Die besten Fondspolicen aus Investmentsicht

23.5.2024 – Swiss Life, LV 1871, Alte Leipziger und Liechtenstein Life legen fondsgebundene Rentenversicherungen auf, die eine „top“ Investmentqualität aufweisen. Dies hat eine Analyse von Smart Asset Management Service in Kooperation mit dem Institut für Vermögensaufbau ergeben.

Die Smart Asset Management Service GmbH (Sam) hat einen neuen „Fondspolicenreport classic“ aufgelegt. Die Auswertung wird seit vier Jahren erstellt. Die letzte Veröffentlichung erfolgte im vergangenen Sommer (VersicherungsJournal 24.7.2023).

In dem aktuellen Bericht werden 20 (Vorjahr:21) fondsgebundene Rentenversicherungen auf ihre Investmentqualität hin untersucht. Die Analyse wurde wieder in Zusammenarbeit mit der Institut für Vermögensaufbau AG (IVA) durchgeführt.

Vergleich der Leistungsfähigkeit

Thorsten Dorn (Bild: Sam)
Thorsten Dorn (Bild: Sam)

Die Autoren möchten mit dem Report aufzeigen, „welche Fondspolicentarife für welche Kundenprofile besonders geeignet sind und welche Fondspolicen insgesamt die besten aus Investmentsicht sind“. Insbesondere werde überprüft, wie sich die Ergebnisse jeweils optimierter Portfolios pro Tarif in hinsichtlich durchschnittlicher erwartbarer Renditen und Verlustrisiken unterscheiden, heißt es.

„Der langfristige Investmenterfolg hat wenig mit Zufall, Glück oder dem richtigen Zeitpunkt zu tun, sondern eben primär mit der richtigen Kombination und Gewichtung von Anlageklassen und den Auswahlmöglichkeiten von Fonds und die damit zu besetzenden Assetklassen in einem bestimmten Tarif“, wird Sam-Geschäftsführer Thorsten Dorn zitiert.

Zur Methodik schreiben die Autoren, dass auf Tarifebene ausschließlich investmentrelevante Parameter berücksichtigt wurden, wie die maximale Anzahl an anwählbaren Einzelfonds und die Mindest-Investitionsquote pro Einzelfonds pro Vertrag. Versicherungs- beziehungsweise Tarifkosten habe man explizit nicht einbezogen.

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Strategische Asset Allokation als Grundlage

Auf Investmentebene wurde nach eigenen Angaben jeweils die Gesamtkostenquote (TER) bewertet. Bezüglich der Rückerstattungen wurden entsprechende Annahmen getroffen beziehungsweise die Originaldaten der Versicherer verwendet, wenn diese im Rahmen der Befragung zur Verfügung gestellt wurden.

Die Analyse beruht auf den Regeln und Methoden der Strategischen Asset Allokation (SAA). Optimierte Portfolios mit durchschnittlich erwartbaren Renditen und Verlustrisiken wurden für die vier Kundenprofile „Defensiv“, „Ausgewogen“, „Wachstum“ und „maximale Rendite“ erstellt. Der Maximum Drawdown, hier zehn Prozent über ein Jahr, diente als Risikokennzahl. Stichtag war der 31. Januar 2024.

Auf den Prüfstand kamen folgende Policen:

Swiss Life, LV 1871, Alte Leipziger und Lichtenstein Life an der Spitze

Die Höchstnote erhielten Policen, die „ein optimales Verhältnis von Investment-Potenzial und Flexibilität“ aufweisen. Dazu mussten mindestens 90 Prozent der maximalen Punktzahl über alle Untersuchungskategorien hinweg erreicht werden. Diese liegt bei 150 Punkten.

Die Bestnote, die im Vorjahr „hervorragend“ lautete und in diesem Jahr „Top-Rating“ heißt, wurde 2023 nicht erzielt. In diesem Jahr knackten vier der insgesamt 20 Anbieter mit ihren Produkten die erforderliche Marke. Dies sind:

  • Swiss Life,
  • LV1871,
  • Alte Leipziger und
  • Liechtenstein Life.

Die Fondspolicen dieser vier Anbieter stellen auch die Spitzengruppe in der Kategorie „Flexibilität & Transparenz“. Hier wurden Merkmale wie Assetklassen-Abdeckungen und die Berücksichtigung von Kick-Backs gesondert bewertet.

In die Top Ten schafften es mit der zweitbesten Note „Best-Rating“ („sehr gut“) außerdem:

  • Prismalife,
  • Helvetia,
  • Standard Life,
  • Stuttgarter,
  • Ergo und
  • Zurich.

Die Gewinner je nach Versorgungs- und Vermögensziel

Beim Kundenprofil „Defensiv“ liegen Swiss Life, Liechtenstein Life, Standard Life, LV 1871 und Stuttgarter ganz vorne.

Die Swiss Life erhält beim Profil „Ausgewogen“, das eine Aktienquote von rund sechzig Prozent erlaubt, die höchste Punktzahl und die LV1871 mit 6,51 Prozent die höchste erwartbare Rendite. Zu den fünf besten Akteuren gehören hier auch Standard Life, Helvetia und Liechtenstein Life.

Im Segment „Wachstum“, das eine Aktienquote von einhundert Prozent vorsieht und ein maximales Verlustrisiko (MDD) von 22 Prozent zulässt, gelingt der LV1871 das beste Ergebnis und der Ergo mit 7,69 Prozent die höchste erwartbare Rendite. In die Top Five werden ferner Swiss Life, Zurich und Alte Leipziger gewählt.

Die höchsten Renditechancen bietet sich im Kundenprofil „Maximale Rendite“. Die Aktienquote beträgt einhundert Prozent und als Verlustrisiko ist ein MDD von maximal 30 Prozent gestattet. Hier schneiden die analysierten Tarife von Swiss Life, Alte Leipziger, Allianz, Zurich und LV 1871 am besten ab.

Bei der Hälfte der Tarife sind diese Schwachstellen gravierend.

Thorsten Dorn, Sam-Geschäftsführer

Erhebliche Defizite bei der Assetklassen-Abdeckung

Die Versicherer haben nach wie vor viele Hausaufgaben zu machen, „um wirkliche Mehrwerte für ein Versicherungsanlageprodukt in der Beratung für Vermittler aber auch für den Kunden zu liefern“, so Sam-Geschäftsführer Thorsten Dorn.

„So hat sich die Anzahl der Einzelfonds im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, und auch die Assetklassen-Abdeckungen auf Basis der für die Anwendung der Strategischen Asset Allokation für die Analyse definierten Core- und Satelliten-Assetklassen haben sich insgesamt nur unwesentlich verbessert“, berichtet er.

Die Assetklassen-Abdeckung sei wichtig, um breit diversifizierte Portfolios erstellen zu können. Hier müsse weiter verbessert werden. „Bei der Hälfte der Tarife sind diese Schwachstellen gravierend“, sagt Dorn.

Der „Fondspolicenreport classic“ ist über die Homepage von Sam zu beziehen. Die 220-seitige Schrift ist kostenpflichtig. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse ist an gleicher Stelle kostenlos abrufbar.

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Berufsunfähigkeit · Fondspolicen · Lebensversicherung · Rating · Rente · Zinsen
 
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