Realität im Vertrieb sieht anders aus

14.10.2014 – Leider fehlt dem Leserbriefschreiber hier offensichtlich der Blick auf die Realität im Vertrieb. Grundsätzlich muss zwischen den unterschiedlichen Vertriebsformen, welche am Markt vorherrschen, unterschieden werden.

Wer als Ausschließlichkeits-Vertreter einen auskömmlichen Sachbestand erhält, ist tatsächlich weniger auf Abschlussprovisionen (AP) angewiesen. Makler erhalten in der Regel keinen Bestand seitens der Gesellschaft und auch keine Vereinbarung mit einer etwaigen vorherigen Verbindung zu einer Ausschließlichkeits-Organisation (AO).

Die Branche beklagt sich seit Jahren über mangelnden Nachwuchs und gleichzeitig werden AO-Agenturen mit viel zu geringen Bestandsgrößen ausgestattet. Weshalb wohl? Die Anbieter verdienen  am meisten an den Lebensversicherungen mit und deshalb ist dieses Geschäft auch gerne gesehen.

Seitens des Vermittlers wird die AP dringend zum Unterhalt seiner Einkünfte benötigt. Hier hat sich gegenüber den Anfängen der Zillmerung in keiner Weise etwas geändert. Das Geschäftsmodell ist leider heute wie damals das gleiche. Großvertriebe erhalten eine erheblich höhere AP als der Standardvermittler und auch der Makler, welcher jedoch meist mehr bekommt als die AO, weil er auch für seine Kosten zum Büro, Marketing, Mitarbeiter und so weiter gänzlich alleine aufkommen muss.

Gleichheit im Vertrieb und damit verbunden eine Steigerung der Beratungsqualität kann es für mich nur bei Abschaffung von Provisionen, AOs, Bankvertrieben und so weiter geben sowie bei einer Einführung von Honoraren. Dagegen ist die Lobby der Banken und Anbieter! Warum wohl? Gewohnheit ist der dickste Leim!

Hans-Jürgen Kaschak

info@veka-online.de

zum Leserbrief: „Kein Bedarf an Existenzsicherungs-Programmen”.

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