D&O: Schadenquote macht einen kräftigen Satz nach oben

15.9.2021 – In der D&O-Versicherung betrug die Schadenquote nach Abwicklung im vergangenen Jahr 110 Prozent. Ein Jahr zuvor lag sie noch bei 85,3 Prozent. Dies besagt die aktuelle D&O-Statistik des GDV. Die Gründe für den Anstieg der Schadenaufwendungen seien unter anderem hohe Forderungen nach Insolvenzen und gewachsene Pflichten der Manager. Der Spezialmakler Hendricks schätzt die Schadenquote auf mehr als 110 Prozent.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat am Dienstag seine aktuelle D&O-Statistik für das inländische Direktgeschäft veröffentlicht. Demnach musste die Assekuranz im vergangenen Jahr in der Managerhaftpflicht-Versicherung deutlich mehr Schadenzahlungen leisten als im Vorjahr.

Die Beiträge kletterten um 9,2 Prozent auf 335 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Leistungen um 14 Prozent auf 281 Millionen Euro. Die Schadenquote nach Abwicklung belief sich auf 110 Prozent. Damit lagen die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle nach Abwicklung deutlich über den verdienten Bruttobeiträgen. Ein Jahr zuvor hatte die Schadenquote noch 85,3 Prozent betragen.

D&O-Schadenstatistik: Beiträge, Leistungen und Schadenquoten

Jahr

Beiträge

Leistungen

Schadenquote nach Abwicklung*

in Mio. Euro

Veränderungen gegenüber Vorjahr*

in Mio. Euro

Veränderungen gegenüber Vorjahr*

2016

259

3,3

281

3,4

99,1

2017

233

-10,2

203

-27,7

85,3

2018

247

5,6

252

25,0

112,9

2019

262

10,1

233

-2,2

85,3

2020

335

9,2

281

14,0

110,0

Insolvenzverwalter suchen gezielt nach Leistungsansprüchen

„Unter dem Strich stehen erhebliche Verluste, die sich aus den immer größeren Haftungsrisiken für Manager und Managerinnen ergeben“, kommentiert GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen die Zahlen.

Die Gründe für den Anstieg der Schadenaufwendungen seien vielschichtig, heißt es auf Nachfrage. Insolvenzen würden nicht selten Forderungen in Millionenhöhe nach sich ziehen. Insolvenzverwalter suchten zum Beispiel gezielt nach Leistungsansprüchen aus einer bestehenden D&O-Versicherung.

Manager-Pflichten sind in den letzten Jahren gewachsen

Versicherer würden auch vermehrt von Fällen berichten, in denen Leitungsorganen Pflichtverletzungen im Hinblick auf ein unzureichendes Compliance-Management vorgeworfen werden.

„Auch beim Thema Compliance wächst das Pflichtenheft für Managerinnen und Manager weiter: Die nächsten Kapitel sind das Lieferkettengesetz sowie die Verpflichtung aller Unternehmen ab 50 Beschäftigten ein Hinweisgebersystem einzurichten“, berichtet Asmussen.

An der D&O-Statistik des GDV beteiligen sich derzeit 32 Unternehmen. Insgesamt dürften rund 45 Mitgliedsunternehmen diese besondere Form der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung anbieten und zusammen ein Beitragsvolumen von knapp 400 Millionen Euro aufweisen, schätzt der Verband. Das gesamte Marktvolumen taxiert er auf rund 560 Millionen Euro.

Die Schadenfrequenz nimmt dramatisch zu.

Michael Hendricks, CEO Hendricks GmbH

Hendricks geht von höherer Schadenquote aus

Michael Hendricks, im vergangenen Jahr überraschend wieder in die Führungsriege der Hendricks GmbH zurückgekehrt (VersicherungsJournal 23.4.2020), hegt Zweifel. „Das Markt-Prämienvolumen dürfte aktuell bei circa 800 Millionen Euro liegen. Die Schadenquote dürfte auch mehr als 110 Prozent betragen“, sagt er gegenüber dem VersicherungsJournal.

Michael Hendricks (Bild: Howden)
Michael Hendricks (Bild: Howden)

„Die Schadenfrequenz nimmt dramatisch zu“, berichtet er weiter. Die Aufwendungen der Versicherungs-Gesellschaften würden mit einem Anteil in Höhe von circa 70 Prozent allein schon im Abwehrkostenbereich liegen.

„Die von den Versicherungs-Gesellschaften angebotenen Zahlungen bei Deckungs- und Haftungsvergleichen reduzieren sich immer weiter. Das Hauptargument für die Deckungsablehnung ist behaupteter Vorsatz“, kommentiert der Rechtsanwalt.

Nachfrage wächst stetig

Die Versicherungsprämie sei bei den Vertragsverlängerungen in das Jahr 2021 im Durchschnitt um 25 Prozent gestiegen. Für 2022 erwartet der Spezialmakler und Assekuradeur, der zwischenzeitlich als Howden Germany GmbH firmierte und zur britischen Hyperion Insurance Group gehört, einen weiteren Anstieg von durchschnittlich zehn Prozent.

„Die Nachfrage zum Abschluss von D&O-Versicherungen wächst stetig. Für unser Haus liegt das Wachstum bei gut 20 Prozent“, teilt er mit Blick in die Zukunft mit.

 
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