7.1.2026 – Der Glaube an die Sicherheit und Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente ist bei den Bundesbürgern kräftig angestiegen. Auch die betriebliche und private Altersvorsorge steigern sich deutlich, bleiben aber klar hinter der gesetzlichen Vorsorge zurück. Allerdings glauben nicht einmal 30 Prozent, im Alter ausreichend abgesichert zu sein. Kräftig gesunken ist der Anteil derjenigen, die 2026 ihre Vorsorge intensivieren möchten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des DIA.
Mehr als zwei von drei Bundesbürgern gehen davon aus, dass sie ihren Lebensstandard im Alter zumindest etwas senken müssen. Nicht einmal jeder Vierte ist der Ansicht, ihn beibehalten zu können. Nur jeder Zehnte erwartet, den Lebensstandard wenigstens etwas steigern zu können.
Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Umfrage der Deutsches Institut für Altersvorsorge GmbH (DIA) für den „Deutschland-Trend Vorsorge“. Mit der Befragung ermittelt das Institut einmal im Jahr die Einschätzung der Bürger zu den drei Säulen der Alterssicherung, die Erwartungen an den Lebensstandard im Alter und die Vorsorgeplanungen.
Für die Erhebung hat das DIA 1.000 erwachsene erwerbsfähige Personen bis 64 Jahre aus ganz Deutschland von den Meinungsforschern der Insa-Consulere GmbH befragen lassen. Durchgeführt wurde die Umfrage online zwischen dem 11. und 15. Dezember 2025.
Im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 10.1.2025) sind die Anteile der pessimistischen und der optimistischen Einschätzungen leicht gestiegen. Bei Letzteren wurde sogar das Neunjahreshoch aus dem Jahr 2020 egalisiert. Der Anteil derjenigen, die von einem sinkenden Standard im Alter ausgehen, war im Beobachtungszeitraum allerdings nur dreimal höher ausgeprägt.
Abgefragt wurde auch das Vertrauen in die gesetzliche, die private und die betriebliche Vorsorge. Bei der Bewertung stand den Befragten eine Skala von null (schlechtester Wert) bis zehn (bester Wert) zur Verfügung.
Ergebnis: Wie in den drei Vorjahren liegt die gesetzliche Absicherung (aktueller Mittelwert: 5,6) klar vor der privaten und betrieblichen Altersversorgung (bAV) (jeweils 4,8). Bei allen drei Säulen zeigt die Vertrauenskurve nach oben.
Auf Jahressicht hat die gesetzliche Vorsorge mit 0,5 Punkten etwas stärker gewonnen als die beiden anderen Säulen (jeweils plus 0,4 Punkte). Die gesetzliche Vorsorge verfehlte sogar nur hauchdünn den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2017.
Bei den beiden anderen Säulen setzte sich der Abwärtstrend der letzten Jahre nicht fort. Ganz im Gegenteil: Nur zu Beginn des Beobachtungszeitraums wurden höhere Vertrauenswerte gemessen.
29 Prozent der Befragten (ohne diejenigen mit „keiner Angabe“) gehen davon aus, mit gesetzlichen, privaten und betrieblichen Rentenansprüchen zusammengerechnet ausreichend für den Ruhestand vorgesorgt zu haben. Nur 2017 bis 2019 fiel der Wert höher aus.
Andererseits ist der Anteil derjenigen, die nicht ausreichend vorgesorgt haben, aber in den kommenden zwölf Monaten die Rücklagenbildung verstärken wollen, um fünf Prozentpunkte auf 36 Prozent gesunken. Dies stellt auf Neunjahressicht jedoch immer noch den zweithöchsten Wert dar. Der Tiefststand wurde 2020 mit einem Anteil von einem Viertel erreicht.
35 Prozent wählten die Antwortoption „Ich habe nicht ausreichend vorgesorgt und möchte beziehungsweise kann auch in den nächsten zwölf Monaten nicht mehr tun.“ Der Höchststand lag um zwölf Punkte höher (VersicherungsJournal 10.1.2021).
Dr. Peter Schwark, seit Mitte November DIA-Sprecher (15.10.2025), kommentiert die Ergebnisse der Erhebung wie folgt: „Wir sehen in unserer aktuellen Befragung, dass die Lücke zwischen negativer Zukunftserwartung und positivem Vorsorgehandeln größer wird.“

Nach seiner Ansicht sind Politik und Anbieter „dringend gefordert, neue und zielgerichtete Impulse zu setzen – von der Reform der privaten Altersvorsorge bis zur klaren Kommunikation über die Vorsorgemöglichkeiten und ihre unterschiedlichen Chancen-Risiko-Profile.“
Peter Schramm - Vorsorge umorientieren hin zu einer Erhaltung von Erwerbsfähigkeit . mehr ...
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