2017-2022: Unfallversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die knapp 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.








