Das sind die Bestandsgewinner in der privaten Unfallversicherung

23.2.2026 (€) – Zwischen 2019 und 2024 hat gut jeder dritte der 50 größten Anbieter in der privaten Unfallversicherung seinen Bestand ausgebaut. Am stärksten nach absoluten Zahlen wuchs die Huk-Coburg-Allgemeine, prozentual gemessen die Provinzial, Letztere fusionsbedingt. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Unfallversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Schon seit vielen Jahren gehört die private Unfallversicherung zu den profitabelsten Zweigen der Assekuranz. Seit 2007 erzielte die Branche bis auf zwei Ausnahmen durchgängig eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von unter 80 Prozent.

2021 lag der versicherungstechnische Gewinn sogar bei mehr als 26 Cent pro Beitragseuro. 2024 betrug die Combined Ratio nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) 75,1 Prozent. Die Quote fiel zwar minimal höher aus als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 3.4.2025), lag aber nur ein weiteres Mal noch niedriger (2021).

Entwicklung CR (Bild: Wichert)

Allerdings haben die Anbieter in dieser Sparte schon seit geraumer Zeit mit sinkenden Beständen zu kämpfen. Zwischen 2019 und 2024 ging es um rund eine Million auf 24,8 Millionen Verträge bergab. Das entspricht einem Minus von rund vier Prozent.

19 Mal Zuwachs

Die Vertragsbestände auf Ebene der einzelnen Akteure betrachtet entwickelten sich laut dem „Branchenmonitor 2025: Unfallversicherung“ höchst unterschiedlich. Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält zahlreiche Kennzahlen der 50 nach Prämieneinnahmen größten Marktteilnehmer mit rund 94 Prozent Marktanteil.

So verloren, angeführt von der Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG, 30 der aufgelisteten Anbieter (23.2.2026). 19 Akteure konnten gegen den Branchentrend zulegen. Die WGV-Versicherung AG baute den Bestand von 2022 auf 2024 um 22,7 Prozent auf fast 228.700 Verträge aus, bei leicht rückläufiger Wachstumsdynamik.

Die wachstumsstärksten Anbieter in der Unfallversicherung

Die größten Zuwächse standen dabei mit über 546.000 Kontrakten für die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG zu Buche (auf 1,6 Millionen Stück). Die Provinzial Versicherung AG baute um rund 270.600 (auf 519.500) Policen aus.

Um etwas über beziehungsweise unter eine Viertelmillion Verträge wuchsen die VHV Allgemeine Versicherung AG (auf 659.000 Kontrakte) und die Huk24 AG (auf fast 647.000). Um knapp 224.00 (auf fast 1,29 Millionen Stück) legte die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg zu, um rund 104.000 (auf 1,45 Millionen) die ADAC Versicherung AG.

Unfallversicherung Bestandsentwicklung Zuwachs absolut (Bild: Wichert)

Provinzial mit der höchsten Wachstumsrate

Prozentual gemessen gewann die Provinzial am stärksten hinzu (plus 109 Prozent). Um jeweils knapp zwei Drittel wuchsen die VHV und die Huk24, um immerhin noch über die Hälfte die Huk-Coburg Allgemeine.

Steigerungsraten zwischen einem guten Drittel und rund einem Fünftel schafften die Rhion Versicherung AG (auf 223.350 Kontrakte), die Haftpflichtkasse, der Huk-Coburg VVaG und die Volkswohl Bund Sachversicherung AG (auf fast 195.150 Stück).

Unfallversicherung Bestandsentwicklung Zuwachs relativ (Bild: Wichert)

Sonderfaktoren bei der Provinzial

Bei der Provinzial waren konzerninterne Umstrukturierungen verantwortlich für die kräftige Steigerung. So wurde die Westfälische Provinzial Versicherung auf die Provinzial Rheinland Versicherung verschmolzen und dann in Provinzial Versicherung AG umfirmiert (13.12.2021). Sie hatte vor der Zusammenlegung leicht verloren und tat dies auch nach der Zusammenlegung kontinuierlich.

Die VHV und die Huk24 hingegen legten laufend zu. Bei den Hannoveranern ließ die Wachstumsdynamik zuletzt etwas nach (2024: plus sieben Prozent). Zuvor hatte sie durchweg zweistellige Steigerungsraten zu verzeichnen. Ebenfalls viermal im zweistelligen Bereich baute die Hu24 ihren Bestand aus. 2022 waren es nur sechs Prozent.

Unfallversicherung Bestandsentwicklung VHV Huk24 Provinzial (Bild: Wichert)

Auch die beiden anderen Huk-Coburg-Gesellschaften wuchsen in jedem Jahr des Beobachtungszeitraums. Während es beim VVaG ohne größere Schwankungen zwischen drei und fünf Prozent aufwärts ging, nahm bei der AG das Wachstumstempo ab. Betrug das Plus 2020 noch zwölf Prozent, waren es 2024 nur noch fünf Prozent.

Unfallversicherung Bestandsentwicklung Huk-Coburg und Haftpflichtkasse (Bild: Wichert)

Der „Branchenmonitor 2025: Unfallversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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