6.5.2014 (€) – Die Huk24 ist der größte Direktversicherer im Bereich Nicht-Leben, die Cosmos im Bereich Leben, wie aus einem Bericht der Rating-Agentur Fitch auf Basis der Geschäftszahlen 2012 hervorgeht. Fitch erwartet einen steigenden Anteil des Direktvertriebswegs.
Die Rating-Agentur Fitch hat einen Bericht zum Direktversicherungs-Markt in Deutschland veröffentlicht, in dem auch die 2012 nach gebuchten Bruttobeitragseinnahmen größten Anbieter aufgelistet werden, und zwar getrennt nach den Bereichen Leben und Nicht-Leben.
Cosmos in Leben uneingeschränkter Spitzenreiter
Spitzenreiter in Leben ist demnach mit riesigem Abstand die Cosmos Lebensversicherungs-AG, die 2012 die Beiträge um fast zwei Drittel auf rund 2,8 Milliarden Euro steigerte (VersicherungsJournal 12.4.2013) und sich damit in die Top Ten der deutschen Lebensversicherern einreihen konnte (VersicherungsJournal 21.8.2013).
Im Geschäftsjahr 2013, für das noch keine Vergleichswerte aller Anbieter vorliegen, gelang dem Direktversicherer der Generali-Gruppe ein erneutes Wachstum um über zehn Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 28.4.2014).
Im 2012-er Ranking belegt die VHV-Tochter Hannoversche Lebensversicherung AG mit annähernd 900 Millionen Euro Beitragseinnahmen den zweiten Rang, gefolgt von der Ergo Direkt Lebensversicherung AG mit leicht über 700 Millionen Euro. Letztere hatte 2013 ein Minus von über zehn Prozent auf nur knapp 630 Millionen Euro zu verzeichnen (VersicherungsJournal 2.5.2014).
Huk24 im Bereich Nicht-Leben führend
Im Bereich Nicht-Leben erzielte die Huk24 AG mit fast 480 Millionen Euro die meisten Beitragseinnahmen unter den Direktversicherern. Dahinter folgt annähernd auf dem Niveau des Jahres zuvor (VersicherungsJournal 7.8.2013) die Zurich-Tochter DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA-Direkt) mit knapp über 300 Millionen Euro.
Rang drei sicherte sich die Cosmos Versicherung AG mit fast 180 Millionen Euro knapp vor der Direct Line Versicherung AG. 2013 dürfte sich hier eine andere Rangfolge ergeben: Während die Direct Line um fast ein Drittel auf knapp 220 Millionen Euro Beitragseinnahmen zulegte (VersicherungsJournal 3.3.2014), konnte die Cosmos nur um rund ein Siebtel auf gut 205 Millionen Euro wachsen.
Beitragseinnahmen im dreistelligen Millionenbereich erzielten 2012 ebenfalls noch die Continentale-Tochter Europa Versicherung AG und die Ergo Direkt Versicherung AG. Ob es 2013 auch hier zu einer Rangverschiebung kommt, hängt von der Entwicklung bei der Europa ab. Die Ergo Direkt legte immerhin um rund neun Prozent auf über 120 Millionen Euro zu.
Fitch rechnet mit steigender Direktvertriebs-Bedeutung
Im Rahmen des Berichts stellt Fitch weiter heraus, dass man mit einem steigenden Anteil des Direktvertriebs in der deutschen Versicherungswirtschaft rechnet, insbesondere über das Internet. Als Treiber werden das schnell wachsende Geschäft bei bestehenden Direktversicherern mit Fokus auf Kfz-Versicherungen, verstärkte Aktivitäten im sonstigen Sachversicherungs-Geschäft und das überdurchschnittliche Wachstum beim Direktvertrieb von Lebensversicherungen genannt.
„Ein wichtiges Element des Erfolgs des Direktvertriebs ist die höhere Kosteneffizienz, sowohl in der Sachversicherung als auch in der Lebensversicherung“, lässt sich Dr. Stephan Kalb in einer Pressemitteilung zitieren, Senior Director und Leiter des deutschen Versicherungsteams von Fitch Ratings. Allerdings erwartet die Rating-Agentur, dass die traditionellen Vertriebskanäle Ausschließlichkeit, Makler und Banken „ihre dominante Position behalten werden.“
Dies deckt sich in der Kompositversicherung mit der Branchenerwartung aus dem jüngsten „Vertriebswege-Survey Schaden/Unfall“ von Towers Watson, in den die Einschätzungen von Anbietern mit rund 80 Prozent Marktanteil eingingen.
Danach rechnen jeweils rund 80 Prozent mit einer Bedeutungszunahme von Internetportalen und dem Direktvertrieb (VersicherungsJournal 30.10.2013). In Leben sind es hingegen nur knapp ein Viertel beziehungsweise ein Fünftel (VersicherungsJournal 16.10.2013).






