30.7.2026 – Regelmäßig lesen wir – wie aktuell zur DBB-Bürgerbefragung – welche Berufsgruppen besonders beliebt oder unbeliebt sind. Und ebenso regelmäßig frage ich mich, worin eigentlich der Erkenntnisgewinn liegt, der sogar eine Sonderausgabe rechtfertigt.
Dass Versicherungsvertreter erneut zu den Schlusslichtern gehören, während Feuerwehrleute oder Pflegekräfte hohe Sympathiewerte erzielen, überrascht seit Jahren niemanden. Doch was sagt das tatsächlich aus? Bedeutet ein hoher Zustimmungswert, dass Menschen diesen Beruf selbst ausüben möchten oder ihn für gesellschaftlich wichtiger halten? Wohl kaum.
Meines Erachtens wird hier ein Sympathieranking mit einer Bewertung der gesellschaftlichen Bedeutung oder der tatsächlichen Erfahrungen der Bürger vermischt. Dass Feuerwehrleute oder Pflegekräfte großes Ansehen genießen, steht außer Frage. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass andere Berufe weniger wertvoll sind oder ihre Leistungen schlechter bewertet werden.
Die Aussagekraft einer solchen Umfrage bleibt daher sehr begrenzt. Sie zeigt allenfalls ein Stimmungsbild, liefert aber keine belastbaren Aussagen über den tatsächlichen Beitrag einzelner Berufsgruppen zur Gesellschaft. Die Ergebnisse mögen interessant sein – ob sie jedoch eine Sonderausgabe wert sind, darf durchaus bezweifelt werden.
Michael Richert
zum Artikel: So unbeliebt sind Versicherungsvertreter




