Rückstellungen sind Schulden

13.3.2015 – Wie oft will denn der PKV-Verband uns noch erzählen, dass die gute Konjunktur für die sinkende Zahl der Vollversicherten verantwortlich ist? Dieses Märchen haben die doch schon für 2012 und 2013 benutzt.

Wenn es wahr wäre, dass Selbstständige, die PKV-versichert sind, in sozialversicherungs-pflichtige Jobs flüchten, dann gilt: Die hatten nichts in der PKV zu suchen.

Die Wahrheit ist doch nur, dass die Demografie den Neugeschäftsmotor der PKV zum Stocken bringt. Die nachwachsenden Jahrgänge werden kleiner. Die geburtenstarken Jahrgänge sind über 50 und eigentlich doch bitte nicht mehr ansprechbar.

Eine andere Wahrheit finde ich in meinen Auftragsbüchern: Die Menschen wollen mit Gewalt zurück in die GKV. Die wollen raus, weil sie erkennen, dass sie das dauerhaft nicht finanzieren können.

Den Jubelsturm wegen mehr als 200 Milliarden Euro Rückstellungen kann ich auch nicht nachvollziehen, weil: Rückstellungen sind Schulden. Die PKV schuldet aktuell ihren Kunden mehr als 200 Milliarden Euro. Das sind die zukünftigen, nicht durch Beiträge gedeckten Behandlungskosten der Versicherten.

Thorulf Müller

th.mueller@derkvprofi.de

zum Artikel: „In der privaten Krankenvollversicherung bröckelt es weiter”.

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