9.8.2013 – Im Vergleich zu anderen Branchen erscheinen sieben Prozent Provision gar nicht einmal so viel. Entscheidender ist doch das derzeitige Niedrigzinsniveau: Wenn „vorne fast nichts hereinkommt“, lassen niedrigere Kosten daran auch nicht plötzlich „hinten viel herauskommen“.
Eine recht sinnvolle Kennzahl dafür ist die „Reduction-in-yield“ (RIY), also die Minderung des Bruttoertrags um die Kosten zum Nettoertrag. Sie beläuft sich bei einem langfristigen Sparvertrag von 20 Jahren bei zum Beispiel sieben Prozent – gleichmäßig verteilten – Kosten auf 0,67 Prozent, wenn „vorn“ ein Bruttoertrag von 3,5 Prozent einkommt, auf 0,65 Prozent, wenn dieser 7,0 Prozent beträgt. Die Zillmerung der Kosten ändert daran wenig (sofern der Vertrag durchgehalten wird).
Für den Versicherungsnehmer macht es den entscheidenden Unterschied, ob er am Ende das 1,44-Fache oder das 1,96-Fache seiner Beiträge herausbekommt. Das Problem der Lebensversicherung sind die niedrigen Zinsen. Natürlich kann man sich in solchen Zeiten hohe Kosten noch weniger leisten und diese zu senken, ist immer gut. Nur: Letztendlich sind die Kosten sekundär. Daher ist das Deckungsstockmodell für die gegenwärtige Zinslage ungeeignet.
Yan C. Steinschen
zum Leserbrief: „Für Kunden nicht rentabel”.




