29.4.2024 – „Es gibt jedoch Unfallversicherer, bei denen die Folgen von Insektenstichen und -bissen mitversichert werden können.” Damit leisten sie für die Folgen eines Zeckenbisses indes rein gar nichts. Zecken ebenso wie übrigens auch Skorpione gehören nämlich zur Tierklasse der Spinnentiere, eine andere als die Tierklasse der Insekten.
Spinnentiere haben nur zwei deutlich voneinander abgesetzte Körperabschnitte: den Vorder- und den Hinterkörper. Insekten hingegen verfügen über drei Körperabschnitte: Kopf, Brust und Hinterleib. Eine Spinne hat nomalerweise acht Hinterbeine, Insekten nur sechs. Im Gegensatz zu Insekten verfügen Spinnentiere über keine Fühler, und niemals über Flügel.
Die Besonderen Bedingungen zu den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) sagen: „Infektionen durch Zecken- und Insektenstiche”. Ob das hilft, nachdem man von der Zecke nicht gestochen, sondern gebissen wurde?
Da kann man indes Entwarnung geben: landläufig spricht man zwar weitaus häufiger vom Zeckenbiss, doch in den letzten Jahren hat sich in der deutschsprachigen wissenschaftlichen Literatur der Begriff vom Zeckenstich durchgesetzt. Weil der biologische Vorgang, mit dem die Zecke Blut entnimmt, anders als beim Vampir, vielmehr einem Stechen als Beißen entspricht. Wissenschaftlich ist der im Volksmund häufigere Begriff „Zeckenbiss” falsch. Das Gericht verwendet ihn dennoch mehrfach.
Peter Schramm
zum Artikel: „Wann Borreliose als Berufskrankheit anerkannt wird”.




