Die größten Haftpflichtversicherer

24.2.2020 (€) – Die deutschen Anbieter im Segment Haftpflichtversicherung hatten Ende 2018 nach GDV-Zahlen rund 46,8 Millionen Verträge im Bestand und erzielten damit knapp 7,9 Milliarden Euro an gebuchten Bruttoprämien. Die Ranglisten nach Vertragsbestand und nach Beitragseinnahmen führt jeweils die Allianz an. Lediglich jeweils zwei der nach Vertrags- und Prämienbestand größten Gesellschaften hatten Rückgänge zu verzeichnen.

Zum Jahresende 2018 zählte der Bestand der Haftpflichtversicherer nach Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) rund 46,8 Millionen Verträge. Das sind 0,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Allianz bei den Einzelgesellschaften an der Spitze

Den größten Bestand auf Ebene der Einzelgesellschaften betrachtet, hatte mit fast 4,8 Millionen Kontrakten die Allianz Versicherungs-AG in den Büchern. An zweiter Stelle folgt die Axa Versicherung AG mit annähernd 3,2 Millionen Verträgen.

Dies zeigt der „Branchenmonitor: Haftpflichtversicherung 2013-2018“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH und der Sirius Campus GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer mit rund 91 Prozent Marktanteil dargestellt.

Auf den weiteren Plätzen

In einem engen Rennen um Position drei setzte sich die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. gegen die R+V Allgemeine Versicherung AG durch. Die beiden vorgenannten Anbieter kommen auf jeweils rund zwei Millionen Policen.

Die Positionen vier bis acht belegen mit jeweils über 1,5 Millionen Kontrakten im Bestand die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG, die Gothaer Allgemeine Versicherung AG, die Ergo Versicherung AG und die VHV Allgemeine Versicherung AG.

Rangliste nach Verträgen (Bild: Wichert)

Gewinner und Verlierer beim Vertragsbestand

Insgesamt konnten nur zwei der elf Marktgrößen nach Verträgen im Vergleich zu 2017 nicht zulegen. Das größte Minus errechnet sich mit annähernd zwei Prozent für die Ergo. Mit rund 33.000 Policen fiel das Minus allerdings deutlich niedriger aus als im Jahr zuvor mit über 130.000. Minimal rückläufig war der Bestand ansonsten nur noch bei Huk-Coburg a.G.

Die größten Zuwächse erzielten mit zwischen knapp vier und fast drei Prozent die Huk-Coburg-Allgemeine, der LVM Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster a.G., die VHV und die Haftpflichtkasse VVaG. Die vier vorgenannten Anbieter setzten damit den Wachstumskurs der Vorjahre auf in etwa gleichem Niveau fort. Der Marktführer Allianz wuchs wie die Branche um 0,7 Prozent.

Veränderungen im Vertragsbestand (Bild: Wichert)

Infolge der großen Steigerung ging es für die Huk-Coburg Allgemeine in der Rangliste von sieben auf fünf aufwärts. Jeweils um einen Platz verbesserten sich die VHV, der LVM, die Debeka Allgemeine Versicherung AG und die Haftpflichtkasse, die nun an achter bis elfter Stelle liegen. Die Ergo rutschte von der fünften auf die siebte Position ab.

Allianz auch nach Beitragsvolumen an der Spitze

Nach gebuchten Bruttobeiträgen – diese beliefen sich laut GDV 2018 branchenweit auf fast 7,9 Milliarden Euro (plus 1,8 Prozent) – zeigt sich eine etwas andere Reihenfolge. Hier liegt auch die Allianz (mit über 1,2 Milliarden Euro) an der Spitze.

Position zwei – zwei Plätze besser als nach Verträgen – belegt die R+V. Dahinter folgt um einen Rang schlechter als nach Kontrakten die Axa. Die Ergo schneidet mit Position vier um drei Plätze besser ab als nach Policen. Die drei vorgenannten Gesellschaften nahmen zwischen rund 622 und etwa 565 Millionen Euro ein.

Auf den Rängen fünf und sechs liegen die Gothaer (nach Policen an sechster Stelle) und die VHV Allgemeine (Platz acht nach Verträgen) mit jeweils um die 350 Millionen Euro an gebuchten Bruttoprämien.

Rangliste nach Beiträgen (Bild: Wichert)

Die beiden Huk-Coburg-Gesellschaften verpassten mit jeweils über 90 Millionen Euro Beitragsaufkommen knapp eine Platzierung in der Top 20. Die Haftpflichtkasse liegt mit knapp 114 Millionen Euro auf den 17. Rang.

R+V Allgemeine mit dem größtem Prämienwachstum

Unter den Marktteilnehmern mit dem größten Beitragsaufkommen hat die R+V Allgemeine am stärksten zugelegt. Der Zuwachs um fast sechs Prozent resultiert aus einer „Stärkung Mittelstandsgeschäftes sowie weiteren Beitragssteigerungen in den freien Berufen“, heißt es im Geschäftsbericht 2018 (PDF, 2,1 MB) der Wiesbadener.

Deutlich überdurchschnittlich wuchs darüber hinaus auch die VHV Allgemeine. Ursächlich für das Plus von über fünf Prozent waren laut Konzern-Geschäftsbericht 2018 (PDF, 1,8 MB) „steigende Umsatz-, Lohn- und Honorarsummen aufgrund der guten Baukonjunktur in der Betriebs- und Berufshaftpflicht-Versicherung“.

Insbesondere in letzterem Bereich hätten auch „gezielte Bestandsmaßnahmen“ zu der positiven Entwicklung beigetragen. Zudem habe „das nachhaltige Wachstum in der Privathaftpflicht, unterstützt durch eine Preisverbesserung“, angehalten.

Weitere „überdurchschnittliche“ Marktgrößen

Stärker als der Markt legten auch die Württembergische Versicherung AG, der LVM, die HDI Versicherung AG und die Ergo zu. Eine Prämiensteigerung auf dem Niveau des Marktdurchschnitts erzielte die Allianz.

Veränderungen im Prämienaufkommen (Bild: Wichert)

Die R+V zog durch das große Plus vorbei an der Axa auf die zweite Position. Der LVM überholte die Bayerische Versicherungsverband Versicherungs-AG und findet sich nun an neunter Stelle wieder.

Weitere Studiendetails

Der „Branchenmonitor 2013-2018: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig sowie Daten zur Bestandskundenanalyse. Die rund 100-seitige Studie kann als PDF-Version für 743,75 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

Wie aus den offiziellen Statistiken des GDV, geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.

Zudem wird in dem Branchenmonitor der Schwerpunkt auf Anbieter mit Fokus auf das Privatkundengeschäft gelegt. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder die HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt.

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