Homeoffice auch mal unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten sehen

27.4.2026 – Man sollte endlich mal die Kirche im Dorf lassen. Gerade Beschäftige in der Baubranche, im Handwerk, in Pflegeberufen etc. verdienen im Schnitt weniger und müssen jeden Tag Privatzeit, Risiko und Kosten für den täglichen Arbeitsweg bei Wind und Wetter auf sich nehmen, der in vielen Fällen unterschätzt bzw. komplett ignoriert wird. Die haben keine Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Man muss den Punkt Homeoffice auch mal unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten sehen. Warum soll es kaufmännisch Tätigen, die im Vergleich zu körperlich Tätigen ohnehin schon finanziell privilegiert sind, der Aufwand des Arbeitsweges erspart werden, während der Gärtner, der Fließbandarbeiter, die Pflegefachkraft oder Kfz-Mechaniker überhaupt keine Chance hat, davon auch nur zu träumen?

Wenn bei dieser ganzen Debatte Gerechtigkeitsgesichtspunkte (gilt auch für Gewerkschaften) eine Rolle spielen würden, wäre das Thema ganz schnell weg vom Tisch. Die Arbeit gehört genauso wenig in die privaten vier Wände, wie der private Erholungsurlaub ins Büro gehört!

Heinz Vollmer

heinz_vollmer@gmx.de

zum Artikel: So häufig arbeiten Versicherungsmitarbeiter im Homeoffice

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