27.11.2023 – Als ich 2014 anfing, versicherungsmathematische Gutachten zur Rückabwicklung von Lebensversicherungen wegen Widerruf zu erstellen, waren die an der anstehenden Klageindustrie interessierten Rechtsdienstleister etwas überrascht, dass ich mehr als eine Stunde für ein Gutachten brauche.
Sie selbst waren schließlich bereits in der Lage, binnen zwei Wochen bis zu mehr als 1.000 standardisierte Klagen einzureichen, für die sie die entsprechende Zahl Gutachten gebraucht hätten. Den Vorschlag, die Gutachten doch statt „per Hand” rein maschinell herzustellen, weit schneller und zu weit geringeren Kosten, wies ich aber zurück, weil ich am Ende auch nicht so viel mehr daran verdient hätte.
Es fanden sich dann andere dafür – ich habe dann nur ein paar tausend Gutachten für Qualitätsbewusste erstellt, und einige Gerichtsgutachten. Die Verbreitung künstlicher Intelligenz zur Zeitersparnis in der Versicherungsvermittlung wird wohl kaum dazu führen, dass das Vielfache des Bisherigen vermittelt wird und die Vermittler dann reich werden.
Vielmehr wenn KI dafür von den Versicherern selbst eingesetzt wird, auch über eigene Agenten, wird die Effizienz gesteigert und die Provisionen je Vermittlung daher gesenkt. Dann letztlich ist auch jeder Vermittler gezwungen, KI einzusetzen, soll es ihm nicht gehen wie 1844 den schlesischen Handwebern an ihren Webstühlen, gegenüber der Tuchindustrie mit ihren dampfmaschinenbetriebenen Webmaschinen in großen Tuchfabriken.
Peter Schramm
zum Artikel: „AfW- Branchenumfrage: So nutzen Vermittler KI in ihrem Beratungsalltag”.




