Pferd namens GKV ist schon lange tot

12.6.2013 – Schwerwiegende Zielkonflikte sind ganz andere, die Verdi ungern in der Studie lesen wird: Wer finanziert das Milliardendefizit bei Rentnern in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), bei der Krankenversicherung der Rentner (KVdR), das bereits 1992 bei circa 50 Milliarden D-Mark lag? Heute dürften das vermutlich in Euro eher 40 Milliarden bei circa 180 Milliarden Gesamteinnahmen sein.

Wer erklärt den Rentnern, dass sie in der KVdR eigentlich planmäßig 80 Prozent ihrer Leistungen selbst finanzieren sollten; dies aber schon seit Jahrzehnten die mittlere Altersgruppe der Erwerbstätigen tun muss, ohne Chance, an diesen Segnungen auch zukünftig selbst teilhaben zu können?

Das Pferd namens Umlageverfahren-Modell GKV selbst ist bereits lange tot. Da Rentner aber von der Kopfzahl / Wahlbeteiligung Wählergruppe Nummer eins für jeden Politiker darstellen; reitet es jede Regierung zwangsläufig weiter auf der Stelle.

Die private Krankenversicherung (PKV) ist dabei intakter, als manche uns weis machen wollen. Wer die PKV-Probleme kennt, kennt noch lange nicht die der GKV! Die verdeckte Budgetierung dort zeigt doch deutlich die dortigen Demografieprobleme.

Bin selber seit zwei Dekaden für die PKV tätig und tauge, wie viele hier, nicht als Justiziar. Da ich mit vier Personen gut PKV versichert bin und gern einen Beitrag über der Beitragsbemessungs-Grenze zahle, bin ich aber ein Beispiel derer, die nicht in die Einheitskasse wechseln werden und keine Lust auf Zwangsfürsorge einer Partei haben. In diese werden aber sicher einige Rentner wechseln und sich dann blau wundern.

Michael Sturhann

Michael.Sturhann@t-online.de

zum Artikel: „Wie viele PKV-Arbeitsplätze kostet die Bürgerversicherung?”.

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