14.6.2013 – Der Hinweis des Leserbriefschreibers, dass Versicherte der privaten Krankenversicherung (PKV) „Selbstzahler“ seien, ist zwar nicht falsch, aber er suggeriert damit, dass bei gesetzlich Versicherten andere für die Kosten aufkommen.
Das ist ein Irrtum! Es ist richtig, dass die PKV-Versicherten Gefahr laufen, durch ärztliche Überversorgung nicht mehr tragbare Kosten zu verursachen und dies eine existenzielle Bedrohung darstellt. Als Patient wird man auch seinem „Arzt des Vertrauens“ eher nicht widersprechen, wenn die x-te Untersuchung ansteht.
Doch wo liegen die Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)? Ohne hohe Steuermittel wäre sie schon lange am Ende – dabei werden die Probleme erst in 15 bis 20 Jahren richtig beginnen. Es sei denn, uns gelingt durch Massenimmigration ausschließlich junger, gut ausgebildeter Menschen (die müssen ja eine Arbeit finden) ein demografischer Ausgleich. Diese Option halte ich für schwerer umsetzbar, als die grundlegende Sanierung der PKV.
Es muss ein wirksamer Mechanismus gefunden werden, der die Marktmacht der Pharmaindustrie zugunsten der Versicherten reduziert (mit der heutigen Politikergarde eher nicht zu erwarten) und es fehlt eine fachliche, unabhängige, wirksame Kontrollinstanz, die überflüssige oder zu teure Behandlungen möglichst verhindert.
Das Problem der ausufernden Provisionierung ist zwar rechtlich gelöst, aber meines Erachtens noch nicht in allen Köpfen angekommen.
Oliver Henkel
zum Leserbrief: „PKV basiert auf Irrtümern”.




