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Aufsicht: Corona könnte Fondspolicen zu schaffen machen

1.2.2021 – Die Pandemie könnte Risiken im Segment der fondsgebundenen Versicherung erhöhen, heißt es in einem neuen Bericht der Eiopa über Trends im Verbrauchermarkt. Sie sieht außerdem unterschiedliche Ansätze im Hinblick auf Pandemie-Ausschlüsse. Die Krise habe auch Defizite in der Klarheit von Verträgen und Bedingungen verdeutlicht.

Am Freitag hat die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa) die diesjährige Ausgabe ihres „Consumer Trend Reports“ veröffentlicht. Eine wichtige Rolle nehmen darin die Auswirkungen der Coronakrise aus Sicht des Verbraucherschutzes ein, wobei sich der Bericht auf Beobachtungen aus dem ersten Halbjahr 2020 beschränkt.

Versicherer konnten Geschäftsbetrieb aufrechterhalten

Die Behörde stellt zunächst fest, dass trotz anfänglicher Bedenken Versicherer und Pensionsfonds ihre Geschäftstätigkeit aufrechterhalten konnten. Produktkauf, Schadenmeldungen und Beschwerden, die Suche nach Informationen – all dies sei im Großen und Ganzen weitergelaufen, wenn auch in neuen Formen, da sich die Digitalisierung beschleunigt habe.

Wenn es zu Situationen gekommen sei, in denen Kunden vertragliche Obliegenheiten nicht erfüllen konnten, weil sich Gewohnheiten und Verhaltensweisen geändert haben, sei von Versicherern Nachsicht gezeigt worden.

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Bedenken bezüglich mancher fondsgebundenen Produkte

Das volle Ausmaß der Corona-Auswirkungen auf Verbrauchertrends müsse sich erst noch zeigen. Nichtsdestoweniger identifiziert die Eiopa fürs Erste eine Reihe von „Schlüsselthemen“, die sich aus der ersten Krisenphase ergeben.

Erstens: Bereits bestehende Bedenken in Bezug auf fondsgebundene Produkte haben sich verstärkt, so die Behörde. „Strukturelle Probleme“ in Bezug auf manche dieser Produkte – wie etwa hohe und komplexe Kosten, ungewöhnliche oder komplexe Risikoprofile – können zu Tage treten, wenn die Kunden unerwartet Liquiditätsbedarf haben und deshalb frühzeitig Rückkäufe tätigen.

Zu erwartende geringere Renditen und Marktvolatilität können diese Probleme noch weiter intensivieren, so die Eiopa. Betroffene Kunden könnten dies stark zu spüren bekommen.

Unterschiedlicher Ansatz bei Ausschlüssen, unklare Bedingungen

Zweitens: Die Herangehensweise an Ausschlüsse variierte nach Erkenntnissen der Behörde je nach Markt, Produkt und Unternehmen. „In manchen Märkten haben Versicherer Pandemien systematisch ausgeschlossen, während der Verbraucher in anderen mit Unsicherheit über die Deckung bei verschiedenen Produkten konfrontiert war“, schreibt die Eiopa.

Die Krise habe einen Mangel an Klarheit in Versicherungs-Bedingungen gezeigt, ebenso die Komplexität oder eine Mehrdeutigkeit von Verträgen. In einigen Fällen seien Gerichtsverfahren nötig geworden. Viele Versicherer haben zu diesem Thema nicht proaktiv auf klare und zeitnahe Art und Weise kommuniziert, heißt es von der Aufsicht.

Probleme bei Reiseversicherungen

Drittens: Für Produkte der Reiseversicherung seien Probleme aufgetreten. Dies betreffe Ausschlüsse, Veränderungen im Risikoprofil, für welches die Produkte verkauft wurden, und auch ein Fehlen von Abhilfemaßnahmen gegen daraus resultierende Nachteile für die Kunden.

Viele Reiseversicherer haben aber auch kulant reagiert und die Deckung vor allem in Bezug auf Kunden ausgedehnt, die im Ausland festsaßen, hält die Eiopa fest.

Veränderungen im Risikoprofil

Viertens: Für manche Produkte habe sich das abgedeckte Risikoprofil erheblich verringert. Daraus ergebe sich die Frage, inwieweit sie noch geeignet sind, den Bedarf des Zielmarktes zu decken. Initiativen, solche Veränderungen im Risikoprofil anzugehen, seien jedoch nicht sehr weit verbreitet gewesen.

Auch der Pensionssektor blieb nicht von Corona verschont. Insbesondere seien Fälle aufgetreten, in denen Sparer beispielsweise wegen Geschäftsrückgangs oder Arbeitslosigkeit weniger einzahlen konnten oder Einzahlungen ausfielen. Weitere Risiken könnten sich in der Dekumulationsphase auftun und künftig Leistungskürzungen nach sich ziehen.

Gegenmaßnahmen, um Auswirkungen zu mildern

Um die Auswirkungen der Pandemie auf den Versicherungs- und Pensionssektor zu mildern, seien von Aufsichtsbehörden sowie dem Versicherungs- und Pensionssektor „spezifische Maßnahmen“ getroffen worden. Der Bericht führt unter anderem Kulanzen, Stundungen und aufgestockten Kundendienst an.

Da die Krise voranschreite und sich potenziell auf die Profitabilität auswirke, sei zu erwarten, dass „Verhaltensrisiken sich weiter herauskristallisieren und entstehen“. Die Eiopa hält es deshalb für „sehr wichtig, dass Bedenken hinsichtlich finanzieller Ausgrenzung, Vertragsklarheit und fondsgebundener Produkte adäquat behandelt und gemindert werden“.

Der „Consumer Trends Report 2020“ kann von einer gesonderten Webseite der Eiopa als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

 
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