24.7.2007 – Was sieht die VVG-InfoV in der jetzigen Form vor? Zunächst eine Reizüberflutung an Infomaterial.
Schon seit 22.05.2007 gehen wir als Vermittler mit Erstinformationen über unser konkretes Angebot, das sich bezieht auf Risikoanalyse und ergänzt wird durch die Beratungs-Dokumentation zum Kunden.
Das natürlich nur unter der Voraussetzung, dass der Maklerauftrag bereits vorliegt. Wir sollten den eigentlichen Versicherungsantrag vielleicht auch nicht vergessen. Die VVG fordert ab 01.01.2008 zusätzlich die Übergabe der Versicherungsbedingungen.
Die VVG-InfoV fordert nun zusätzlich zunächst die Nennung von zwanzig konkreten Angaben für alle Versicherungssparten in festgelegter Reihenfolge (§1). Hinzu kommen die besonderen Infopflichten bei Lebensversicherungen , Berufsunfähigkeit-und Krankenversicherungen. Cirka acht zusätzliche Angaben inklusive Abschlusskosten in Euro und Cent (§2).
Weil es so übersichtlich und unheimlich transparent ist, kommt noch das Produktinformationsblatt mit neun konkreten Informationspflichten und nochmals den Abschlusskosten in Euro und Cent hinzu (§4).
Der zu übergebenen Dokumente angekommen - sofern wir denn nur ein Angebot machen wollen.
Wird sich ein Interessent durch diesen Gau an Informationen besser informiert fühlen?
Vermutlich wird sich der Menschen-Charakter nicht mit dem 01.01.2008 ändern: „Die einen vertrauen dem Vermittler und unterschreiben alles, was notwendig ist - die anderen gucken genauer hin und überprüfen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln“.
Da ein Durchschnittsbürger mit dem Verstehen von Versicherungsbedingungen in der Regel eher überfordert ist, wird er Konkretes vergleichen. In Altersvorsorgeprodukten z.B. garantierte Leistungen, die dann normierten Hochrechnungen, die Abschlusskosten in Euro, was ja ausdrücklich auch so erwünscht ist.
Der Wettbewerb zwischen den Versicherern wird also nicht mehr um die beste Kapitalanlage, die kundenfreundlichsten Bedingungen, sondern um die geringsten Abschlusskosten geführt werden - denn Kosten sind ja per se schlecht, sonst müssten sie ja nun nicht auch noch in Euro und Cent aufgeführt werden.
Der unabhängige Vermittler wird sich fragen, wie er einen erheblich höheren Verwaltungsaufwand mit konkreter werdender Haftung, das Bemühen, im Mandanteninteresse tätig zu sein und den „Vorschlag" von Versicherern und sicherlich auch dem einen oder anderen Interessenten, für weniger Lohn tätig zu sein, unter einen Hut bringen soll.
Also wem wird nun eigentlich geholfen?
Matthias Helberg
zum Artikel: „GDV befürchtet Aus für ganze Vermittlergruppen”.




